McKinsey-Studie zeigt Veränderungen bei Wellness- und Ernährungsgewohnheiten

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Der weltweite Wellnessmarkt erreicht nach einer aktuellen Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey & Company ein Volumen von 2,7 Billionen US-Dollar. Die am 3. November 2026 veröffentlichte Studie „Future of Wellness 2027“ untersucht Veränderungen beim Gesundheitsbewusstsein, bei Ernährungsgewohnheiten und bei der Nachfrage nach Wellnessangeboten. Auch die Nutzung Künstlicher Intelligenz und die Auswirkungen von Medikamenten zur Gewichtsreduktion auf das Konsumverhalten gehören zu den Schwerpunkten.

Für die fünfte Ausgabe der Untersuchung befragte McKinsey mehr als 10.000 Verbraucher in Deutschland, China, Großbritannien und den USA. Allein in den Vereinigten Staaten beziffert die Unternehmensberatung den Wellnessmarkt auf mehr als 700 Milliarden US-Dollar. Dort wachse der Markt jährlich um etwa fünf bis zehn Prozent. Die weltweite Schätzung von 2,7 Billionen US-Dollar berücksichtigt allerdings eine Erweiterung der untersuchten Wellnesskategorien. Sie ist deshalb nicht unmittelbar mit der Vorjahresschätzung von zwei Billionen US-Dollar vergleichbar.

Verbraucher räumen Gesundheit und Wellness einen höheren Stellenwert ein

In den USA geben zwei Drittel der Befragten an, Wellness stärker zu priorisieren als noch ein Jahr zuvor. Mehr als ein Drittel bezeichnet Wellness als wesentlichen Bestandteil der eigenen Identität. Gesundheit und Wellness stehen bei den persönlichen Prioritäten der Befragten hinter der Familie, aber vor beruflichem Erfolg und Freundschaften.

Während die Generation Z und die Millennials weiterhin besonders hohe Wellnessausgaben aufweisen, registriert McKinsey auch bei älteren Verbrauchern Veränderungen. Unter den US-amerikanischen Babyboomern stieg der Anteil derjenigen, die Wellness priorisieren, gegenüber dem Vorjahr um elf Prozentpunkte auf 49 Prozent. Die Unternehmensberatung beschreibt bei dieser Altersgruppe Ausgaben in zusätzlichen Produktkategorien, darunter Elektrolytgetränke, Fitnessgeräte für zu Hause und Hautpflegeprodukte.

Für den US-Markt unterscheidet McKinsey fünf Verbrauchergruppen nach ihren Einstellungen und Ausgaben für Wellness. Besonders ausgabenstark sind die sogenannten Maximalist Optimizers, die 25 Prozent der Wellnessverbraucher ausmachen, aber 40 Prozent der Ausgaben verantworten. Eine weitere Gruppe, die Confident Enthusiasts, steht bei einem Verbraucheranteil von zehn Prozent für 15 Prozent der Ausgaben. Zusammen entfallen auf diese beiden Gruppen damit 55 Prozent der erfassten Wellnessausgaben.

Wirksamkeit und Preis bestimmen die Kaufentscheidungen der Verbraucher

Bei der Auswahl von Wellnessprodukten spielt die Wirksamkeit eine zentrale Rolle. Jeweils 44 Prozent der befragten US-Verbraucher nennen den Preis beziehungsweise die Wirksamkeit als wichtige Kaufkriterien. Die Qualität folgt mit 41 Prozent. Für 33 Prozent ist entscheidend, ob ein Produkt ihren spezifischen Bedürfnissen entspricht.

Gleichzeitig sieht McKinsey weiterhin ungedeckte Nachfrage. Rund 40 Prozent der weltweit Befragten erklären, dass bestehende Wellnessangebote ihre Bedürfnisse in Bereichen wie Langlebigkeit, psychische Gesundheit und Mobilität nicht ausreichend erfüllen. Dieser Anteil habe sich seit 2024 kaum verändert.

Auch das Angebot gesundheitsbezogener Konsumgüter nimmt zu. Bis September 2026 trugen 33 Prozent der neu eingeführten Produkte in ausgewählten US-Konsumgüterkategorien mindestens eine gesundheits- oder wellnessbezogene Angabe. Im Jahr 2021 lag dieser Anteil bei 24 Prozent. Berücksichtigt wurden unter anderem Getränke, Milchprodukte, Snacks, Frühstückszerealien und Kosmetikprodukte.

Anwender von GLP-1-Medikamenten berichten über veränderte Ernährungsgewohnheiten

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Auswirkungen von GLP-1-Medikamenten auf das Konsumverhalten. Die Untersuchung erfasst unter anderem Veränderungen bei der Ernährung, der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln und der körperlichen Aktivität.

Von den befragten Anwendern solcher Medikamente erklären 35 Prozent, mehr Protein zu sich zu nehmen. Weitere 19 Prozent nahmen Nahrungsergänzungsmittel in ihre Gewohnheiten auf, während 18 Prozent mit Krafttraining begannen.

McKinsey beschreibt außerdem Veränderungen in angrenzenden Konsumgüterkategorien. Die zunehmende Verbreitung von GLP-1-Medikamenten gehe mit einer Ausweitung bestimmter Bereiche einher, darunter Angebote aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie der Kosmetik. Andere Kategorien, beispielsweise Chips und herzhafte Snacks, seien dagegen geschrumpft.

Die Studie untersucht darüber hinaus die gezielte Erhöhung der Aufnahme einzelner Nährstoffe. Dazu zählen Protein, Kreatin und Ballaststoffe. Für das kommende Jahr äußern mehr Verbraucher entsprechende Absichten als noch im Vorjahr.

Verbraucher nutzen Künstliche Intelligenz für Ernährung und Gesundheitsfragen

Mehr als die Hälfte der befragten Verbraucher verwendet nach Angaben von McKinsey bereits Künstliche Intelligenz für Gesundheits- und Wellnessfragen. Zu den Anwendungen zählen Produktempfehlungen, die Zusammenfassung von Bewertungen, Rezeptvorschläge und die Planung von Mahlzeiten.

In Deutschland nutzen Verbraucher Künstliche Intelligenz der Untersuchung zufolge insbesondere für allgemeine Empfehlungen zur Lebensführung, darunter Rezeptvorschläge. In Großbritannien werden entsprechende Anwendungen vergleichsweise häufig für die Essensplanung und die Einschätzung gesundheitlicher Beschwerden eingesetzt.

Unter den befragten US-Verbrauchern, die Künstliche Intelligenz für Gesundheits- und Wellnessfragen verwenden, nutzen 46 Prozent entsprechende Anwendungen für Produkt- und Markenempfehlungen. Weitere 42 Prozent lassen Bewertungen zusammenfassen. Im Ernährungsbereich verwenden 37 Prozent KI für Rezeptvorschläge, 36 Prozent für die Essensplanung und 31 Prozent für die Erstellung von Einkaufslisten. Weitere 28 Prozent nutzen die Anwendungen zur Erfassung ihrer Kalorienaufnahme.

Die Untersuchung dokumentiert zugleich Vorbehalte gegenüber KI-generierten Informationen. 40 Prozent der US-Verbraucher befürchten, dass entsprechende Gesundheitsinformationen ungenau sein könnten. Bei Kaufentscheidungen für neue Wellnessprodukte nennen 35 Prozent Empfehlungen von Freunden und Familie als Einflussfaktor, 30 Prozent Empfehlungen medizinischer Fachkräfte und acht Prozent KI-Chatbots.

Auch bei medizinischen Fragen greifen Verbraucher auf entsprechende Anwendungen zurück. Von den befragten KI-Nutzern erklären 14 Prozent, aufgrund einer Antwort eines Chatbots vollständig auf einen Arztbesuch verzichtet zu haben. Häufiger verwendeten die Befragten Künstliche Intelligenz, um bereits erhaltene Diagnosen oder Behandlungspläne besser zu verstehen.

Saunen und neue Erholungsangebote erreichen unterschiedliche Verbrauchergruppen

Neben Ernährung und digitalen Anwendungen untersucht McKinsey die Nachfrage nach Angeboten zur körperlichen und mentalen Erholung. Dazu zählen Kälteanwendungen, der Wechsel zwischen warmen und kalten Temperaturen sowie gemeinschaftliche Saunaangebote.

In Deutschland erklären 34 Prozent der befragten Verbraucher, Saunen oder Badehäuser bereits ausprobiert zu haben oder diese gegenwärtig zu nutzen. In den USA liegt der entsprechende Anteil bei 18 Prozent.

Die Unternehmensberatung beschreibt außerdem sogenannte Social Saunas, bei denen das gemeinschaftliche Erlebnis im Mittelpunkt steht. Solche Einrichtungen bieten unter anderem gemeinschaftliche Sitzbereiche, betreute Anwendungen und Programme, die Gespräche und Kontakte zwischen Besuchern ermöglichen.

Bei den untersuchten Erholungsangeboten in den USA beabsichtigen je nach Angebot bis zu drei Viertel der bisherigen Nutzer, ihre Nutzung im kommenden Jahr beizubehalten oder auszuweiten.

Selbsttests und Gesundheitsdiagnostik gewinnen bei Verbrauchern an Bedeutung

Weitere Ergebnisse betreffen die Nutzung von Gesundheitsdaten und die gezielte Überwachung körperlicher Funktionen. McKinsey untersucht dabei unter anderem tragbare Geräte zur Erfassung biometrischer Daten, Selbsttests und diagnostische Angebote.

In den USA liegt der Anteil der Verbraucher, die speziell auf Wellness ausgerichtete tragbare Geräte verwenden, bei rund 29 Prozent. Bis zur Hälfte der Nutzer solcher Geräte bezahlt inzwischen für zusätzliche Leistungen, darunter Untersuchungen von Biomarkern.

Auch das sogenannte Biohacking gehört zu den untersuchten Entwicklungen. Dabei versuchen Verbraucher, ihre Gesundheit durch Selbstbeobachtung, Nahrungsergänzungsmittel oder eigene Versuche gezielt zu verbessern. 18 Prozent der befragten Verbraucher geben an, entsprechende Praktiken aktiv anzuwenden. Unter den Angehörigen der Generation Z beträgt der Anteil 28 Prozent.

Bei Gesundheitsdiagnostik und Selbsttests erfasst McKinsey unter anderem Laboruntersuchungen für zu Hause, bildgebende Verfahren und Biomarkeranalysen. Mehr als die Hälfte der Verbraucher, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate entsprechende Produkte oder Dienstleistungen erworben haben, beabsichtigt, ihre Ausgaben dafür im kommenden Jahr zu erhöhen.

Die Unternehmensberatung behandelt abschließend auch die Rolle von Wellnessangeboten in angrenzenden Bereichen wie Gastronomie, Reisen, Kosmetik und gemeinschaftlichen Aktivitäten. Sie empfiehlt Unternehmen unter anderem, die Wirksamkeit ihrer Angebote nachvollziehbar zu belegen und bei der Entwicklung neuer Produkte unterschiedliche Alters- und Verbrauchergruppen zu berücksichtigen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

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