Nur gut die Hälfte der Arbeitnehmer bekommt Weihnachtsgeld

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Nur gut die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland erhält einer Studie zufolge ein Weihnachtsgeld. «Am höchsten stehen die Chancen auf ein Weihnachtsgeld, wenn das Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden ist, das gilt auch und gerade in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr», berichtete am Mittwoch der Leiter des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung, Thorsten Schulten.

Nach den Daten des WSI-Internetportals «Lohnspiegel.de» bekommen insgesamt 53 Prozent aller Beschäftigten die Jahressonderzahlung. Doch sind die Unterschiede beträchtlich: 77 Prozent der Tarifbeschäftigten, aber nur 41 Prozent der übrigen Arbeitnehmer kommen laut WSI in den Genuss von Weihnachtsgeld.

«Angesichts von Einkommenseinbußen in der Krise ist das Weihnachtsgeld besonders wichtig. Millionen von Beschäftigten waren oder sind in Kurzarbeit, da ist das Weihnachtsgeld als Beitrag zur Stabilisierung der Einkommen von großer Bedeutung», betonte Schulten. In einigen Tarifbranchen wie zum Beispiel der Metall- und Elektroindustrie sei deshalb in diesem Jahr die Möglichkeit eröffnet worden, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld anteilig auf die monatlichen Einkommen zu übertragen, um im Fall von Kurzarbeit ein höheres Kurzarbeitergeld zu erhalten.

Tarifverträge gelten längst nicht für alle Arbeitnehmer. Arbeitsmarktforscher sehen seit Jahren eine «schleichende Erosion» der Tarifbindung. Nach jüngsten Daten des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiteten im vergangenen Jahr in Westdeutschland 46 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifverträgen, in Ostdeutschland nur 34 Prozent. (dpa)


 

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