Nur wenige Betriebe kürzen Jahresurlaub von Beschäftigten in Kurzarbeit

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Ein Großteil der Unternehmen in Deutschland hat einer Studie (PDF) zufolge darauf verzichtet, den Jahresurlaub von Beschäftigten in Kurzarbeit zu kürzen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg fand in seiner Untersuchung heraus, dass nur jeder neunte Betrieb Urlaubstage seiner kurzarbeitenden Mitarbeitenden strich - vor allem Unternehmen mit hohem Arbeitsanfall.

Aktuell ist noch nicht abschließend geklärt, ob Kurzarbeit zu geringeren Urlaubsansprüchen führen kann, wenn an weniger Tagen oder gar keine Arbeit geleistet wird. Der Europäische Gerichtshof hatte diese Sichtweise mit europäischen Recht vereinbar erklärt. Nach deutschem Recht gab es zuletzt unterschiedliche Urteile. Im November muss nun das Bundesarbeitsgericht entscheiden.

In einer IAB-Befragung, die für die Studie unter anderem ausgewertet wurde, gaben 34 Prozent der deutschen Unternehmen an, im vergangenen Jahr zumindest zeitweise Kurzarbeit angemeldet zu haben. Im März 2021 waren es noch etwa 22 Prozent. Der Großteil davon erklärte, dass an weniger oder gar keinen Tagen gearbeitet werde. In jedem sechsten Betrieb arbeiteten die Beschäftigten gar nicht. Dennoch kürzten nur 11 Prozent der Unternehmen den Urlaub. Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit befragt seit August 2020 regelmäßig 1500 bis 2000 Betriebe der Privatwirtschaft zu den Folgen der Corona-Pandemie.

Das Institut fand zudem heraus, dass eher größere Industriebetriebe die Urlaubstage bei Kurzarbeit reduzierten. «Das sind die Unternehmen, die die meiste Routine mit Kurzarbeit haben», erläuterte Studienautor Enzo Weber. Deshalb hätten diese mehr Erfahrung damit. Betriebe, die zum ersten Mal Kurzarbeit nutzten, wüssten dagegen möglicherweise gar nicht, dass sie den Urlaub kürzen könnten.

Selbst wenn das Bundesarbeitsgericht diese Praxis im November bestätigen sollte, rechnet Weber nicht mit einer Welle der Urlaubskürzungen. Im Moment suchten viele Branchen händeringend Arbeitskräfte, betonte der Wirtschaftsforscher. (dpa)


 

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