Tarifliche Ausbildungsvergütungen im Gastgewerbe steigen im Mittelfeld

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Die Ausbildungsvergütungen im Gastgewerbe sind im Ausbildungsjahr 2024/25 deutlich gestiegen – das zeigt eine aktuelle Analyse des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung. Vor allem in Bayern und Sachsen profitieren Auszubildende von deutlichen Aufschlägen. Dennoch bleibt die Branche im Vergleich zu anderen Sektoren weiter im unteren Mittelfeld.

Bayern mit Spitzenwert – Sachsen verbessert sich deutlich

Laut Studie verdienen angehende Fachkräfte im bayerischen Gastgewerbe mittlerweile 1.160 Euro im ersten Ausbildungsjahr. In Sachsen sind es 1.025 Euro – ein Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt Sachsen zwar noch unter dem Branchendurchschnitt, zeigt aber eine der dynamischeren Entwicklungen.

Zum Vergleich: Die höchste Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr zahlt der Öffentliche Dienst in Pflegeberufen mit 1.416 Euro. Das nordrhein-westfälische Friseurhandwerk bildet mit nur 710 Euro das Schlusslicht. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung beträgt derzeit 682 Euro – ein Betrag, der in vielen nicht-tarifgebundenen Betrieben noch immer Realität ist.

Fachkräftemangel erhöht den Druck

Die Gründe für die teils deutlichen Steigerungen im Gastgewerbe liegen auf der Hand: Der anhaltende Fachkräftemangel zwingt viele Arbeitgeber, attraktivere Bedingungen zu schaffen. Die tarifliche Ausbildungsvergütung im bayerischen Gastgewerbe legte im Jahresvergleich um 5,6 Prozent zu, in Sachsen immerhin um 3 Prozent. Damit liegt die Branche im bundesweiten Durchschnitt (6,4 Prozent), bleibt jedoch hinter Spitzenreitern wie dem Backhandwerk (18,6 Prozent) zurück.

„Besonders in personalintensiven Branchen wie dem Gastgewerbe sind faire Ausbildungsbedingungen ein Schlüssel, um junge Menschen für die Branche zu gewinnen“, betont Prof. Dr. Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs.

Ost-West-Gefälle bleibt – aber sinkt

Die Studie zeigt auch: Das Gefälle zwischen Ost und West ist zwar weiterhin spürbar, schrumpft jedoch. Während im Bauhauptgewerbe zwischen Ost und West bis zu 200 Euro Unterschied liegen, beträgt die Differenz im Gastgewerbe "nur" noch rund 135 Euro. Die Entwicklung in Sachsen zeigt, dass tarifpolitische Maßnahmen wirken – vorausgesetzt, sie werden umgesetzt.

Tarifbindung macht den Unterschied

Besonders problematisch ist die Lage laut WSI dort, wo keine Tarifbindung besteht. Hier liegt die Ausbildungsvergütung oft nur bei der gesetzlichen Untergrenze. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb eine Anhebung der Mindestausbildungsvergütung auf mindestens 834 Euro pro Monat – das wären 80 Prozent des tariflichen Durchschnitts.

Fazit für das Gastgewerbe

Für Hoteliers und Gastronomen bedeutet die Studie eine klare Botschaft: Wer auf Nachwuchs setzen will, muss attraktivere Rahmenbedingungen schaffen – nicht nur bei der Bezahlung, sondern auch bei der Tarifbindung. Die Branche kann in Sachen Vergütung aufholen – sie muss es aber auch, wenn sie ihre Zukunft sichern will.
 


 

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