Thüringen: Corona erschüttert Gastgewerbe

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Die Corona-Krise hat das Gastgewerbe und den Thüringen-Tourismus innerhalb weniger Tage wirtschaftlich abstürzen lassen. Im März sank der Umsatz in Hotels und Pensionen real um 51,5 Prozent, in Restaurants und Kneipen waren es 33,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte. Der Rückgang fiel dramatisch aus, obwohl die Einschränkungen in der Gastronomie erst in der zweiten Märzhälfte zum Tragen kamen, sagte der Präsident des Landesamtes, Holger Poppenhäger. Der Einbruch im April werde daher noch deutlicher erwartet.

Das Landesamt legte erstmals eine Datenauswertung zur Corona-Krise vor, der weitere folgen sollen. Damit werden die Auswirkungen der Pandemie und der Einschränkungen zur Eindämmung der Infektionsgefahr erstmals auch anhand von Daten sichtbar. Poppenhänger verwies darauf, dass die verschiedenen Wirtschaftsbereiche unterschiedlich betroffen waren.

Der Einzelhandel und das Bauhauptgewerbe konnten im ersten Quartal ein Umsatzplus von 2,2 beziehungsweise 6,3 Prozent vermelden, in der Industrie lag das Minus bei 2,9 Prozent. «Insgesamt trifft die Corona-Pandemie die Thüringer Wirtschaft stark», sagte Poppenhäger. «Wir hoffen aber, in bestimmten Bereichen mit einem blauen Auge davonzukommen.»

Der Stillstand in den letzten Märztagen verhagelte dem Gastgewerbe, das Arbeitgeber für einige zehntausend Menschen ist, das gesamte ersten Quartal. Der Umsatzrückgang belief sich auf 16,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Davon waren Hoteliers mit einem Umsatzminus von 26,4 Prozent noch stärker betroffen als Gastronomen mit minus 10,6 Prozent.

Manche Gaststätten und Restaurants hatten versucht, einen Teil der Einbußen nach der verordneten Schließung durch den Außerhausverkauf einzudämmen. Seit Mitte Mai kann das Gastgewerbe wieder Menüs servieren und Übernachtungsbuchungen annehmen.

Die Zahl der gebuchten Übernachtungen in den Thüringer Hotels lag im März bei 336 000 - das waren halb so viele wie im März 2019. Besonders hoch war der Rückgang beim Städtetourismus, wo zwei Drittel weniger Übernachtungen gebucht wurden. In der Rhön fiel der Einbruch mit etwa einem Drittel geringer aus.

Thüringen will das Gastgewerbe, aber auch die Reisebranche angesichts der entgangenen Einnahmen unterstützen. Das Corona-Hilfspaket des Landes, das derzeit im Landtag beraten wird, sieht dafür nach bisherigen Angaben rund 65 Millionen Euro vor. In den vergangenen Tagen hatten vor allem Vertreter von Reisebüros und Reisebusunternehmen mit Demonstrationen auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht.

(dpa)


 

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