Umfrage: Mehrheit der Reisenden nutzt derzeit keine KI-Chatbots für Planung

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Eine Umfrage von Evaneos und YouGov unter 1.551 Personen zeigt laut Mitteilung, dass KI-Chatbots bei der Reiseplanung bislang nur begrenzt genutzt werden. Demnach geben 75 Prozent der Befragten an, noch nie einen KI-Chatbot für die Planung einer Reise eingesetzt zu haben.

Mehrheit der Befragten hat bislang keine KI genutzt

Nach Angaben der Veranstalter zeigt sich die Zurückhaltung besonders in älteren Altersgruppen. So hätten 88 Prozent der über 55-Jährigen und 79 Prozent der 45- bis 54-Jährigen bisher keine Reise mithilfe von künstlicher Intelligenz geplant. Auch eine zukünftige Nutzung schließen viele aus: 39 Prozent der Befragten können sich laut Umfrage nicht vorstellen, künftig auf KI zurückzugreifen.

Auch in jüngeren Altersgruppen bleibt die Nutzung laut Mitteilung begrenzt. So hätten 66 Prozent der 35- bis 44-Jährigen sowie jeweils 55 Prozent der 25- bis 34-Jährigen und der 18- bis 24-Jährigen noch keine KI für die Reiseplanung verwendet. Gleichzeitig geben 36 Prozent aller Befragten an, sich eine Nutzung künftig vorstellen zu können.

Nutzer sehen Zeitersparnis, äußern aber Zweifel an Verlässlichkeit

Unter denjenigen, die KI bereits eingesetzt haben, nennen laut Umfrage 80 Prozent eine Zeitersparnis, 70 Prozent eine Reduzierung des Planungsaufwands und 66 Prozent eine geringere Stressbelastung als Gründe für die Nutzung.

Die Anwendung erfolgt nach Angaben der Befragten vor allem unterstützend. Genutzt werde KI insbesondere für allgemeine Informationen zu Reisezielen (50 Prozent), Inspiration (43 Prozent) sowie die Planung von Tagesabläufen (37 Prozent). Befragte ohne bisherige Nutzung würden KI vor allem für Preisvergleiche (64 Prozent) und kompakte Informationen (59 Prozent) einsetzen.

Gleichzeitig äußern viele Teilnehmer laut Umfrage Zweifel an der Verlässlichkeit von KI. So geben 47 Prozent an, Informationen nicht für zuverlässig zu halten. Weitere genannte Bedenken betreffen fehlende Verantwortungsübernahme (43 Prozent), Datenschutz (35 Prozent) und Sicherheitsaspekte bei Empfehlungen (25 Prozent).

Persönliche Beratung wird weiterhin häufig bevorzugt

Neben der Nutzung von KI wurde auch die Rolle persönlicher Beratung untersucht. Laut Mitteilung empfinden 33 Prozent der Befragten persönliche Beratung als entlastender als KI, während 31 Prozent beide Optionen als gleichwertig ansehen.

Besonders Familien mit Kindern greifen demnach häufiger auf persönliche Beratung zurück. Hier geben 40 Prozent an, diese als hilfreicher zu empfinden als KI. Auch unter den 18- bis 34-Jährigen sagen 33 Prozent, dass persönliche Beratung für sie entlastender sei.

Menschliche Expertise bleibt bei komplexen Reisen gefragt

Die Umfrage zeigt laut Angaben von Evaneos und YouGov zudem, dass menschliche Expertise insbesondere bei komplexeren Reiseentscheidungen bevorzugt wird. So setzen 38 Prozent der Befragten bei Empfehlungen für weniger bekannte Orte auf persönliche Beratung. Weitere Bereiche sind unsichere Reiseziele (29 Prozent), komplexe Reiserouten (28 Prozent) sowie Fernreisen oder unbekannte Länder (28 Prozent).

Aurélie Sandler, Co-CEO von Evaneos, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „KI ist kein Allheilmittel. Aus unserer Sicht sollte künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug eingesetzt werden, nicht als Ersatz für menschliche Expertise. KI kann Prozesse wie Buchungen oder Empfehlungen effizienter gestalten. Entscheidend bleibt jedoch das Feingefühl für individuelle Bedürfnisse und die Kenntnis lokaler Besonderheiten, etwa persönliche Geheimtipps, die sich nicht über Suchmaschinen erschließen lassen. Der zwischenmenschliche Kontakt bleibt zentral, um authentische und maßgeschneiderte Reisen zu ermöglichen.“

Ergebnisse zeigen parallele Nutzung von KI und persönlicher Beratung

Zusammenfassend ergibt sich laut Mitteilung ein Bild, in dem KI vor allem ergänzend eingesetzt wird, während endgültige Entscheidungen häufig weiterhin überprüft werden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI-Anwendungen bislang vor allem für vorbereitende Schritte genutzt werden, während persönliche Beratung bei spezifischen Anforderungen eine Rolle spielt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September wieder unter die Drei-Millionen-Grenze gefallen. Dennoch fällt die Herbstbelebung in diesem Jahr schwach aus.

Destatis meldet für 2025 einen Anteil von 56 Prozent Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte unter Köchen. Im gastronomischen Service lag er bei 47 Prozent, im Hotelservice bei 40 Prozent.

Die Unternehmen in Deutschland treten beim Stellenabbau auf die Bremse. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts ist den dritten Monat in Folge gestiegen. Eine echte Erholung sei aber noch nicht in Sicht, so das Institut.

Wer in den Feierabend geht, möchte bis zur nächsten Schicht nicht über die Arbeit nachdenken. Doch was passiert, wenn in der Zwischenzeit eine wichtige Nachricht eingeht? Müssen Arbeitnehmer diese auch außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit beantworten?

„Nachhaltiges Hotel“, „umweltfreundliches Frühstück“ oder „klimaneutrale Übernachtung“: Seit dem 27. September gelten strengere Vorgaben für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Hotels und Restaurants sollten ihre Werbung auf Websites, in Buchungsstrecken, auf Speisekarten und in weiteren Materialien überprüfen.

Eine NGG-Sonderauswertung des DGB-Ausbildungsreports 2026 weist auf hohe psychische Belastungen und Überstunden unter Auszubildenden im Hotel- und Gastgewerbe hin. Die Gewerkschaft bewertet die Zahlen kritisch und verweist auf Personalmangel und Arbeitsverdichtung.

37 Prozent der Menschen ab 14 Jahren nutzen KI-Onlinetools mindestens wöchentlich, nach 22 Prozent im Vorjahr. Die ARD/ZDF-Medienstudie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

Prompten, recherchieren, automatisieren: Wie wichtig wird Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt? Einer repräsentativen Umfrage der IU Internationalen Hochschule in Erfurt zufolge erwarten etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden, dass KI-Kompetenzen wichtige Voraussetzung für den Jobeinstieg werden. 

Das Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 laut DATEV ein Umsatzplus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Löhne stiegen in der Branche.

Viele Bewerber wünschen sich individuelle und zeitnahe Absagen, erleben einer Umfrage zufolge jedoch häufig Standardformulierungen, lange Wartezeiten oder ausbleibende Rückmeldungen. Eine schlechte Absage habe bei 65,0 Prozent zur Folge, dass sie sich nicht erneut bei dem betreffenden Arbeitgeber bewerben würden.