Umfrage: Welle von Lohnerhöhungen durch Mindestlohn

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Tausende Unternehmen berichten einer DIHK-Umfrage zufolge über Lohnerhöhungen wegen des gestiegenen Mindestlohns. Zum ersten Januar war die gesetzliche Lohnuntergrenze auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben worden. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hatte 15.000 Betriebe nach den Auswirkungen gefragt. Ergebnis: Jedes zweite Unternehmen ist nach eigenen Angaben direkt oder indirekt betroffen, dabei jedes vierte direkt wegen Löhnen, die zuvor unter der Mindestlohnschwelle lagen.

Besonders in Gastronomie steigen Löhne

In der Gastronomie beschäftigt laut den Ergebnissen, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegen, sogar jeder zweite Betrieb Angestellte zum Mindestlohn. Im Einzelhandel stiegen bei 38 Prozent die Löhne und damit laut DIHK auch die Arbeitskosten. In der Bauwirtschaft sind im Vergleich dazu nur 17 Prozent betroffen. 

Der DGB verwies darauf, dass gerade Einzelhandel und Gastronomie seit Jahren gute Löhne per Tarif verweigerten. «Jetzt so zu tun, als brächte der höhere Mindestlohn den Untergang des Abendlandes mit sich und müsste zu Sozialeinschnitten führen, ist einfach nur schäbig», kritisierte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. 

DIHK: Die gesamte Lohnstruktur verändert sich

Über alle Branchen hinweg geben laut DIHK 40 Prozent der Befragten an, auch die Löhne in höheren Lohngruppen anzuheben. In der Industrie ist es sogar fast jeder Zweite. «Eine Mindestlohnerhöhung verändert die gesamte Lohnstruktur, und zwar nicht nur in den unteren Lohngruppen», sagte DIHK-Präsident Peter Adrian. «Etliche Arbeitgeber sehen sich veranlasst, auch Löhne, die über dem Mindestlohn liegen, anzupassen, um einen entsprechenden Abstand zum Mindestlohn beizubehalten.»

Preissteigerungen bei zwei von fünf Unternehmen

Um steigende Personalkosten auszugleichen, planen laut der Umfrage rund 40 Prozent der Unternehmen, ihre Preise zu erhöhen. 13 Prozent gaben an, Personal abbauen zu wollen, im Einzelhandel und im Gastgewerbe sogar über 20 Prozent.

Adrian wertete die Effekte für die Unternehmen negativ. «Die Mindestlohnerhöhung und steigende Sozialabgaben treiben die Arbeitskosten weiter in die Höhe.» Das bremse Investitionen und Investoren aus. Der DIHK-Präsident rief die Politik zum Gegensteuern auf. So solle sie «Fehlanreize zur Frühverrentung» abbauen und das Renteneintrittsalter an die Entwicklung der Lebenserwartung anpassen.

2027: Mindestlohn steigt auf 14,60 Euro

Bis Ende 2025 hatte ein Mindestlohn von zuletzt 12,82 Euro gegolten. Anfang 2027 soll der Mindestlohn weiter auf 14,60 Euro steigen. Parallel zur Mindestlohnerhöhung war auch die Obergrenze für sogenannte Minijobs angehoben worden. Diese erhöhte sich ab Januar von 556 auf 603 Euro im Monat. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro und anschließend zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Der DEHOGA Bundesverband hat die daraus resultierenden Effekte, insbesondere auf die Arbeitsverhältnisse im Gastgewerbe, analysiert und bewertet.

Softwareplattformen und Finanzexperten schlagen Alarm: Die Nutzung Künstlicher Intelligenz hat zu einem signifikanten Anstieg ultrarealistischer, gefälschter Spesenbelege in Unternehmen geführt. Während Spesenbetrug kein neues Phänomen ist, ermöglichen es aktuelle KI-Modelle, täuschend echte Fälschungen ohne technische Vorkenntnisse zu erstellen.

Die neuesten Daten der Bundesagentur für Arbeit zum Oktober 2025 zeigen eine saisonale Entspannung der Arbeitslosenzahlen. Dennoch deuten die anhaltend schwache Beschäftigungsentwicklung und eine geringe Nachfrage nach neuem Personal auf eine fortgesetzte wirtschaftliche Zurückhaltung hin.

Am 11.11. ist es so weit: Die närrische Jahreszeit beginnt. In Köln, Düsseldorf und Mainz wird dann wieder intensiv gefeiert. Eine Studie zeigt: Das jecke Treiben macht auch der Wirtschaft Freude.

Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist nicht wirksam, wenn sie lediglich per WhatsApp verschickt wird. Obwohl der Messengerdienst oft für die interne Kommunikation in Unternehmen genutzt wird, genügt er nicht den gesetzlichen Anforderungen für die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses.

In der deutschen Wirtschaft besteht angesichts einer verbesserten Stimmung in den Führungsetagen der Unternehmen weiter Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung. Im Oktober stieg das Ifo-Geschäftsklima um 0,7 Punkte auf 88,4 Punkte.

Die einen bleiben für die Karriere, die anderen gehen für den Aufstieg. Beide Wege können eine kluge Entscheidung sein – und beide bringen auch Risiken mit sich. Wann ist der Wechsel die bessere Wahl? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten. 

Die Bürgerinnen und Bürger in München haben in einem Bürgerentscheid mit deutlicher Mehrheit für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044 votiert. Mit einem vorläufigen Endergebnis von 66,4 Prozent der Stimmen unterstützte eine klare Zwei-Drittel-Mehrheit die Initiative.

Der Arbeitsmarkt braucht Fachkräfte und bei Frauen schlummern Potenziale. Eine Maßnahme der Bundesregierung wäre nach wissenschaftlicher Einschätzung aber vor allem auf Männer gerichtet.

Die Mehrheit der Deutschen bezahlt nicht mehr bar. Eine aktuelle Studie enthüllt die Präferenzen an der Kasse und zeigt ein gesteigertes Interesse an unabhängigen, europäischen Bezahlsystemen.