Umsatzeinbußen und steigende Kosten belasten bayerisches Gastgewerbe

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Die bayerische Hotellerie und Gastronomie sieht sich weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Eine aktuelle Umfrage des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bayern) zeigt, dass viele Betriebe mit sinkenden Umsätzen und stark gestiegenen Kosten zu kämpfen haben.

Nach den Umfrageergebnissen verzeichneten bayerische Gastronomiebetriebe im Juli 2025 einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für den Zeitraum von Januar bis Juli 2025 lag das Minus bei 8,6 Prozent. Gleichzeitig sind die Betriebskosten deutlich gestiegen. So erhöhten sich die Arbeitskosten seit Januar 2022 um 34,4 Prozent, die Lebensmittelpreise um 27,1 Prozent und die Preise für alkoholfreie Getränke um 33,7 Prozent. Zusätzlich wird der Mindestlohn zum 1. Januar 2026 um 8,4 Prozent angehoben, was die Personalkosten weiter steigen lässt.

In einer Stellungnahme verdeutlichte Angela Inselkammer, die Präsidentin des DEHOGA Bayern, die Situation: „Die Kosten explodieren, die Gäste sind preissensibler, die Umsätze sinken. Die aktuellen Belastungen bringen viele Betriebe an ihre Grenzen.“

Verband fordert Mehrwertsteuer-Booster

Der DEHOGA Bayern fordert vor diesem Hintergrund eine baldige gesetzliche Festschreibung der 7-Prozent-Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie. Diese Maßnahme sei entscheidend, um die Existenz der Betriebe zu sichern und die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stützen. „Die einheitlich 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Essen sind überlebenswichtig“, betont Inselkammer und ergänzt: „Die Politik muss die im Koalitionsvertrag angekündigten Verbesserungen umsetzen. Der Herbst 2025 muss zum Herbst des Handelns werden.“

Eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer würde den Betrieben laut Umfrageergebnissen Spielräume für ihre Preisgestaltung geben und es ihnen ermöglichen, in Mitarbeiter, Modernisierung und Wachstum zu investieren. Über 86 Prozent der Befragten erwarten durch die Maßnahme eine Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Lage. Fast drei Viertel (73,6 Prozent) sehen die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu sichern oder neu zu schaffen. Auch Investitionen in Modernisierung und Digitalisierung stünden für 73,0 Prozent der Gastronomen wieder im Fokus.

Existenznöte und enttäuschte Sommerhoffnungen

Die Umfrage verdeutlicht die existenzielle Not vieler Unternehmen. Knapp 40 Prozent der Betriebe befürchten für das Jahr 2025 Verluste. Zudem konnten drei Viertel (75,4 Prozent) der Befragten in den letzten Jahren notwendige Investitionen nicht tätigen, um ihre Betriebe zukunftsfähig zu halten. Auch die touristische Belebung der Sommermonate August und September bleibt hinter den Erwartungen zurück: 29,0 Prozent der Betriebe bewerten ihre Buchungs- und Reservierungslage als schlecht oder sehr schlecht.

Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen auch die weitreichende Bedeutung der Gastronomie für die regionale Wirtschaft. Gastronomiebetriebe sind wichtige Auftraggeber für das lokale Handwerk, Produzenten und Dienstleister. Laut Umfrage vergeben 87,1 Prozent der Betriebe Aufträge an regionale Fleischer und Metzger, 86,3 Prozent an regionale Getränkehersteller und 81,3 Prozent an Handwerksbetriebe aus der Umgebung.

Inselkammer fordert von der Politik nicht nur die Mehrwertsteuersenkung, sondern auch eine „echte Reformoffensive“ mit Bürokratieabbau, flexiblen Arbeitszeiten und spürbaren Entlastungen für mittelständische Betriebe.


 

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