Wellness-Nachfrage in Deutschland: Nähe, Region und Einkommen entscheiden

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Der Wunsch nach bewusster Erholung und dem Einbau kurzer Auszeiten in den Alltag nimmt bei Stadtbewohnern zu. Vor diesem Hintergrund hat der Veranstalter Fit Reisen das Suchverhalten in den 200 größten deutschen Städten untersucht, um die tatsächliche Nachfrage nach Wellnessangeboten zu analysieren. Die Auswertung von rund 370 Wellness-Begriffen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl zeigt, dass die Nähe zu Angeboten, regionale Gegebenheiten und das Einkommen entscheidende Faktoren für das Suchinteresse sind. Überraschend ist, dass Wellness in Deutschland kein Großstadtphänomen darstellt.

Regionale Unterschiede: Süden und Westen dominieren die Suche

Die Analyse deckt ein deutliches Nord-Süd- sowie ein West-Ost-Gefälle auf. Das größte Pro-Kopf-Interesse an Wellness zeigen Städte in Baden-Württemberg: Leonberg, Sindelfingen und Friedrichshafen sind die Spitzenreiter. Diese Städte liegen in wohlhabenden Regionen und in der Nähe etablierter Wellness-Infrastruktur, was sich im Suchverhalten widerspiegelt. Im Gegensatz dazu weisen Metropolen wie Berlin, Bremen und Essen das geringste Suchvolumen pro Kopf auf.

Betrachtet man die regionalen Blöcke, wird der Trend offensichtlich: Im Süden wird demnach rund 47 Prozent häufiger nach Wellness gesucht als im Norden. Der Westen übertrifft den Osten um etwa 51 Prozent. Generell zeigen kleinere Städte oftmals ein stärkeres Suchinteresse als große Ballungsräume. Die regionalen Unterschiede lassen die Vermutung zu, dass neben Einkommensunterschieden auch die lokal verfügbare Infrastruktur eine wesentliche Rolle spielt.

Beliebte Destinationen: Regionale Präferenz und Thermen an der Spitze

Städter suchen in erster Linie Angebote in ihrer näheren Umgebung. Dies belegt die hohe Relevanz regionaler Angebote. Die beliebtesten Naturregionen für Erholungssuchende sind der Schwarzwald, das Allgäu und der Harz. Diese Regionen zeichnen sich durch eine hohe Dichte an Wellnesshotels und naturnahen Entspannungsräumen aus. Die Suchmuster sind geografisch klar zuordenbar: Menschen aus Offenburg, Rastatt und Lörrach suchen häufig nach Wellness im Schwarzwald. Das Allgäu ist vor allem für Neu-Ulm, Schwäbisch Gmünd und Friedrichshafen relevant. Der Harz wird primär von Braunschweig, Hannover und Wolfenbüttel nachgefragt.

Bei den Städten führt Köln als meistgesuchte urbane Wellness-Destination, gefolgt von Oberhausen und Berlin. Auch hier ist die Nähe entscheidend: Köln wird vorwiegend von Pulheim und Hürth aus gesucht, Oberhausen von Mülheim an der Ruhr und Dinslaken, und Berlin von Potsdam und Brandenburg an der Havel.

Die am häufigsten gesuchten Umgebungen sind Thermen, die vor Wellnesshotels, Day Spas und Saunalandschaften liegen. Dies deutet auf den Wunsch nach unmittelbarer Entspannung in kurzer Entfernung hin. Zudem liegt das Suchvolumen für Wellness in den Bergen rund 18 Prozent höher als für Angebote am Meer.

Aufenthaltsdauer und Zielgruppen: Der kurze Ausflug dominiert

Die meisten Suchanfragen beziehen sich auf kurze Aufenthalte. Der Wellnesstag liegt an der Spitze der beliebtesten Aufenthaltsdauern und unterstreicht die Beliebtheit spontaner Kurzent-spannung. Darauf folgen zwei bis fünf Tage in absteigender Reihenfolge. Die größte Zielgruppe sind Paare. Am häufigsten wird nach „Wellness für Paare“ gesucht, gefolgt von Anfragen zu „Wellness mit Kindern“ und „Wellness mit Hund“.


 

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