Weltweite Reisewarnung: Was gilt jetzt für Stornierungen von Hotels, Reisen und Flügen?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Mit der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes müssen Pauschalreisen in der nächsten Zeit nun kostenlos storniert werden. Ein kostenfreier Rücktritt der gesamten Reise bei kurz bevorstehenden Pauschalreisen ins Ausland sei mit der Reisewarnung nun möglich, informiert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Eine Reisewarnung sei reiserechtlich ein starkes Indiz für ein unvermeidbares, außergewöhnliches Ereignis.

Das heißt: Reiseveranstalter müssen ihren Kunden nun den Reisepreis erstatten. Allerdings warnt die Branche vor existenzgefährdeten Belastungen. Durch die weltweite Reisewarnung werde die Stornierung von Reisen erzwungen, so der Deutsche Reiseverband. Die erforderliche Liquidität für die Erstattungen sei aber vielfach nicht vorhanden. Der Verband fordert daher staatliche Beihilfen.

Gleiches dürfte auch für Hotelübernachtungen gelten. Der Hotelverband Deutschland teilt mit: „Durch die mit der Bundesregierung koordinierte, temporäre Untersagung touristischer Hotelaufenthalte durch mittlerweile alle Bundesländer und mit dem Inkrafttreten weitgehender Reisebeschränkungen rechtlicher und faktischer Natur stellt sich aus unserer Sicht die Rechtslage bei Stornierungen von Hotelbuchungen wie folgt dar: Für touristische Übernachtungen im Untersagungszeitraum ist aufgrund eingetretener Unmöglichkeit von einem beidseitigen Recht auf kostenfreie Stornierung auszugehen. Für touristische Hotelaufenthalte, die vor dem Untersagungszeitraum begonnen haben oder nach dem Untersagungszeitraum enden, kann der Hotelier grundsätzlich anteilige Stornokosten für die nicht betroffenen Zeiträume verlangen. Anders sieht die Rechtslage bei weiterhin zulässigen geschäftlich / beruflich veranlassten Hotelbuchungen aus. Der Hotelier kann auf Zahlung der vereinbarten Übernachtungskosten bestehen (abzüglich der ersparten Aufwendungen).“

Derzeit wird der internationalen Flugverkehr heruntergefahren. Fluggesellschaften stellen die meisten Verbindungen ein. Wird ein Flug annulliert, bekommen Passagiere den Ticketpreis erstattet. Allerdings sind die üblichen Rechte auf Erstattungen bei Flugstreichungen oder Verspätungen für die Airlines nach Angaben des Welt-Airlineverbandes IATA aktuell aus finanziellen Gründen problematisch.

Viele Airlines bieten auch kostenlose Umbuchungen auf einen späteren Zeitpunkt an. Für den seltenen Fall, dass die gebuchte Flugverbindung aufrecht erhalten bleibt, gilt: Wer von sich aus storniert, bekommt nur Steuern und Gebühren zurück, wie Juristin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei Karimi erklärt. (Mit Material der dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Dürfen Arbeitgeber Ungeimpften den Zugang zum Betrieb verbieten?

Immer mehr Menschen sind gegen Corona geimpft. Jetzt stellt sich die Frage: Können Arbeitgeber den Zugang zum Betrieb verweigern, wenn ihre Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer nicht geimpft sind? Oder den Lohn verweigern?

Erstes Quartal 2021: Gut zwei Drittel weniger Übernachtungen als im Vorjahr

Von Januar bis März 2021 konnten die Beherbergungsbetriebe insgesamt 22,6 Millionen Übernachtungen verbuchen. Das waren 68,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Liste der Corona-Risikogebiete in Deutschland

In Deutschland bleiben Corona-Neuinfektionen weiter auf hohem Niveau. Die Auflistung zeigt die Städte und Regionen, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen über 50 gelegen haben. (Stand 10.5.2021, morgens, ohne Gewähr)

Meeting- & Event-Barometer 2020/2021 veröffentlicht

Der "Meeting- & Event-Barometers 2020/2021“ ist erschienen. Die zentralen Kennzahlen zum Markt von Tagungen, Kongressen und Events in Deutschland im Jahr 2020 zeigen, wie sich die Veranstaltungswelt durch die Corona-Pandemie wandelt.

Zahl der Kurzarbeiter sinkt – außer im Gastgewerbe

Die Zahl der Kurzarbeiter ist im April um 10 Prozent gesunken, von 3,0* auf 2,7 Millionen Menschen. Das schätzt das ifo Institut. Unverändert hoch bei 53,2 Prozent oder 565.000 der Beschäftigten liegt allerdings die Zahl der Kurzarbeiter im Gastgewerbe.

Dax-Konzerne wollen Geschäftsreisen drastisch reduzieren

Laut einer Handelsblatt-Umfrage planen viele deutsche Großkonzerne künftig deutlicher weniger Geschäftsreisen. Stattdessen sollen Videokonferenzen zum Standard in der Geschäftswelt werden. Bayer will die Reiseaktivitäten in Zukunft sogar um 50 Prozent reduzieren – im Vergleich mit 2019.

Hunderttausende Minijobber in der Gastronomie verlieren Arbeit

Beim Blick auf den Arbeitsmarkt werden die von der Corona-Pandemie aufgeworfenen Probleme immer offensichtlicher. 550.000 Minijobber verloren ihre Arbeit in der Pandemie, die Hälfte davon allein in der Gastronomie.

Sachsen: Corona verschärft Nachwuchsmangel

Die Corona-Pandemie verschärft neben dem Fachkräftemangel auch die Suche nach Nachwuchskräften im Gastgewerbe Sachsens. Nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbandes vom Mittwoch wurden 2020 landesweit 7,2 Prozent weniger Lehrverträge geschlossen.

Bayern: AOK meldet weniger Krankmeldungen im Coronajahr

Die Corona-Pandemie hat einen auf den ersten Blick eigenartigen Effekt auf die Gesundheit der bayerischen Bürger: Die AOK meldete am Mittwoch einen starken Rückgang der Krankmeldungen im vergangenen Jahr von fast 13 Prozent.

Facebook verliert die Jugend

2,8 Milliarden monatlich aktive Nutzer, 86 Milliarden US-Dollar Umsatz, 29 Milliarden US-Dollar Gewinn - 2020 war für Facebook zweifellos ein gutes Jahr. Doch bei den Jüngeren verliert das größte soziale Netzwerk der Welt weiter an Popularität.