Zugpersonal wird häufiger angegriffen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die körperlichen Angriffe auf Lokführer und Zugbegleiter haben einer Umfrage zufolge zugenommen. Im Berufsjahr 2018 sah sich ein Zugbegleiter demnach im Schnitt zwei Angriffen auf die eigenen Person ausgesetzt, bei Lokführern war es im Schnitt eine Attacke pro Jahr, wie aus der Untersuchung der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hervorgeht, die sie am Dienstag vorgestellt hat. Bei einer ähnlichen Umfrage, die Jahre zuvor für das Jahr 2015 durchgeführt wurde, waren es bei Lokführern noch 0,74 Angriffe und bei Zugbegleitern 1,5.

Die nun ausgewertete Befragung war bereits im Frühjahr 2019 durchgeführt worden. Teilgenommen hatten rund 2.500 Beschäftigte von Eisenbahn-Unternehmen, die dafür einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen mussten. Lokführer bildeten dabei mit zwei Dritteln die größte Gruppe, Zugbegleiter stellen wiederum ein Drittel der Befragten. In geringem Umfang nahmen auch andere Berufsgruppen wie Bordgastronomen oder das Sicherheitspersonal an der Umfrage teil.

Aufgrund ihres direkten Kontakts zu den Fahrgästen sahen sich die Zugbegleiter in deutlich höherem Umfang Beleidigungen ausgesetzt als die Lokführer. Mehr als 97 Prozent äußerten sich als betroffen. Im Schnitt berichteten sie von mehr als 35 Beleidigungen pro Arbeitsjahr. Bei den Lokführern war es weniger als die Hälfte. Doch auch hier berichteten 85 Prozent von solchen Vorkommnissen.

«Das ist ein unhaltbarer Zustand, der mit allen Mitteln schnellstmöglich verbessert werden muss. Unsere Kolleginnen und Kollegen werden bisher nicht ausreichend geschützt», teilte GdL-Chef Claus Weselsky am Dienstag bei der Präsentation der Umfrage mit. Vor allem mit Blick auf Vorsorge sowie der Betreuung der Arbeitgeber nach solchen Ereignissen müsse sich dringend etwas ändern.

Bei der Deutschen Bahn wurden im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge 2.550 Angriffe auf Mitarbeiter registriert und damit gute 60 weniger als noch 2018. «Jeder Angriff ist einer zu viel», teilte der bundeseigene Konzern am Dienstag mit. «Deeskalationstrainings gehören zur regelmäßigen Fortbildung von 20.000 Bahnmitarbeiter mit direktem Kundenkontakt.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Zahl neuer Ausbildungsverträge in Deutschland ist laut Dehoga Bundesverband gesunken. Gleichzeitig verzeichnet der Beruf „Fachkraft Küche“ steigende Neuabschlüsse.

Verlässlich wird zweimal im Jahr an den Uhren gedreht, um zwischen Sommer- und Winterzeit zu wechseln. Obwohl Kritiker ebenso verlässlich zweimal pro Jahr aufschreien, stockt das Abschaffungsprojekt.

Kaviar galt lange als luxuriöses Finish. Doch Spitzenköche entdecken ihn neu – als intensiven Geschmacksträger, der von Tatar bis Dessert überraschende Akzente setzt.

Kaviar glänzt wie ein Edelstein – oder entpuppt sich als teurer Reinfall. Welche Sorten jetzt im Trend sind und woran man Abzocke beim Kaviar-Kauf erkennt, verrät Delikatessenprofi Ralf Bos, der sagt: «Kaviar ist das exklusivste Lebensmittel der Welt».

Tischreservierung im Restaurant per Telefon? Das erledigen viele gern schnell übers Formular auf der Website. In der Praxis beim Arzt anrufen? Dafür gibt es doch nun Doctolib und Co. Doch ist das Telefonieren wirklich so im Niedergang, wie behauptet wird?

Im Gastgewerbe hat ein relevanter Teil der Beschäftigten im Jahr 2024 Nachtarbeit geleistet. 13,9 Prozent der Erwerbstätigen in der Gastronomie arbeiteten zumindest gelegentlich zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis des Mikrozensus 2024 hervor.

Wie viel kostet die Kugel in diesem Jahr? Die Preise an der Eistheke sind ein wiederkehrendes Reizthema. Dabei steht Deutschland noch gut da, sagen Branchenvertreter.

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 56 Prozent der Beschäftigten, die mobil kommunizieren müssen, in Deutschland ein Diensthandy nutzen. Gleichzeitig steigt die Erlaubnis zur privaten Mitnutzung der Geräte deutlich an.

Im Gastgewerbe lag die Tarifbindung 2025 bei 23 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt. Laut Destatis bleibt die Branche im Vergleich zu anderen Bereichen weiterhin am unteren Ende.

Tastengeklapper, Telefonate, Lüftungsgeräusche - das klingt nach simplem Büroalltag, kann aber Schmerzen verursachen. Wieso das so ist und wie wichtig Lärmschutz auch am Schreibtisch ist.