2-Sterne-Koch Dirk Luther: Ein Koch für Königinnen und Kanzlerinnen

| Gastronomie Gastronomie

Hoch im Norden in Glücksburg an der Flensburger Förde steht Dirk Luther im Gourmetrestaurant Meierei im Vitalhotel Alter Meierhof am Herd. Seine klassisch französische Küche wird nicht nur vom Guide Michelin seit 2008 durchgängig mit zwei Sternen und vom Gault Millau mit 18 Punkten geadelt, er kocht auch für Königinnen und Kanzlerinnen: Anlässlich eines Abendessens, zu dem Ministerpräsident Daniel Günther als Bundesratspräsident am Tag vor der Deutschen Einheit auf die MS Princess eingeladen hatte, zauberte der 2-Sternekoch in Kiel ein 3-Gänge-Menü. Zu dem Abendessen waren rund 30 Gäste geladen, darunter auch Bundeskanzlerin Merkel. Zuvor durfte er bereits die dänische Königin Marghrete II bewirten. 

„Grundsätzlich koche ich für alle meine Gäste mit der gleichen Hingabe und Perfektion. Das ist für mich selbstverständlich. Aber ich gebe zu, dass ich in diesem Fall doch etwas angespannter war als sonst. Am Ende hat alles perfekt geklappt und die Wünsche waren auch sehr bodenständig“, sagte Luther im Anschluss an das Abendessen.

Ist Luther nicht gerade für Königinnen und Kanzlerinnen unterwegs, schwingt er in der Meierei im Alten Meierhof die Löffel. Das Hotel feierte in diesem Jahr mit sieben prominenten Spitzenköchen das 20-jährige Bestehen. Mit von der Partie waren David Görne (Restaurant G.A., Caudebec-en-Caux, Frankreich), Johannes King (Hotel & Restaurant Söl‘ring Hof, Rantum/Sylt), Thomas Martin (Jacobs Restaurant, Hotel Louis C. Jacob, Hamburg), Tim Mälzer (Restaurant Bullerei, Hamburg), Cornelia Poletto (Restaurant Cornelia Poletto, Hamburg), Christoph Rüffer (Restaurant Haerlin, Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten, Hamburg) und Joachim Wissler (Restaurant Vendôme, Althoff Grandhotel Schloss Bensberg, Bergisch Gladbach). Insgesamt leuchteten also zwölf Michelin-Sterne über dem Vitalhotel Alter Meierhof.
 

Ein weitere Höhepunkt im Kalender ist das alljährliche Feinschmerfest „Martin-Luther-King“, bei dem in diesem Jahr bereits zum neunten Mal in Folge Thomas Martin aus dem Hotel Louis C. Jacob, Dirk Luther und Johannes King aus dem Söl’ring Hof ihr Können unter Beweis stellten. Die drei Spitzenköche dürfen sich mit jeweils zwei Michelinsternen schmücken. Sie gehören nicht nur zu den Besten ihrer Zunft, sondern sind auch seit Jahren befreundet.

Die Interior der Meierei ist von der Lage direkt an der Förde inspiriert. Die Tische sind aus 100 Jahre alten Ostsee-Stegen gefertigt und erzählen von der Urkraft des Meeres. Den weiten Blick übers Wasser rahmen Stoffe in gedeckten Naturtönen, die die Grenze zwischen Innen und Außen verwischen. Lampen aus stilisiertem Geäst rücken die Szenerie ins rechte Licht.

In Hamburg geboren, zählen viele namhafte berufliche Stationen zu Luthers Lebenslauf, so zum Beispiel der Anglo-German Club, das Hotel Louis C. Jacob in Hamburg sowie das Hotel La Côte Saint-Jacques im Burgund. Seinen Küchenstil, klassisch französische Küche mit modernen Akzenten, entwickelt er stets weiter fort und bleibt ihm doch treu.

Tageskarte hat Dirk Luther getroffen und 25 Fragen gestellt:

Bitte beschreiben Sie Ihr Restaurant und den Stil Ihrer Küche kurz und knapp

In der Meierei biete ich klassisch französische Küche mit modernen Akzenten und regionalen Einflüssen.

Sagen Sie in einem Satz, was Ihre Küche besonders macht…

Ich pflege eine durch und durch ehrliche Küche, bei der ich mich ganz auf das Produkt konzentriere.

Ihre gastronomische Philosophie in drei Worten?

Qualität, Kontinuität, Perfektion.

Welches sind Ihre bevorzugten Produkte, welches Ihre Auswahlkriterien?

Bei der Auswahl der Produkte achte ich vor allem auf beste Qualität, kurze Transportwege und die jeweilige Jahreszeit.

Wo haben Sie kochen gelernt?

Meine Ausbildung zum Koch habe ich im Anglo-German-Club in Hamburg absolviert. Zuvor habe ich aber bereits viel von meinem Vater gelernt, der ebenfalls Koch ist.

Womit und wie beginnt Ihr Arbeitstag?

Mein Arbeitstag beginnt mit einem Rundgang durch das Hotel und der Begrüßung der Mitarbeiter und Gäste.

Wie würden Sie sich als Chef beschreiben?

Anspruchsvoll, gerecht und konsequent

…und wie sehen das Ihre Mitarbeiter?

… ich denke genau so

Was war Ihr Lieblingsgericht als Kind?

Als Kind mochte ich besonders Rotbarschfilet mit Petersiliensauce sowie Schokoladenpudding mit Haselnüssen und Vanillesauce.

Was war als Kind Ihr Traumberuf?

Arzt

Was ist heute Ihr Lieblingsrestaurant (neben dem eigenen)?

Pavillon Ledoyen in Paris (Yannick Alléno)    

Wen würden Sie gerne einmal bekochen?

Uli Hoeneß

Ärgern Sie sich über Kritik?

Nein, ich nehme es als Ansporn und Motivation.

Was war ihr größter beruflicher Erfolg?

Seit 2008 2 Sterne im Guide Michelin

Und welche berufliche Entscheidung würden Sie gerne rückgängig machen?

Keine

Worüber regen Sie sich auf?

Unzufriedene Menschen

…und was bringt andere an Ihnen in Rage?

… das müssen Sie die anderen fragen.

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Ehrlichkeit

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Familie, Kochen, Sport

Wenn Sie für einen Tag den Job eines anderen übernehmen könnten – welcher wäre das?

Arzt

Sie stehen in einer Karaoke-Bar auf der Bühne und müssen vor allen Mitarbeitern ein Lied singen. Welchen Song stimmen Sie an?

Einen Song von Herbert Grönemeyer.

Drei touristische Geheimtipps: Was sollten Gäste unbedingt sehen/erleben, die in Ihre Region kommen?

Auf jeden Fall das Schloss Glücksburg, dann eine Fahrradtour durch unsere malerische Fördelandschaft und einen Bummel durch die Hafenstadt Flensburg mit seinen idyllischen Hinterhöfen z.B. in der Roten Straße.

Was haben Sie zu Hause immer im Kühlschrank?

Käse

Und was wäre Ihre Henkersmahlzeit? 

Von Yannick Alléno: Gnocci, Stockfischpürée, Wacholderrahmsauce

Geht Liebe wirklich durch den Magen?

Ja!

Bitte zählen Sie noch Ihre beruflichen Stationen auf

Geboren am: 27.04.1970 in Hamburg 

Ausbildung: 1986 - 1989, Anglo-German-Club, Hamburg

Berufliche Stationen:

  • 1990 - 1991, Anglo-German-Club, Hamburg
  • 1991 - 1992, Hotel Vier Jahreszeiten, Hamburg
  • 1992 - 1993, Restaurant Patrizierhof, Wolfratshausen
  • 1993, Restaurant Da Gianni, Mannheim
  • 1993 - 1995, Restaurant Deichgraf
  • 1996 - 2000, Hotel Louis C. Jacob, Hamburg
  • 1998, Hotel La Côte Saint-Jacques, Burgund
  • 2000 - 2006, Seehotel Töpferhaus, Alt Duvenstedt (Chef de cuisine)
  • seit April 2006, Vitalhotel Alter Meierhof, Restaurant Meierei Dirk Luther, Glücksburg (Chef de cuisine)
  • seit Juli 2014, Vitalhotel Alter Meierhof (Geschäftsführung)

Auszeichnungen:

  • 2 Sterne Guide Michelin
  • 18 Punkte Gault Millau
  • 4 Varta-Diamanten
  • 4 Kochlöffel im Aral Schlemmer Atlas
  • 4,5 F`s im Feinschmecker Restaurant Guide
  • 9 Gusto-Pfannen mit Bonus-Pfeil

Ausgewählte Auszeichnungen:

  • 2011 Carlsbergpreis als bestes Hotelrestaurant
  • 2015 Prämierte der Bertelsmann Guide (Großer Restaurant & Hotel Guide) das Vitalhotel Alter Meierhof als „Unser Hotel 2016“.
  • seit September 2015 zu den Top50 Köchen, ausgezeichnet vom BUSCHE-Verlag

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Gastronom Josef Laggner rettet das insolvente „Kuchel Eck“ in Berlin-Wilmersdorf. Die traditionsreiche Eckkneipe am Ludwigkirchplatz bleibt unter ihrem Namen bestehen und wird Teil der Laggner Gruppe.

Die US-Gastronomie steht vor einer Bereinigungswelle. Laut aktuellen Branchenberichten droht fast jedem zehnten Bedienrestaurant das Aus, da massive Kostensteigerungen und Umsatzrückgänge die Rentabilität behindern.

Das dänische Restaurant Noma und dessen Inhaber René Redzepi stehen im Zentrum massiver Kritik durch ehemalige Angestellte. Die New York Times berichtet über eine Arbeitskultur der Angst und Gewalt. Inszwischen hat sich Inhaber René Redzepi zu den Vorwürfen geäußert.

Döner ist in den vergangenen Jahren überall deutlich teurer geworden. Die Kunden hat das nicht abgeschreckt. Und insbesondere in Berlin zeichnet sich mancherorts bei den Preisen eine Trendwende ab.

Die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent führt zu stabilen Preisen in der Gastronomie. Aktuelle Daten zeigen, dass Betriebe die Entlastung vor allem nutzen, um gestiegene Kosten abzufedern. Knapp Dreiviertel der untersuchten Gastronomiebetriebe haben, laut einer Studie, ihre Preise, nach der Steueränderung, unverändert gelassen.

In einer Branche, die sich aktuell zwischen regulatorischen „Knüppeln in den Speichen“ und einer schleichenden „Dienstleistungs-Apathie“ aufreibt, ist eine klare Stimme seltener denn je. Wer den Newsletter der Frankfurter Mook Group abonniert, bekommt jedoch genau das: Eine regelmäßige Dosis intellektuelles Gastro-Adrenalin, serviert auf einem Bett aus radikaler Transparenz und kompromissloser Ästhetik.

In den Räumen des ehemaligen Restaurants Schwanen eröffnet am 7. März 2026 eine neue Wilma Wunder Filiale. Mit 180 Sitzplätzen und Fokus auf regionale Partner erweitert die Marke ihre Präsenz im Schwarzwald auf nunmehr 14 Standorte.

Wer Gast in einem Restaurant oder einer Gaststätte ist, muss dort auch kostenfrei die Toilette nutzen können. Etwas anderes gilt nur für Menschen, die ausschließlich zum Erleichtern eintreten.

Anzeige

Die moderne Gastronomie ist ein hochkompetitiver Markt, in dem Effizienz und ein herausragendes Gästeerlebnis über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Digitale Werkzeuge haben sich von einer optionalen Ergänzung zu einem unverzichtbaren Fundament für den reibungslosen Ablauf und nachhaltiges Wachstum entwickelt.

Die Globus Markthallen kooperieren mit dem südkoreanischen Marktführer TheBorn und eröffnen in Eschborn eine authentische Korean Kitchen. Damit erweitert das Unternehmen sein gastronomisches Profil um internationale Spezialitäten und setzt auf die hohe Nachfrage im Rhein-Main-Gebiet.