Ära in Wolfsburg geht zu Ende: Sven Elverfeld schließt Restaurant Aqua

| Gastronomie Gastronomie

Nach einem Vierteljahrhundert schließt das Restaurant Aqua im The Ritz-Carlton, Wolfsburg in der Autostadt seine Türen. Sven Elverfeld, der das Haus seit der Eröffnung im Jahr 2000 prägte, beendet damit seine Tätigkeit in dem Drei-Sterne-Restaurant zum 21. März 2026. Das Restaurant Aqua galt über 25 Jahre als internationale Instanz der Spitzengastronomie und wurde seit 2009 ununterbrochen mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Ein bewusst gewählter Abschluss

Sven Elverfeld begründet diesen Schritt mit dem Wunsch nach einem klaren Schlusspunkt. Er wolle keinen langsamen Abschied, sondern ein kraftvolles Ende, um Raum für neue Ideen und Perspektiven zu schaffen. „Ich wollte einen klaren Schlusspunkt setzen – kein langsamer Abschied, sondern ein kraftvoller, stilvoller Abschluss“, erklärt der Spitzenkoch. Der Rückzug ist persönlich motiviert. Elverfeld möchte künftig den Lebenstraum seiner Ehefrau Saskia unterstützen, die das Parkhotel Wolfsburg als Eigentümerin übernommen hat.

Bernd Knaier, General Manager des The Ritz-Carlton, Wolfsburg, dankte Elverfeld und seinem Team für die Maßstäbe, die weit über den Standort hinaus Wirkung entfaltet hätten. Auch Edith Gerhardt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Autostadt GmbH, betonte, dass Elverfeld Wolfsburg international als kulinarisches Reiseziel etabliert habe.

Meilensteine und kulinarisches Erbe

Das Restaurant Aqua hat unter der Leitung von Elverfeld zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Zu den wichtigsten Erfolgen zählen der erste Stern im Jahr 2002, der zweite Stern im Jahr 2006 sowie drei Sterne im Guide Michelin, die seit dem Jahr 2009 durchgehend gehalten wurden. Im Jahr 2024 erhielt Elverfeld zudem den Mentor Chef Award des Guide Michelin. Weitere Anerkennungen umfassen konstant 5 Hauben im Gault&Millau seit dem Jahr 2021, Rang 1 im Hornsteinranking 2025 sowie den Millenium Award for Lifetime Achievement der European Hotel Awards 2024. Bereits im Jahr 2014 erreichte das Restaurant Platz 28 der World’s 50 Best Restaurants.

Elverfelds Küchenstil wurde oft als Küche der Erinnerung bezeichnet. Bekannte Gerichte wie die Kalamata-Olive, die Taube Orientalisch oder der als Mondrian titulierte Tafelspitz prägten das Profil des Hauses. Zudem fungierte das Aqua als Talentschmiede für die Branche. Ehemalige Mitarbeiter wie Jan Hartwig, die Sühring-Zwillinge oder Sarah Henke führen heute eigene erfolgreiche Betriebe und konnten insgesamt 24 Michelin-Sterne erringen.

Zukunftspläne und gastronomische Neuausrichtung

Trotz der Schließung des Aqua bleibt Elverfeld der Gastronomie erhalten. Er setzt seine Zusammenarbeit mit der The Ritz-Carlton Yacht Collection fort und gestaltet weiterhin das Menü im Restaurant S.E.A. an Bord der Evrima. In Wolfsburg wird das Konzept Aqua nach der Schließung nicht fortgeführt. Das Hotel The Ritz-Carlton plant eine Neuausrichtung des gastronomischen Angebots. Genaue Details hierzu sollen veröffentlicht werden, sobald das neue Gesamtkonzept feststeht.

Letzter Service bis März 2026

Bis zur endgültigen Schließung konzentriert sich das Team auf den regulären Gästebetrieb. Bis zum 21. März 2026 wird ein kuratiertes Acht-Gänge-Menü serviert, das die Lieblingsprodukte von Elverfeld in den Mittelpunkt stellt. Dazu zählen unter anderem Süßwasserfische vom Hof Behn, Carabinero sowie das Onglet. Ein finaler Abschiedsabend für geladene Gäste bildet am 21. März 2026 den Abschluss. Reservierungen sind aufgrund der begrenzten Kapazitäten ausschließlich über die offiziellen Kanäle möglich.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wie Restaurantbetreiber die Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro 2026 in ihrer Preiskalkulation richtig berücksichtigen – mit konkreten Methoden, Faustregeln und Kommunikationstipps für faire Preise.

Im Wuppertaler Luisenviertel bietet das Restaurant „Al Moudyaf“ nach Berichten von Talzeit und Bild regelmäßig kostenlose Mahlzeiten für Bedürftige an. Betreiber Ahmad Daoud bewirtet demnach auch Gäste ohne Geld und stellt ihnen eine Speisekarte ohne Preise zur Verfügung.

Bei den Halbfinals des Rudolf Achenbach Preises 2026 sind nach Angaben der Veranstalter insgesamt sechs Nachwuchsköche für das Finale ermittelt worden. Die Wettbewerbe fanden in Düsseldorf, Fulda und Osnabrück statt. Insgesamt 24 Auszubildende nahmen daran teil, nachdem sie zuvor aus mehr als 70 Bewerbern ausgewählt worden waren.

Das Maschseefest 2026 in Hannover startet in diesem Jahr bereits am 22. Juli mit angepassten Öffnungszeiten. Die Veranstalter präsentieren zudem eine neu besetzte Foodmeile mit zusätzlichen kulinarischen Konzepten.

Es darf gezapft und gefeiert werden auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Was macht die große Sause auf dem Cannstatter Wasen in diesem Jahr besonders? Und wann lohnt ein Besuch?

Die Jugendherberge moun10 in Garmisch-Partenkirchen stellt als erstes Haus des bayerischen Landesverbands ihre Verpflegung komplett auf vegetarische Kost um. Die Umstellung ist Teil einer übergeordneten Strategie des Jugendherbergswerks.

Die Münchner Traditionsgaststätte Preysinggarten in München Haidhausen hat vor wenigen Wochen unter neuer Führung wieder eröffnet. Das Restaurant wird nun vom Gastronomieunternehmen Kull & Weinzierl betrieben. Francisco Corcoba und Julian Plochberger verantworten Konzept und Küche.

Mit der Eröffnung des Terminal 1 Pier  stellt der Flughafen München auch ein neues gastronomisches Angebot vor. Nach Angaben des Unternehmens werden im neuen Flugsteig insgesamt fünf Gastronomiekonzepte umgesetzt, die von der Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten GmbH betrieben werden.

Die Rhubarb Hospitality Collection und Unibail-Rodamco-Westfield haben ihre Planungen für zwei Gastronomiebetriebe im Westfield Hamburg-Überseequartier konkretisiert. Das Restaurant Elemente soll am 30. April 2026 eröffnen. Die Dachbar AirBar13 ist laut Mitteilung für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen.

Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in München angegriffen, Fensterscheiben zerstört und einen Schaden von mehreren Tausend Euro verursacht. Polizei, Justiz und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus, Politiker zeigen sich entsetzt.