„Aromatische Desorientierung“ der deutschen Küche

| Gastronomie Gastronomie

Mit Tim Raue landete nur ein deutscher Koch bei den World's 50 Best Restaurants 2018 unter den Top 50. Erst dann folgten Wissler, Hartwig und Elverfeld. Gastrokritiker Jürgen Dollase wirft den deutschen Köchen deshalb eine aromatische Desorientierung  au Eat Drink Think vor. Im internationalen Vergleich schmeckten die Gerichte deutscher Spitzenköche einfach oft nicht so gut, wie die der Konkurrenz.

Die deutschen Köche hätten sich erst an Frankreich orientiert, dann auch an Italien, an Asien und an Südamerika, die eigene Regionalküche sei allerdings so gut wie nie Bezugspunkt für die moderne, kreative Küche. Das Scheitern Marvin Böhms beim Bocuse d’Or sei ein weiterer Beleg. Es gehe, so der Ktitiker, um die Rückgewinnung einer geschmacklichen Identität in Deutschland, die allerdings eine extrem schwierige Angelegenheit werden dürfte.

Die Osteria Francescana von Massimo Bottura war in dieser Woche erneut „bestes Restaurant der Welt“ ausgezeichnet worden. Tageskarte berichtete. Die „World´s 50 Best Restaurants“ wurden in Bilbao gekürt. Bestes - und einziges - deutsches Restaurant im Top-50-Ranking, ist der Betrieb von Tim Raue in Berlin auf Rang 38 - eine Verbesserung um 11 Plätze. Das Steirereck von Heinz Reitbauer in Wien landete auf Platz 14. Andreas Caminada hält die Schweizer Fahne auf Platz 47 hoch. „Wir sind unglaublich stolz und dankbar, das dritte Jahr in Folge als eines der 50 besten Restaurants der Welt gelistet zu sein und uns sogar noch so deutlich verbessert zu haben. Der absolute Wahnsinn! Unser Dank gilt unserem grandiosen Team, das tagtäglich gemeinsam mit uns Gäste aus aller Welt begeistert. Aber natürlich auch unseren Gästen und Partnern, die uns seit vielen Jahren begleiten“, so die beiden Eigentümer, Tim Raue und Marie-Anne Raue.

Billy Wagner vom Nobelhart&Schmutzig schafft es unter die Top 100 der Welt und belegt Platz 88. Auf dieser erweiterten Liste befinden sich noch drei weitere Köche aus Deutschland. 
Auf Platz 73 liegt das von Sven Elverfeld geführte Aqua in Wolfsburg. Joachim Wissler und sein Restaurant Vendôme rangieren auf Platz 66. Jan Hartwig belegt mit seinem Atelier in München Platz 97.  Höchster Neueunsteiger in der Liste ab Platz 51 ist das Sühring (Nr. 54) in Bangkok. Die beiden aus Berlin stammenden Brüder bestätigen damit den Erfolg bei der Verleihung der 50 besten Restaurants Asiens im März 2018 an, bei er sie auf Platz 4 landeten.

Zurück

Vielleicht auch interessant

McDonald's Deutschland nimmt Stellung zur angekündigten Klage der Deutschen Umwelthilfe bezüglich früherer Angaben zur Klimaneutralität. Das Unternehmen weist den Vorwurf der Verbrauchertäuschung zurück und verweist auf bereits erfolgte Anpassungen seiner Kommunikation.

In der Allianz Arena in München sind am 26. April die sechs Finalisten des Wettbewerbs „Koch des Jahres“ ermittelt worden. Wie der Veranstalter ROIKA Solutions GmbH mitteilt, qualifizierten sich vier Teilnehmer über den Live-Wettbewerb vor einer Fachjury, zwei weitere über einen Publikumsentscheid.

Im Ausland leben, das heißt viele Erfahrungen mit einer anderen Kultur zu machen. Ein Westfale brachte die Currywurst nach Nairobi – und musste dafür so manches kulinarische Hindernis überwinden.

Eigentlich hat Kenia perfektes Biergartenwetter. Man kann das ganze Jahr hindurch draußen sitzen. Den passenden Gerstensaft nach deutschem Reinheitsgebot gibt es mittlerweile auch.

Das Schlosshotel Münchhausen in Aerzen hat sein gastronomisches Konzept verändert. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde das neue Restaurant „1570 – Casual Fine Dining“ als Nachfolger des bisherigen Gourmetrestaurants „Hilmar“ eröffnet.

In den Streit um Markenrechte an einem Kebab-Gericht kommt Bewegung zwischen einer Bielefelder Dönerkette und dem US-Anbieter Kentucky Fried Chicken. «KFC hat sich entschuldigt und gesagt, das haben sie alles nicht gewollt, und das sei nur ein Zufall gewesen», sagte der Chef der Bielefelder Firma Krispy Kebab.

Georg Strohmeyer feiert sein 10-jähriges Jubiläum als Küchenchef im Hotel Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen. Der Wahl-Bayer spricht im Interview unter anderem darüber, wie er auf neue Ideen zu seinen regionalen Kreationen kommt. Tipps für Hobbyköche hat er auch auf Lager.

Am 30. April eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier das Restaurant Elemente mit lateinamerikanischem Schwerpunkt. Das Projekt verbindet unter anderem internationale Grillkunst mit Hamburger Architekturgeschichte.

Beim internationalen Kongress der Jeunes Restaurateurs in Köln wurde Frédéric Morel aus Münster zum Koch des Jahres gewählt. Die Veranstaltung brachte rund 500 Branchenvertreter aus 21 Ländern am Rhein zusammen.

In München sorgt die Forderung eines Wirts für Furore: Die Oktoberfest-Zelte sollen europaweit ausgeschrieben werden. Was könnte das für Tradition und Brauchtum auf der Wiesn bedeuten?