Betreiber des TamTam im Hamburger Hanseviertel beantragt Insolvenz

| Gastronomie Gastronomie

Der Betreiber des TamTam im Hamburger Hanseviertel hat Insolvenz beantragt. Das Amtsgericht Frankfurt am Main ordnete am 2. Juli 2026 die vorläufige Verwaltung über das Vermögen der Tasty Planet GmbH an. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Tim Plasse. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Philip Konen von Pluta bestellt.

Verfügungen der Gesellschaft sind nach dem Beschluss des Amtsgerichts nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Die Tasty Planet GmbH hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Das TamTam im Hanseviertel ist derzeit geschlossen.

Der Hamburger Genuss-Guide hatte am 7. Juli über den Insolvenzantrag und die vorläufige Schließung berichtet. Plasse erklärte dem Medium: „Erst mal machen wir bis Monatsende Betriebsferien“. Über die weitere Zukunft des Gastronomiekonzepts sei noch nicht entschieden. „Noch ist offen, wie es weitergeht. Es gibt viele Möglichkeiten“, sagte er dem Genuss-Guide.

Amtsgericht ordnet vorläufige Verwaltung über Gesellschaftsvermögen an

Das Insolvenzverfahren betrifft die Tasty Planet GmbH. Nach dem gerichtlichen Beschluss vom 2. Juli wurde Philip Konen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Beschluss des Amtsgerichts enthält keine Angaben zu den Ursachen des Insolvenzantrags oder zur weiteren Zukunft des TamTam.

Zu den wirtschaftlichen Hintergründen äußerte sich Plasse gegenüber dem Genuss-Guide. Er führte die Schieflage auf unterschiedliche Vorstellungen zwischen Betreiber und Immobilieneigentümer zurück. Der Eigentümer habe entschieden, nicht weiter in die Fläche zu investieren. Plasse habe nach Darstellung des Mediums bis zuletzt versucht, eine Einigung zu erreichen und den Betrieb fortzuführen.

Die Hamburger Morgenpost griff den Fall am 9. Juli ebenfalls auf und bezog sich dabei auf den Bericht des Genuss-Guides. Auf der Internetseite und dem Instagram-Auftritt des TamTam seien zu diesem Zeitpunkt noch keine Hinweise auf das Insolvenzverfahren veröffentlicht gewesen, berichtete die Zeitung.

TamTam folgte erst im Oktober auf vorheriges Gastronomiekonzept

Der aktuelle Betrieb war erst im Oktober 2025 gestartet. Zuvor hatte das frühere Le Big TamTam im September 2025 geschlossen. Plasse übernahm anschließend die Fläche und führte das Gastronomieangebot unter dem verkürzten Namen TamTam weiter. (Tageskarte berichtete)

Die Gastronomiefläche umfasst rund 2.000 Quadratmeter. Vorgesehen waren verschiedene Küchen, eine zentrale Bar und regelmäßige Veranstaltungen. Plasse hält nach eigener Aussage trotz des Insolvenzantrags am grundsätzlichen Ansatz fest. „Nach wie vor glaube ich, dass das Konzept richtig und gut ist“, sagte er dem Medium.

Tim Plasse ist seit Langem eine bekannte Persönlichkeit in der deutschen Gastronomie- und Hospitality-Szene. Er war unter anderem an Stationen wie dem Kingkamehameha Club in Frankfurt und dem Hausmann’s am Frankfurter Flughafen beteiligt und ist zudem als Berater und Konzeptentwickler für internationale Hotelketten und Immobilienprojekte tätig.

Weitere Zukunft des Food-Courts bleibt zunächst ungeklärt

Ob das TamTam nach den angekündigten Betriebsferien wieder öffnet, ist bislang offen. Auch eine Fortführung mit anderen Partnern oder eine endgültige Schließung ist nicht entschieden.

Plasse ließ gegenüber dem Genuss-Guide zugleich offen, wie seine eigene Tätigkeit in der Hamburger Gastronomie weitergeht. Einen vollständigen Rückzug aus Norddeutschland kündigte er nicht an. „Es gibt ein paar spannende Projekte im Norden. Mal sehen, was daraus wird.“

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Restaurant Süd im Zürcher Hauptbahnhof erhält einen neuen Betreiber. Nach anhaltenden Verlusten geben Valentin Diem und Nenad Mlinarevic den Betrieb an Candrian ab. Nach Angaben von Valentin Diem sei der Betrieb wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen.

Zusje eröffnet am 31. Juli 2026 seinen zweiten deutschen Standort. Das niederländische Gastronomiekonzept zieht in das Düsseldorfer Andreas Quartier und erweitert damit seine Präsenz in Deutschland.

Marché baut das gastronomische Portfolio im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe weiter aus und eröffnet mit dem Bandipur einen neuen Standort mit asiatischem Speisenangebot.

Der neue britische Premierminister Andy Burnham setzt seine Agenda zur Senkung der Lebenshaltungskosten fort. Pubs, Clubs und Veranstaltungsorte für Live-Musik in England sollen von kommendem April an von einer 20-prozentigen Reduzierung der Gewerbesteuer profitieren.

Mit nur wenigen Jahren als Küchenchef wurde das Restaurant der Mühle Schluchsee unter der Leitung von Fabian Obergfell mit dem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet. Seine kulinarische Inspiration findet er nach eigenen Worten nicht in Trends, sondern in Erinnerungen.

Darf die Stadt im Münchner Univiertel den Verkauf von Bier zum Mitnehmen verbieten, um Anwohner zu schützen? Dazu hat das Verwaltungsgericht München ein Urteil verkündet. Geklagt hatte ein Gastronom.

Wer früher an der Cafétheke ein paar Cent Trinkgeld in einen Becher warf, steht heute oft vor einem kleinen Bildschirm mit voreingestellten Prozentsätzen. Die Null-Prozent-Option, also kein Trinkgeld, ist dabei schwerer oder auch gar nicht zu finden, wie Verbraucherschützer kritisieren. 

Nach der Insolvenz der Kalle Halle GmbH wird die Food Hall im Berliner Kalle Neukölln von den dort ansässigen Gastronomen weitergeführt. Während der Eigentümer MREI auf Eigenverantwortung und neue Strukturen setzt, verweist der bisherige Betreiber auf die Kündigung des Mietvertrags und die schwierige Lage im Gastgewerbe.

Spanien will das Rauchverbot deutlich ausweiten. Künftig könnten Restaurantterrassen, Strände und zahlreiche weitere öffentliche Außenbereiche rauchfrei werden – sofern das Parlament zustimmt.

Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholkonsumverbot an allen rund 5.400 Bahnhöfen. Restaurants, Bars und Cafés in den Stationen sowie die Bordgastronomie in den Fernzügen sind von der Regelung jedoch ausdrücklich ausgenommen.