Rätsel um verhüllte Kellnerinnen am Paulaner-Turm

| Gastronomie Gastronomie

Der Aufbau des Oktoberfests läuft auf Hochtouren, der berühmte Paulaner-Turm steht - aber die Kellnerinnen-Parade des Künstlers Emil Kneiß ist kopflos geworden: Eine schwarze Folie verhüllt die Gesichter. Über den Hintergrund herrscht Rätselraten.

Laut einem Bericht der Mediengruppe «Münchner Merkur/tz» soll ein Urheberrechtsstreit der Grund sein. Paulaner kommentiert das nicht - sondern antwortet auf Anfrage lediglich: In diesem Jahr bekomme das Paulaner-Festzelt einen neuen Anstrich, der auch den Biergarten beinhalte, um neue Ausgabemöglichkeiten für Essen und Getränke zu schaffen. «Pläne, den Turm neu zu bemalen, gibt es schon länger. Nach den Verzögerungen der letzten Wochen wird dieser jetzt im Stehen gestrichen. Dem haben wir derzeit nichts hinzuzufügen», teilte ein Sprecher mit. 

Das Brauerei-Zelt, das dieses Jahr der Wirt Lorenz Stiftl übernimmt, ist betroffen von einer Klage des Wirtes Alexander Egger. Er lässt für das Paulaner- und das Schottenhamel-Zelt gerichtlich prüfen, ob die Zelte nach europäischem Vergaberecht zugeteilt werden müssten. Zeitweise war im Zuge des Streits unklar, ob der Aufbau der Zelte rechtzeitig beginnen könnte. Inzwischen läuft alles planmäßig. Das Oktoberfest dauert vom 19. September bis 4. Oktober.

Urheberrechtsstreit am Bräustüberl

Um Werke von Kneiß geht es auch am Bräustüberl Tegernsee. Kneiß hatte im Inneren der Gaststätte das Bild eines Mannes an die Wand gemalt, der nach seinem Hund sucht - der wiederum unter seinem dicken Bauch sitzt. Das Bild ziert auch diverse Artikel im Bräustüberl-Shop wie Brotzeitbrettl, Bierdeckel und Anstecker. Eine Nachfahrin von Kneiß habe deshalb wegen Urheberrechtsverstößen vor dem Landgericht München I geklagt, sagte der Anwalt Moritz-Melchior Bloser als Vertreter des Bräustüberl-Wirts. «Wir hatten versucht, uns mit der Nachfahrin zu einigen» - das habe aber nicht zum Erfolg geführt. Auch darüber hatte die Mediengruppe «Münchner Merkur/tz» berichtet. 

Kneiß starb 1956. Die Schutzfrist im Urheberrecht gilt bis 70 Jahren nach dem Tod und endet somit zum 1. Januar 2027. Warum sich die Nachfahrin erst jetzt meldete, blieb offen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Beim traditionellen Mittagsempfang des Bundesverbands der Systemgastronomie trafen sich in München rund zweihundert Gäste. Im Mittelpunkt standen die Verleihung des Branchenpreises sowie die Forderung nach politischen Reformen.

Das 191. Münchner Oktoberfest ist eröffnet. Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause zapfte bei seiner Anstich-Premiere mit zwei Schlägen das erste Fass Bier an und startete mit dem «O'zapft is» das weltberühmte Volksfest.

Das deutsche Gastgewerbe setzte im Juli 2026 real 4,0 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. In der Gastronomie sank der reale Umsatz um 4,7 Prozent, bei den Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen um 2,0 Prozent.

Das Café an der Spanischen Treppe gehört zu den ältesten Kaffeehäusern in Italien. Schon Goethe war hier zu Gast. Jetzt steht es seit bald einem Jahr leer. Und kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus.

Der Europa-Park hat das Mitarbeiterrestaurant „Coasteria“ mit integrierter Zentralküche eröffnet. In den 4.500 Quadratmeter großen Neubau investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag.

Der Anteil der Befragten, nach deren Ansicht bargeldloses Bezahlen in gastronomischen Betrieben möglich sein sollte, ist gestiegen. YouGov weist gegenüber März 2025 bei allen abgefragten Orten höhere Werte aus.

Bei den ersten Chef:in Awards in Hamburg sind neun Frauen in sieben Kategorien ausgezeichnet worden. Sarah Hallmann und Julia A. Leitner teilen sich den Titel Köchin des Jahres 2026.

DoorDash hat mit Wonder die Übernahme von Grubhub Campus Dining für 300 Millionen US-Dollar vereinbart. Die Technologie soll künftig auch in Hotels eingesetzt werden.

Für die Tasty Planet GmbH, die Betreibergesellschaft des Hamburger Restaurants TamTam, ist keine Investorenlösung möglich. Kein Interessent wollte den Betrieb übernehmen, wie nun der Insolvenzverwalter mitteilte.

Ein überfülltes Festgelände, Panik - und ganz viel Glück. Die Wiesn ist im vergangenen Jahr womöglich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das soll nicht noch mal passieren.