DEHOGA Forum Systemgastronomie & Catering - Strategien für die Zukunft diskutiert

| Gastronomie Gastronomie

Rund 150 Entscheider aus den Bereichen Gastronomie, Catering, Food & Beverage sowie der Technik-Branche kamen am Dienstag, den 7. Oktober 2025, in Köln zum 32. Forum Systemgastronomie & Catering zusammen. Die Veranstaltung des DEHOGA-Initiativkreises-Gastgewerbe, die erstmals um den Schwerpunkt Catering erweitert wurde, legte den Fokus auf Erfolgskonzepte und wegweisende Zukunftsstrategien in einem sich rasant wandelnden Markt.

Herausforderungen und politischer Handlungsbedarf

Die Branche sieht sich mit erheblichen Hürden konfrontiert, darunter steigende Preise, Fachkräftemangel und eine Verhaltensänderung der Gäste hin zu verhaltenerem Konsum. Vor diesem Hintergrund betonte Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes, in seinem Bericht aus Berlin die Notwendigkeit entschlossenen politischen Handelns zur Stimmungsverbesserung. Zöllick forderte: „Der Herbst 2025 muss der Herbst des Handelns werden! Für neue Perspektiven, Zuversicht und Vertrauen in die Politik.“

Der Austausch von Strategien und Ideen sowie ein starkes Eintreten für gemeinsame Ziele wurden als entscheidende Unterstützung in dieser Situation hervorgehoben.

Anuga als Branchen-Barometer

Die Anuga unterstrich laut Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, ihre Rolle als „olympische Spiele der Ernährungsbranche“. Er betonte die Bedeutung des physischen Treffens: „Präsenz und Austausch sind in Zeiten großer Umwälzungen und Unsicherheiten wertvoller denn je.“ Die Messe verzeichnete eine Rekordbilanz mit 8.000 Ausstellern und über 140.000 Fachbesuchern aus 200 Ländern.

Erfolgsfaktoren für Gastronomie und Catering

Jochen Pinsker, Industry Advisor Foodservice Europe bei Circana, lieferte mit seiner Gastronomie-Bilanz 2025 einen Überblick über aktuelle Trends und Verschiebungen im Außer-Haus-Markt. Optimistisch stimmen die Branche die sinkende Home-Office-Quote, der weiterhin bestehende Wunsch nach Erlebnis und Genuss sowie langfristige gesellschaftliche Wachstumsfaktoren.

Archibald Graf von Keyserlingk, Geschäftsführer von Gast & Wirt, stellte sein Schnitzelkonzept vor, das auf einer neuen Form der heimatlichen Gastronomie basiert. Sein Ansatz kombiniert „Heimat und Handwerk, echte Gastfreundschaft und authentische Küche mit besten Zutaten“ mit digital effizienten Prozessen und stringenter Markenführung.

Für das Cateringgeschäft im Spannungsfeld von Kostendruck, Preissensibilität, Bürokratie und dem „New Normal“ skizzierte Jörg Rutschke, Geschäftsführer von SV (Deutschland) und Vorsitzender der Caterer im DEHOGA, die Zukunftsstrategie. Erfolgsfaktoren seien eine klare Angebotspositionierung, moderne Personalstrategien mit Fokus auf Ausbildung, Bindung und Automatisierung, regionale, flexible und gesunde Angebote sowie der Einsatz digitaler Technologien. Rutschke fasste zusammen: „Wer sich neu erfindet, bleibt wirtschaftlich stark und gesellschaftlich relevant.“

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI)

Die digitale Transformation und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wurden als zentrale Zukunftsthemen beleuchtet. Michi Kuriat, Geschäftsführer von TNC Production, erklärte, dass KI Prozesse, Marketing und Gästekommunikation revolutioniere – von Automatisierung und Datenanalyse bis hin zu KI-gestütztem Content und Preisplanung. Er betonte, dass KI zwar den Menschen nicht ersetze, aber „Digitale Transformation braucht mentalen Wandel!“.

Frieda Lekscha, Gastgeberin von Geeske & der swarte Roelf, bekräftigte aus der Praxis, dass die Anwendung von KI vor allem Mut zum Ausprobieren erfordere. KI-Assistenten seien hervorragende Sparringspartner für neue kreative Ideen und ließen sich mit Aufgeschlossenheit schnell und niederschwellig nutzen.
 


 

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit Beginn des Jahres 2026 tritt die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen auf sieben Prozent in Kraft. Gastronomische Betriebe müssen ihre Abrechnungssysteme rechtzeitig umstellen und spezifische Vorgaben bei der Trennung von Speisen- und Getränkeumsätzen sowie bei Pauschalangeboten umsetzen. Was Gastgeber jetzt umsetzen müssen.

Ab dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie dauerhaft der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Bundestag und Bundesrat haben die entsprechende Änderung des Umsatzsteuergesetzes im Dezember 2025 beschlossen. Für gastronomische Betriebe ergibt sich daraus ein unmittelbarer Handlungsbedarf. Was Gastronomen jetzt beachten müssen.

Mehr Tempo, weniger Bürokratie: Berlin will die Gründung von Gaststätten erleichtern. Der Senat setzt dabei auf Digitalisierung und neue Regeln für Außengastronomie.

Für Zwei-Sterne-Köchin Rosina Ostler ist ein perfekt inszenierter Teller die «Erweiterung der Stimme des Kochs». Der Küchenchefin vom «Alois» in München ist die Gestaltung genauso wichtig wie der Geschmack. Die wichtigsten Regeln für den perfekten Teller.

Mild und leicht süßlich schmeckt das Fleisch der Nager laut Kennern. Rasant breiten sich die invasiven Tiere vielerorts in Schleswig-Holstein aus. Ein Caterer im Norden serviert jetzt Nutria-Braten.

Weniger Restaurantbesuche, kleinere Bestellungen und schließende Betriebe belasten die Gastronomie. DEHOGA-Schatzmeister Gereon Haumann hofft auf Weihnachten und den Jahreswechsel.

Viele Restaurants und Imbissstuben zeigen bei der Kartenzahlung auf dem Lesegerät inzwischen Vorschläge für bestimmte Trinkgeldbeträge an - und stoßen damit bei vielen Gästen auf Ablehnung.

Der HelloFresh Trend Report 2025 analysiert die Kochgewohnheiten der Deutschen und zeigt eine wachsende Offenheit für internationale Gerichte bei gleichzeitigem Festhalten an Klassikern.

Die Hamburger Trattoria Cuneo ist mit der 22. Walter-Scheel-Medaille geehrt worden. Die Auszeichnung würdigt die Verdienste des Hauses um die europäische Genusskultur und hebt gleichzeitig die historische Bedeutung des deutsch-italienischen Anwerbeabkommens hervor.

Die Gastronomie in Deutschland verzeichnete im Oktober 2025 einen realen Umsatzrückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zudem korrigierte das Statistische Bundesamt die Werte für den Monat September nach unten.