Dehoga sieht Betriebe in Bedrängnis - «Katastrophaler Juli»

| Gastronomie Gastronomie

Die Gastronomie in Rheinland-Pfalz schlägt Alarm angesichts des verregneten Sommers. Die Schlechtwetterlage treffe die Branche in ihrer wichtigsten Saisonzeit mit voller Wucht, sagte Gereon Haumann, Präsident des Dehoga-Landesverbands, der Deutschen Presse-Agentur. «Der Juli war schlicht und einfach eine Katastrophe.» Besonders die Auslastung der Außengastronomie leide massiv unter Regen und kühlen Temperaturen.

Nach einem vielversprechenden Juni seien die Erwartungen an den Sommer groß gewesen. Doch inzwischen stornierten viele Gäste ihre Urlaube oder buchten kurzfristig ins Ausland um. «Das komplette Außengeschäft bricht weg – und mit ihm wichtige Einnahmen. Die Leute haben einfach keine Lust rauszugehen», meinte Haumann. In Regionen wie an der Mosel, wo die Saison bis in den September reiche, seien die Verluste besonders bitter.

«Für viele Betriebe existenzbedrohend»

Haumann warnte eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen. «Wir haben fünf Verlustjahre hinter uns. Rheinland-Pfalz ist dem Statistischen Bundesamt zufolge bei den Auslastungszahlen der Hotelbetriebe ohnehin Schlusslicht in Deutschland. Wenn jetzt auch noch der Sommer ausfällt, wird das für viele Betriebe existenzbedrohend.» Die Branche brauche dringend politische Entlastung – insbesondere durch die Einführung der reduzierten Mehrwertsteuer auf Speisen ab 1. Januar 2026.

Erleichterungen wie die verlängerten Außenöffnungszeiten in Mainz bis Mitternacht begrüße man ausdrücklich. «Aber das bringt natürlich nichts, wenn es regnet und kalt ist.» Dennoch seien solche Schritte ein Hoffnungsschimmer. «Jetzt muss die Politik liefern, damit nicht noch mehr öffentliche Wohnzimmer vom Markt verschwinden.»

«Wir sind kein Sorgenkind aus eigener Schuld»

Neben kurzfristigen Umsatzverlusten belaste das Wetter auch die langfristige Planung. «Solche negativen Erfahrungen wirken sich direkt auf die Buchungslage fürs nächste Jahr aus», warnte Haumann. Auch die Beschäftigung qualifizierter Fachkräfte werde erschwert. «Wer Biergärten mit Hunderten Plätzen betreibt, braucht im Sommer ausreichend Personal. Doch wenn der Umsatz fehlt, können wir die Leute bald nicht mehr halten.»

Der Verband appelliere an Bund und Land, die Betriebe nicht allein zu lassen. «Wir sind kein Sorgenkind aus eigener Schuld», betonte Haumann. «Wir kämpfen mit den Nachwirkungen der Pandemie, den Preissteigerungen infolge des Ukraine-Kriegs und einem Wetter, das den Sommer kaputt macht. Wenn nichts passiert, droht ein massives Gaststättensterben in Rheinland-Pfalz.»


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Berliner Gastronomin Marie-Anne Wild hat zum achten Mal den MAW Ladies Lunch im Restaurant Tim Raue ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Sichtbarkeit von Frauen in verschiedenen Berufsfeldern.

Zum zehnjährigen Jubiläum feiern die HeimWerk Restaurants ihr Bestehen mit einer Aktionswoche und plant für den Sommer 2026 die Eröffnung eines weiteren Standorts in Leipzig.

Eine neue Umfrage zeigt, wie viel Gäste für Kaffee in Restaurants und Cafés ausgeben würden. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass steigende Preise das Kaufverhalten vieler Verbraucher zunehmend beeinflussen.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Mit dem Joseph’s eröffnet Anfang Juni ein neues Restaurant im Titlis Tower auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Das gastronomische Angebot ist Teil eines Investitionsprojekts der Titlis Bergbahnen, das bis 2029 umgesetzt werden soll.

Pincho Nation eröffnet Mitte Juni einen neuen Standort in Karlsruhe. Es ist der erste Restaurantbetrieb der Marke in Deutschland, der von einem Franchise-Partner geführt wird.

Der Gastronom Giovanni Massimino hat in Hamburg-Uhlenhorst ein neues Lokal eröffnet, das italienische Speisen mit einem Barkonzept verbindet. Entgegen der Namensgebung steht keine heiße Schokolade auf der Karte.

Finland startet die Kampagne Finland’s Official Tasting Table, bei der Interessierte an exklusiven Degustationsmenüs in Lappland sowie an der Küste teilnehmen können. Die Auswahl der 16 Gäste erfolgt über ein Bewerbungsverfahren bis Juni 2026.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Der Gastronomiekritiker und Journalist Jürgen Dollase hat die Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung beendet. Wie Dollase mitteilte, habe er die Zusammenarbeit „fristlos gekündigt“.