Deutscher Tierschutzbund verklagt Frank Rosin

| Gastronomie Gastronomie

Der Deutsche Tierschutzbund hat Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen Frank Rosin gestellt. Rosin soll in der Sendung „Wer kocht das Beste für die Gäste?“ lebende Flusskrebse in einen Topf mit heißem Fett geworfen haben, wie die Tierschützer berichten. 

„Der Verzehr von Krebsen zählt zwar gesetzlich als „vernünftiger Grund“ zur Tötung, jedoch nur, wenn die richtige, also verhältnismäßige Tötungsmethode angewandt wird“, erklärt Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Tötung von Krebstieren durch Braten ist langwierig und qualvoll und per Gesetz daher ausdrücklich verboten.“

Da Schmerzen unter Umständen eine Starre bei den Krebsen auslösen, kann bei Beobachtern der falsche Eindruck entstehen, dass Tiere im Topf bereits tot seien. Im Fall von Rosin war allerdings deutlich erkennbar, dass mindestens einer der Flusskrebse immer noch am Leben war, als Rosin die Tiere einige Zeit später mit einem Kochlöffel umrührte. Die Sendungsaufzeichnung lässt darauf schließen, dass der Tod der Krebse mehrere Minuten gedauert haben muss.

Zur Tötung von Krebstieren ist gegenwärtig neben einer elektrischen Tötung nur das Töten im kochenden Wasser zugelassen, wobei das Wasser den Tierkörper vollständig bedecken muss. Da der Gesetzgeber mittlerweile die Schmerzempfindungsfähigkeit von Krebstieren anerkannt hat, wird mit der anstehenden Novellierung des Tierschutzgesetzes auch die Tötung im kochenden Wasser ohne eine vorherige Betäubung verboten sein.

„Auch, wenn Schmerzen und Stress bei Wassertieren weniger leicht zu erkennen sind, ist die Empfindungsfähigkeit von Zehnfußkrebsen mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen“, erklärt Katrin Pichl, Fachreferentin für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Sie zeigen komplexes Verhalten, haben ein gewisses Maß an Bewusstsein und verfügen über eine beachtliche Lernfähigkeit.“

Neben dem Verdacht der ordnungswidrigen Tötung der Flusskrebse erhebt der Tierschutzbund auch Vorwürfe wegen der Lagerung der Tiere. So war zu sehen, wie Rosin die Flusskrebse in einer Glasschale ohne Wasser aus dem Vorratsraum zur Küche im Senderstudio transportierte. Nicht verwendete lebende Exemplare stellte er in der wasserlosen Schale auf der Küchenarbeitsplatte beiseite.

Die Episode 6 aus Staffel 1 von „Wer kocht das Beste für die Gäste?“ wurde am 21. August 2024 auf Sat.1 ausgestrahlt auf der Streaming-Plattform Joyn zum Abruf bereitgestellt. Der Deutsche Tierschutzbund wurde durch einen Zuschauer auf das eventuell tierschutzwidrige Vorgehen hingewiesen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Caterer im Dehoga fordern für das Jahr 2026 umfassende wirtschaftliche Reformen und warnen vor zusätzlichen Belastungen durch die geplante Tierhaltungskennzeichnung. Neben dem Abbau von Bürokratie setzt sich der Verband für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland feiern im Jahr 2026 ihr 35-jähriges Bestehen und setzen mit dem Jubiläumsmotto „Genuss, der weitergeht“ verstärkt auf Nachwuchsförderung und soziale Projekte.

Jamie Oliver hat ein neues „Jamie’s Italian“ in London eröffnet. Der Standort am Leicester Square markiert laut Medienberichten die Rückkehr der Marke nach der Insolvenz im Jahr 2019.

Katharina Aichhorn aus Baden-Baden gewinnt den Next Chef Award 2026 auf der Internorga in Hamburg. Im Finale setzte sie sich mit einem exakt nachgekochten Gericht gegen internationale Konkurrenz durch.

In der Motorworld Region Stuttgart in Böblingen ist ein neues Restaurant eröffnet worden. Gleichzeitig wurde ein  Hotel am Standort neu ausgerichtet. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, umfasst das Angebot nun das Motorworld Inn Restaurant sowie das Motorworld Inn Hotel, das aus dem bisherigen V8-Classic-Hotel hervorgegangen ist.

Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) sucht wegweisende Konzepte für das Jahr 2026. Bis Anfang Mai können Unternehmen ihre Bewerbungen für den Branchenpreis einreichen, der im September verliehen wird.

Der Hamburger Foodservice Preis 2026 ehrt Karls Erlebnis-Dörfer und Haferkater für ihre wirtschaftlichen Erfolge. Der diesjährige Ehrenpreis ging an Henry McGovern, der über drei Jahrzehnte die Entwicklung der Restaurantgruppe AmRest beeinflusste.

Die Initiative „Lokalhelden gesucht“ startet in die zweite Runde: Kleine Gastronomiebetriebe können ab sofort ein Preisgeld von 20.000 Euro sowie Sachleistungen gewinnen, um ihre wirtschaftliche Zukunft zu sichern.

Das Althoff Seehotel Überfahrt schließt die Neugestaltung der Überfahrer Bar ab. Neben einem neuen Designkonzept setzt Barchef Christian Chilla auf eine Mischung aus Klassikern und monatlich wechselnden Eigenkreationen.

Im Terminal 1 des BER hat die neue Bar Adler & Bär eröffnet. Auf 210 Quadratmetern bietet Betreiber Casualfood Klassiker mit regionalem Bezug, die in Form von kleinen Portionen oder Zwischenmahlzeiten serviert werden.