Deutschland erreicht bei Restaurantgründungen in Europa Rang sieben

| Gastronomie Gastronomie

Deutschland belegt bei den Rahmenbedingungen für Restaurantgründungen im Vergleich von 20 EU-Märkten Rang sieben. Das geht aus dem am 10. September 2026 veröffentlichten Restaurant Launch Report des Metro Marktplatzes hervor. Deutschland erreicht bei Wettbewerb und Immobilien 99,9 von 100 Punkten, bei Gründung und Personal sind es 36,9 Punkte.

In der Gesamtbewertung kommt Deutschland auf 59,1 Punkte. Damit liegt der deutsche Markt hinter Spanien, Finnland, Dänemark, Schweden, Irland und Frankreich. Spanien erreicht 100 Punkte, Finnland 83,4 Punkte und Dänemark 72,5 Punkte. Schweden kommt auf 67,9 Punkte, Irland auf 66,9 und Frankreich auf 64,2 Punkte.

Österreich belegt mit 35,6 Punkten Rang 18. Dahinter folgen Ungarn mit 30,1 Punkten und Tschechien mit 1,0 Punkt.

Für den Report wurden neun Faktoren aus vier Teilbereichen untersucht: Umsatz und Nachfrage, Kosten und Margen, Gründung und Personal sowie Wettbewerb und Immobilien. Faktoren und Teilbereiche seien gleich gewichtet in die Gesamtbewertung eingeflossen. Die Ergebnisse basieren nach Angaben von Metro auf öffentlich zugänglichen Daten.

Deutschland erreicht bei Wettbewerb und Immobilien insgesamt 99,9 Punkte

Bei Wettbewerb und Immobilien weist der Report für Deutschland 99,9 Punkte aus. Bei Umsatz und Nachfrage sind es 54,6 Punkte und bei Kosten und Margen 55,0 Punkte. Der Teilbereich Gründung und Personal erreicht 36,9 Punkte.

In die Bewertung von Wettbewerb und Immobilien fließt unter anderem die Restaurantdichte ein. Für Deutschland, Spanien, Polen und Dänemark nennt Metro weniger als zwei Restaurants je 1.000 Einwohner. In Tschechien, Griechenland und Portugal seien es dagegen rund drei bis vier Restaurants je 1.000 Einwohner.

Daneben betrachtet der Report die Entwicklung der gewerblichen Mietkosten. Nach Angaben von Metro wird dabei insbesondere untersucht, wie sich die Mietkosten seit 2021 entwickelt haben. Konkrete Länderwerte zur Mietkostenentwicklung enthält das vorliegende Material an dieser Stelle nicht.

Metro weist für Deutschland 460.000 Euro Umsatz je Betrieb aus

Ein weiterer Indikator des Reports ist der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb. Für Deutschland weist Metro rund 460.000 Euro pro Betrieb aus. Spanien kommt auf rund 280.000 Euro, Luxemburg auf rund 810.000 Euro.

Metro weist zugleich darauf hin, dass diese Kennzahl nicht isoliert betrachtet werden könne. Hohe Umsätze könnten auf ein tragfähiges Marktumfeld hindeuten, würden teilweise aber auch durch ein höheres Preisniveau beeinflusst. Erwartbare Umsätze seien deshalb ein relevanter Indikator für Gründungs- und Expansionsentscheidungen, aber kein alleiniger Maßstab für die Attraktivität eines Marktes.

Auch bei den Ausgaben der Haushalte zeigen die zugrunde gelegten Daten Unterschiede zwischen den untersuchten Märkten. Im Durchschnitt geben Haushalte laut Metro rund 1.900 Euro pro Jahr im Gastgewerbe aus. In Irland, Österreich und Malta liegen die von Eurostat ausgewiesenen Werte jeweils bei mehr als 3.000 Euro pro Kopf und Jahr. Für die Niederlande nennt Metro rund 2.100 Euro.

Deutschland erreicht bei Gründung und Personal insgesamt 36,9 Punkte

Den niedrigsten deutschen Teilwert weist der Restaurant Launch Report bei Gründung und Personal mit 36,9 Punkten aus. In diesem Bereich berücksichtigt Metro sowohl die bürokratische Effizienz bei Gründungsprozessen als auch die Verfügbarkeit von Personal im Service- und Gastgewerbe.

Für die Bewertung der formalen Hürden greift Metro auf Daten aus dem Doing Business Archive der Weltbank zurück. Griechenland, Irland und die Niederlande schneiden nach Darstellung des Reports bei den formalen Hürden vergleichsweise günstig ab. Weniger günstig stelle sich die Situation in Deutschland, Österreich und Italien dar.

Auch die Verfügbarkeit von Personal wird berücksichtigt. Nach der Auswertung schneiden Spanien, Irland und Portugal hier vergleichsweise günstig ab. Dort seien vergleichsweise wenige Stellen unbesetzt. Höhere Vakanzen weist Metro dagegen für Tschechien, Österreich, die Niederlande und Frankreich aus.

Martin Boschhuizen, leitender Country Manager Deutschland beim Metro Marktplatz, spricht für Deutschland von einem „gemischten Bild“. Deutschland werde beim Wettbewerbs- und Immobilienumfeld vergleichsweise stabil eingeordnet und liege bei Nachfrage und Kosten eher im Mittelfeld. „Bürokratie und die angespannte Personalsituation können die Umsetzung neuer Konzepte bremsen“, erklärt Boschhuizen.

Metro weist für Deutschland Stromkosten von 0,21 Euro aus

Beim Teilbereich Kosten und Margen erreicht Deutschland 55,0 Punkte. Die Untersuchung berücksichtigt dabei unter anderem das Preisniveau für Lebensmittel und Getränke sowie die Energiekosten.

Bei Lebensmitteln und Getränken weisen die von Metro herangezogenen Eurostat-Daten vergleichsweise günstige Preisniveaus vor allem für Polen, Tschechien, Ungarn, Spanien und die Niederlande aus.

Für die Stromkosten nennt Metro in Deutschland und Österreich jeweils rund 0,21 Euro je Kilowattstunde. In Frankreich seien es rund 0,16 Euro, in Irland rund 0,28 Euro. Für die skandinavischen Märkte weist die Auswertung Werte zwischen rund neun und 13 Cent je Kilowattstunde aus.

Spanien führt die Gesamtwertung vor Finnland und Dänemark an

Den ersten Platz im Vergleich der 20 untersuchten Märkte belegt Spanien mit 100 Punkten. Das Land erreicht 99,5 Punkte bei Umsatz und Nachfrage und 100 Punkte bei Kosten und Margen. Für Gründung und Personal weist der Report 69,9 Punkte aus, für Wettbewerb und Immobilien 89,7 Punkte.

Bei der Nachfrage berücksichtigt Metro unter anderem touristische Ausgaben. Für Spanien nennt die Auswertung rund 98 Milliarden Euro pro Jahr, für Frankreich rund 71 Milliarden Euro und für Italien rund 54 Milliarden Euro.

Hinter Spanien folgen Finnland, Dänemark und Schweden. Finnland erreicht insgesamt 83,4 Punkte, Dänemark 72,5 Punkte und Schweden 67,9 Punkte. Finnland kommt bei Gründung und Personal auf 90,3 Punkte. Für Dänemark weist der Report bei Wettbewerb und Immobilien 100 Punkte aus.

Metro untersucht zusätzlich Städte in vier europäischen Fokusmärkten

Neben dem Ländervergleich ergänzt der Restaurant Launch Report die Untersuchung für Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande um einen Städtevergleich. Dafür seien Daten zu Wettbewerbern, gewerblichen Mieten, dem Outdoor-Dining-Komfort und zur lokalen Kaufkraft ausgewertet worden.

Metro bezeichnet die Ergebnisse des Restaurant Launch Reports als vergleichende Indikatoren zur Orientierung. Sie ersetzten keine individuelle Standort- oder Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Kammergericht Berlin hat nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands eine Trinkgeld-Klausel von Lieferando für unwirksam erklärt. Die Regelung schloss eine Erstattung auch dann aus, wenn das Restaurant die Bestellung stornierte und das Essen nicht ausgeliefert wurde.

Eine Studie der Universität Hohenheim untersucht anhand von rund 200 Tonnen Lebensmitteln für etwa 211.000 Mahlzeiten den Biodiversitäts-Fußabdruck der Hohenheimer Mensa. Die Herkunft der Zutaten spielt nach den Ergebnissen eine entscheidende Rolle.

Eine Verbraucherumfrage im Auftrag von Lightspeed zeigt unterschiedliche Kriterien bei der Auswahl von Restaurantgerichten. 29 Prozent der Befragten achten auf ausgewogene Ernährung, 14 Prozent bestellen Gerichte mit einem hohen Proteingehalt und 15 Prozent interessieren sich für Kalorienangaben.

Das Grand Resort Bad Ragaz und die Wassmer Family Group beenden im Februar 2027 ihre Zusammenarbeit. Damit endet auch das bisherige Konzept des mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten Sven Wassmer Memories – die Restaurantstandorte will das Resort anschließend selbst weiterführen.

Sternekoch Sven Wassmer schließt das Drei-Sterne-Restaurant Memories im Grand Resort Bad Ragaz per Ende Februar 2027. Zusammen mit seiner Frau will er sich mehr um die Familie kümmern und künftig international beratend tätig sein.

Das Berliner Promi-Paar Annika und Frederick Lau ist ins Dönergeschäft eingestiegen. Die Moderatorin und der Schauspieler haben in Berlin-Kreuzberg in Nachbarschaft des Clubs SO36 einen veganen Dönerladen eröffnet. 

Seit Jahrzehnten ist der «Gay Sunday» eine Institution auf dem Oktoberfest. Da wird die «Bräurosl» zur Männerdomäne. Doch das soll sie in diesem Jahr nicht bleiben.

Negroni in Florenz, Pisco Sour in Lima oder Daiquiri in Havanna: Manche Cocktails sind eng mit einer Stadt und ihrer Geschichte verbunden. Eine Reise zu fünf berühmten Drinks, ihren Ursprüngen und den Bars, die ihre Legenden bis heute pflegen.

Sind 18,99 Euro für eine Zwiebelsuppe sportlich kalkuliert? Ein Facebook-Nutzer fand offenbar schon. Die Mook Group nahm den Kommentar zum Anlass, ihre Soupe à l’oignon durchzurechnen – inklusive Arbeitszeit, Kartengebühren und zerbrochener Terrinen. Das Ergebnis überraschte selbst die Wirte.

Taco Bell konkretisiert den Zeitplan für seinen Deutschlandstart. Das erste öffentlich zugängliche Restaurant der US-Kette soll Ende September in Köln eröffnen. Betreiberin ist die Feel Better Holding.