Die Mafia als Namenspate in der Gastronomie

| Gastronomie Gastronomie

Ob „Cosa Nostra“, „Mafia Pizza Express“ oder „Wurstpate“ – in der heimischen Gastronomie sind an die Mafia angelehnte Namen weit verbreitet. Der italienische Agrarverband findet das allerdings gar nicht so witzig, wie nun unter anderem die Badischen Neuesten Nachrichten berichten: Der Missbrauch von Mafia-Namen sei ein Geschäft, das dem Image von Produkten „Made in Italy“ Schaden zufüge, erklärte demnach Ettore Prandini, Präsident des Verbandes Coldiretti. Paola Pentassuglia aus der Abteilung für präventive Ermittlungen der italienischen Anti-Mafia-Behörde ist ebenfalls kein Fan der Namen: Man banalisiere damit ein kriminelles Phänomen, kommentierte sie laut BNN. 

Doch nicht nur in Deutschland werden die Mafia-Namen für Werbezwecke eingesetzt. So eröffnete Lucia Riina vor einigen Monaten in Paris das Restaurant „Corleone“, das nicht nur dem Namen nach mit den kriminellen Clans zutun hat. Ihr Vater war schließlich Salvatore Riina, der bis zu seinem Tod 2017 Mitglied der sizilianischen Cosa Nostra und für rund zwei Jahrzehnte Oberhaupt des Clans in der berüchtigten Mafia-Hochburg Corleone war. Der mutmaßliche „Capo di tutti i capi“ (Boss der Bosse) wurde aufgrund seiner Brutalität von den Medien auch „Die Bestie“ genannt. 

Der Bürgermeister der sizilianischen Stadt war von der Eröffnung des Restaurants gar nicht begeistert. „Es sei nicht richtig, dass Mitglieder einer Familie, die das Image dieser Stadt zerstört hätten, eine Familie, die Dutzende Menschen aus Corleone getötet habe, den Namen ihrer Stadt für wirtschaftliche Vorteile missbrauche, erklärte Nicolò Nicolosi Medienberichten zufolge. Lucia Riina wollte sich zum Thema jedoch nicht äußern und forderte Respekt für ihre Privatsphäre. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Restaurants und Cafés in Kroatien müssen ab dem 1. Oktober neben aktuellen Preisen auch Referenzpreise ausweisen. Der Zagreber Gastronomieverband befürchtet Verwirrung bei Gästen.

Die traditionsreiche Berliner Feinkost-Institution Rogacki kehrt mit einem Pop-up-Standort in die Markthalle Neun zurück und bereitet die Rückkehr nach Charlottenburg vor.

Ab Oktober müssen kroatische Restaurants und Cafés neben dem aktuellen Preis auch einen historischen Referenzpreis ausweisen. Arbeitgeber kritisieren den bürokratischen Mehraufwand.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland haben in der Villa Marburg in Heigenbrücken den diesjährigen Team Day ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Treffens standen neun unterschiedliche Masterclasses sowie der sogenannte Markt der Genüsse.

Das Hamburger Sterne-Restaurant Haebel beendet am 31. Dezember 2026 seinen regulären Betrieb. Fabio Haebel nennt Grenzen der vorhandenen Infrastruktur als Grund und kündigt weitere Veranstaltungen in den bisherigen Räumen an.

Kentucky Fried Chicken hat im texanischen McKinney ein neues Konzeptrestaurant eröffnet, das als Testlabor für erweiterte Menüs und modernisierte Serviceprozesse dient.

Starbucks schließt rund 250 Filialen in den USA und Kanada, um das nordamerikanische Netzwerk zu restrukturieren. Durch die Reduktion unrentabler Standorte soll die operative Effizienz gesteigert werden. Die Kosten belaufen sich auf 300 Millionen US-Dollar.

Seit Freitag wird auf dem Wasen wieder kräftig getrunken, geschunkelt und gefeiert. Bei vielen Gästen auch mit Zigarette - obwohl es ein strengeres Nichtrauchergesetz gibt. Wie kann das sein?

Ein komplettes Mittagessen für nur einen Euro? Das lockt viele Studierende in Frankreich an - und sorgt für Überlastung bei den Mensen. Muss das Angebot bald eingeschränkt werden?

Auf dem Wasen herrscht in den kommenden 17 Tagen wieder so etwas wie Ausnahmezustand. Bis zum 11. Oktober wird nach dem traditionellen Auftakt um 16.00 Uhr auf dem zweitgrößten Volksfest der Welt in Stuttgart wieder getrunken, geschunkelt und gefeiert.