EHI-Studie „Handelsgastronomie in Deutschland 2020“

| Gastronomie Gastronomie

Die Handelsgastronomie professionalisiert sich zunehmend und arbeitet verstärkt an Prozessen, Abläufen und einem attraktiven Produktportfolio, verbunden mit größerer Kundenorientierung. „Wir beobachten einen deutlichen Trend zur Qualitätssteigerung im Hinblick auf die Speisen und Getränke sowie die Ausstattung und das Ambiente“, erklärt Handelsforscher Olaf Hohmann ein Ergebnis der aktuellen EHI-Studie. „Inzwischen scheuen die HändlerInnen nicht mehr den Vergleich mit der klassischen Gastronomie und erzielen zunehmend relevante Umsätze“.

Wachsender Markt

Insgesamt erwirtschaftet der deutsche Einzelhandel 2019 einen Jahresumsatz von rund 10 Mrd. Euro an über 35.000 Verkaufsstellen mit seinen Versorgungskonzepten in den Vorkassenzonen, mit To-go-Convenience und mit gastronomischen Angeboten auf der Fläche. Das entspricht einer Steigerung von rund 4 Prozent jährlich gegenüber 2017. Für den Erwerb von Getränken und verzehrfertig zubereiteten Speisen an diesen Verkaufsstellen beträgt der Durchschnittsbon in 80 Prozent aller Fälle bis zu 6 Euro, 20 Prozent der KundInnen geben teilweise deutlich über 6 Euro für die gastronomischen Angebote im Handel aus. Jede/r zweite KundIn der Handelsgastronomie kauft bei der Gelegenheit auch andere Artikel im Handel vor Ort ein.
 

Passende Kompetenzen

An Orten, wo man sich ohnehin aufhält, preiswert essen oder ein schnell verfügbares To-go-Angebot in Anspruch nehmen – diese Wünsche von KonsumentInnen kann die Handelsgastronomie besonders gut erfüllen. Ihre Kernkompetenzen und Erfolgsfaktoren sehen die gastronomischen Angebote der Handelsunternehmen in der Kundennähe, der schnellen Verfügbarkeit des Speisenangebots, der schnellen Bezahlung und einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. Für den Erfolg wichtig sind ihrer Ansicht nach auch Authentizität, Atmosphäre, freundliches Personal, guter Service, frische und qualitativ hochwertige Zutaten. Zunehmend wünschen sich die KundInnen nach Angaben der Händler beim Speisenangebot auch einen Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität und Herkunft der Zutaten.

Corona-Auswirkungen

Von der Corona-Krise war die Handelsgastronomie weniger stark betroffen als die klassische Gastronomie. Im ersten Halbjahr 2020 hatte die Handelsgastronomie mit einem Minus zwischen 20 und 30 Prozent vergleichsweise geringe Umsatzeinbußen. Die gastronomischen Angebote im Nonfood-Handel waren dabei stärker betroffen als die des Lebensmitteleinzelhandels. In der aktuellen Pandemie-Situation kommt für die Handelsgastronomie positiv hinzu, dass die KundInnen das One-Stop-Shopping schätzen. Beim Einkauf ermöglichen es die handelsgastronomischen Angebote schnell und preiswert zu speisen oder gleich auf To-go-Angebote zurückzugreifen und so den Unbequemlichkeiten der Kontaktbeschränkungen zu entgehen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Laut YouGov ist der Anteil der Alkoholtrinker in Deutschland innerhalb von zehn Jahren von 78 auf 68 Prozent gesunken. Der Barmanager der Hamburger Skyline Bar 20up berichtet zugleich von steigender Nachfrage nach alkoholfreien Cocktails – ihr Anteil am Cocktailverkauf liege bei rund 30 Prozent.

Uber hat den Kauf der US-Cateringplattform ezCater für 2,3 Milliarden US-Dollar vereinbart. Mit der geplanten Übernahme soll Catering in das Angebot von Uber Eats eingebunden werden; der Abschluss steht noch unter Vorbehalt.

Die meisten Gourmetrestaurants seien weniger gefragt als noch vor einigen Jahren, erklärt Gusto-Gründer Markus Oberhäußer und verweist auf ein Überangebot an Fine-Dining-Konzepten. Zum Koch des Jahres kürt der Restaurantführer Sebastian Obendorfer vom Eisvogel in Neunburg vorm Wald.

True Food Kitchen hat ein Chapter 11-Verfahren beantragt und zwölf Restaurants geschlossen. Die US-Kette, an der Oprah Winfrey weiterhin beteiligt ist, betreibt noch 34 Standorte und plant einen gerichtlich beaufsichtigten Verkaufsprozess.

Am 2. November verkündet der Michelin Guide Schweiz seine Restaurantauswahl für das Jahr 2026. Die Zeremonie findet dieses Jahr auf fast 1.500 Metern Höhe in Andermatt in den Schweizer Alpen statt.

Das Münchner Oktoberfest ist ein Millionen-Spektakel. Doch noch nie war so viel los wie in diesem Jahr. Von einer «Gute-Laune-Wiesn» spricht die Stadt - doch wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten.

Paris führt das Streetfood-Ranking von Radical Storage vor Athen und Thessaloniki an. Die Untersuchung aus April 2026 vergleicht 6.897 Betriebe und berücksichtigt unter anderem Anbieterdichte, Preise und Bewertungen.

Napoli on the Road in London führt die Rangliste 50 Top Pizza World 2026 vor Una Pizza Napoletana in New York und Confine in Mailand an. Pizza Zulu in Fürth erreicht als einziger deutscher Betrieb Platz 33.

Das Münchner Oktoberfest ist bisher ausgesprochen gut besucht. Bis inklusive Mittwoch kamen 5,2 Millionen Besucher, wie aus anonymisierten Mobilfunkdaten hervorgeht. Das waren rund 700.000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das «Fogón Asado» in Buenos Aires steht in der jährlichen Tripadvisor-Rangliste ganz oben in der weltweiten Gunst der Restaurantbesucher. In dem Grilllokal wird Fleisch ähnlich wie Wein verkostet.