Fulminantes erstes Wiesn-Wochenende - eine Million Gäste

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Sonne, blauer Himmel, Besucherströme ohne Ende: Das Oktoberfest hat am ersten Wochenende nach einer Schätzung der Festleitung gut eine Million Gäste angelockt. Das sind so viele wie selten. «Aus Sicht des Veranstalters war das erste Wochenende auf dem Oktoberfest ein Traumstart», teilte die Pressestelle mit. Rund 525.000 Besucher seien am Samstag da gewesen, etwa 475.000 am Sonntag. 

Wirte berichten demnach von einer wunderschön entspannten Wiesn - und einem zunehmenden Trend zu alkoholfreien Getränken. Die Schausteller und Marktkaufleute hätten sich über ein gut gelauntes Publikum gefreut. An den Kinderkarussells und Fahrgeschäften sei viel zu tun gewesen.

Im Vorjahr hatte die Festleitung bei ebenfalls perfektem Herbstwetter und blauem Himmel rund 850 000 Besucher am ersten Wochenende gemeldet.

Die Wiesn dauert 16 Tage und endet am 6. Oktober. Im vergangenen Jahr kamen zu dem auf 18 Tage verlängerten Fest insgesamt 7,2 Millionen Gäste - nach der Zählung der Stadt München als Veranstalterin so viele wie nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1980. 

 

24-Jährige aus den USA erstes «Bieropfer»

Zweieinhalb Stunden nach dem Anstich und damit dem Beginn des Bierausschanks auf dem Oktoberfest ist das erste sogenannte Bieropfer auf der Wiesn-Sanitätsstation gelandet. Um 14.31 Uhr sei eine 24 Jahre alte Besucherin aus den USA mit der Trage gebracht worden, berichtete der Betriebsleiter der Aicher Ambulanz. 

Das Wiesnbier hat seine Tücken: Es ist mit etwa sechs Prozent Alkohol stärker als ein normales Helles, es gibt nur Maß, also einen ganzen Liter - und bei warmem Wetter in der Schwüle der Bierzelte rinnt es leicht die Kehle hinunter.

An den Eingängen zur Wiesn hatten zahlreiche Gäste schon in den frühen Morgenstunden auf den Einlass gewartet - und manche hatten offensichtlich gut vorgeglüht.

Rund 530 Einsatzkräfte, darunter 55 Ärztinnen und Ärzte, werden sich an den 16 Festtagen um die Gesundheit der Besucher kümmern. Auf der Wiesn 2023 behandelten die Aicher Helfer 8.157 Patienten. Rund ein Drittel von ihnen landete wegen einer Intoxikation auf der Station - zu viel Alkohol.

Söder lobt in Lederhose: Wiesn «einfach besser» als Berlin

Unbeschwerte Partystimmung trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen: Das Münchner Oktoberfest hat begonnen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zapfte am Samstag um Punkt 12.00 Uhr im Schottenhamel-Zelt das erste Fass Bier mit zwei Schlägen an und eröffnete damit das wohl größte Volksfest der Welt: «Ozapf is!» Auf volles Risiko gehen und es mit nur einem Schlag versuchen, das traue er sich nicht, sagte Reiter. Sonst blamiere er sich vor der ganzen Welt.

Nach ersten Schätzungen der Festleitung kamen am ersten Tag gut eine halbe Million Menschen auf die Theresienwiese.

Die erste frisch gezapfte Maß Bier reichte Reiter traditionsgemäß Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Söder machte vor allem durch sein neues Outfit von sich reden. Erst kürzlich hatte er sich einen Bart wachsen lassen. Und jetzt trug er auch noch zum ersten Mal beim Wiesn-Anstich Lederhosen - eine bestickte Miesbacher Hirschlederne, wie sie traditionell im Alpenvorland üblich ist. 

«Die wollte ich schon immer haben, es hat sich aber nie eine Gelegenheit ergeben», sagte der aus Franken stammende Ministerpräsident, der eigentlich zuhauf schon Gelegenheit dazu gehabt hätte, weil er jedes Jahr beim Wiesn-Anstich dabei ist. Aber im Sommer habe er dann Kontakt zu jemandem bekommen, der Lederhosen macht. Und von dem habe er dann eine bekommen. Zur Begründung, warum er eine Lederhose trage, sagte er kurz und knapp: «Weil es gut ausschaut.»

Für OB Reiter war das Ganze ein ungewohnter Anblick: Er sei überrascht gewesen, dass er den Ministerpräsidenten, der sonst in schwarzen Stoffhosen zum Anstich kam, einmal so zu sehen bekomme. «Es steht ihm aber.»

Söder machte zudem noch eine Anspielung auf die vor wenigen Tagen gefallene Entscheidung, dass Friedrich Merz der Kanzlerkandidat der Union wird: «Berlin oder die Wiesn - die Wiesn ist einfach besser.»

Wetter: sonnig und trocken 

Bei herbstlich milden Temperaturen und Sonnenschein waren die Wiesnwirte in festlich geschmückten Kutschen zum Festgelände gefahren. Die Prognosen sehen fürs erste Wiesn-Wochenende gut aus - zumindest am Sonntag bleibt es um die 20 Grad warm. Danach soll es wieder kühler werden - und auch regnen.

Schon am frühen Morgen hatten die ersten Wiesn-Fans - zumeist in Dirndl und Lederhose - an den Eingängen auf die Öffnung des Festgeländes gewartet. Als sich die Tore gegen 9.00 Uhr öffneten, stürmten Hunderte im Laufschritt Richtung Festzelte, um einen guten Platz zu ergattern. Der Andrang war enorm - sicher auch wegen des sonnigen Wetters.

Die Polizei in München zeigte sich zufrieden mit dem Auftakt. Bis zum Nachmittag sei es «noch relativ ruhig» geblieben, sagte eine Sprecherin. 

Den Anstich verfolgte traditionell auch eine Reihe von Prominenten, darunter etwa Florian Silbereisen, DJ Ötzi, Franz Herzog von Bayern, Carolin Reiber und die Schauspielerinnen Michaela May und Jutta Speidel, die zusammen fröhlich Selfies machten. Auch der frühere Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller war da, Comedian Michael Mittermeier und «Tatort»-Kommissar Udo Wachtveitl. 

An die sechs Millionen Besucher werden bis zum 6. Oktober zur Wiesn erwartet. Im vergangenen Jahr kamen zu dem auf 18 Tage verlängerten Fest 7,2 Millionen Gäste - nach der Zählung der Stadt München als Veranstalterin so viele wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1980. 

Zweieinhalb Stunden nach dem Anstich und dem Beginn des Ausschanks landete das erste sogenannte Bieropfer auf der Wiesn-Sanitätsstation. Um 14.31 Uhr sei eine 24 Jahre alte Besucherin aus den USA mit der Trage gebracht worden, berichtete Michel Belcijan, Betriebsleiter der Aicher Ambulanz. 

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen 

Die Wiesn startete unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Als Konsequenz aus den mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlägen von Solingen und München werden für die Festtage die Kontrollen an den Eingängen intensiviert, unter anderem kommen erstmals Hand-Metalldetektoren zum Einsatz. Rund 600 Polizisten sollen an den 16 Festtagen im Dienst sein. Dazu kommen Tausende Ordner. 1.200 bis 1.500 sind allein von der Stadt eingesetzt.

Kontrollen an den Eingängen und hohe Polizeipräsenz gehören seit langem zum ausgeklügelten Sicherheitskonzept, ebenso ein Verbot von größeren Taschen, Messern und Glasflaschen. Über dem Gelände herrschen Flugverbote auch für Drohnen. Videokameras helfen bei der Überwachung des Geländes. 

Bier teurer, Trinkwasser kostenlos

Das Bier wird einmal mehr teurer. Die Maß kostet zwischen 13,60 und 15,30 Euro. Tafelwasser liegt im Schnitt bei über zehn Euro pro Liter. Seit dem Vorjahr gibt es kostenlos Trinkwasser an Brunnen auf dem Festgelände. Im Südteil der Theresienwiese findet die traditionsgeprägte Oide Wiesn mit Blasmusik, Volkstanz und historischen Fahrgeschäften statt.

Tragischer Unfall

Den Aufbau des Fests überschattete ein tödlicher Arbeitsunfall. An der berühmten Olympia-Looping-Achterbahn wurde ein 20 Jahre alter Arbeiter bei einer Testfahrt von einem Zug erfasst, er starb im Krankenhaus. Die Bahn sollte nach der TÜV-Freigabe dennoch am Samstag eröffnen.

Zum Wiesn-Start aber dominierte zunächst trotz allem die Feierstimmung. Augenscheinlich kamen schon zum Oktoberfest-Auftakt besonders viele Gäste aus dem Ausland in die bayerische Landeshauptstadt. Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner sagte: «Die Menschen sind fröhlich, die Menschen sind entspannt.» 

Das sah auch Skandalkünstler Jonathan Meese so: «Es ist ein Gesamtkunstwerk», beschrieb der 54-Jährige das Oktoberfest. «Hier ist keine Ideologie, es wird nur gefeiert - mit Liebe.» Und: «Die Wiesn ist die Mutter aller Feste.» (dpa)


 

 

 

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