Gastro-Experiment in Berlin-Mitte: Juit testet Tiefkühl-Konzept mit Mikrowellen

| Gastronomie Gastronomie

Das Berliner Unternehmen Juit weitet sein bisher rein digitales Geschäftsmodell auf den stationären Handel aus. In der Zimmerstraße 67/69, in unmittelbarer Nähe zum Checkpoint Charlie, hat das Startup einen Pop-up-Store eröffnet. Wie das Unternehmen mitteilt, bildet das dortige Testfeld in Berlin-Mitte aufgrund der hohen Bürodichte und des urbanen Publikums den Rahmen für die Erprobung eines neuen Verpflegungsformats. Anstelle einer klassischen Restaurantküche setzt der Betrieb am Standort vollständig auf tiefgekühlte Fertiggerichte.

Das Konzept sieht vor, dass Kunden aus einer Auswahl von über 40 verschiedenen Speisen wählen können. Laut Unternehmensangaben werden diese Gerichte in einer Küche in Ettlingen frisch gekocht, anschließend schockgefroren und in den Laden geliefert. Das Sortiment umfasst Optionen wie Zitronenhähnchen, Butter Chicken oder vegetarische Linguini. Ein wesentlicher Bestandteil der Verkaufsstrategie ist die Zeiteffizienz: Die Mahlzeiten können vor Ort innerhalb von rund acht Minuten in bereitgestellten Mikrowellen selbstständig erwärmt werden.

Hybride Nutzung und technische Ausstattung

Der Pop-up-Store fungiert sowohl als Speiselokal als auch als Verkaufsstelle für den Außer-Haus-Verzehr. Kunden haben die Wahl, ihr Gericht direkt an einem der 20 Sitzplätze zu konsumieren oder es im tiefgekühlten Zustand mitzunehmen. Für den Transport bietet Juit spezielle Kühltaschen an. „Unser Ziel ist es, dass jeder in acht Minuten ein frisch erwärmtes Gericht genießen kann – egal ob bei uns im Store oder mitgenommen ins eigene Office“, erklärt Serdar Mansour Azar, Mitbegründer und Geschäftsführer von Juit.

Bei der Gestaltung des Ladenraums kooperiert das Startup mit dem Möbelhersteller Vitra, von dem die Tische und Stühle stammen. Marco Dimpker von Vitra betont in diesem Zusammenhang die Verbindung von Ernährung und urbanem Alltag. Die technische Ausstattung für die Zubereitung wird durch den Elektronikkonzern Hisense bereitgestellt, der insgesamt 20 Mikrowellen für den Standort zur Verfügung stellt.

Preisstruktur und operative Details

Die Preisgestaltung sieht einen Einheitspreis von 7,99 Euro pro Gericht vor. Ein Kombi-Angebot inklusive Getränk wird für 9,99 Euro vertrieben. Ergänzend zu den Speisen werden Kaltgetränke verschiedener Marken sowie Handelswaren wie Trinkflaschen und Bekleidungsstücke angeboten.

Der operative Betrieb ist auf minimale Wartezeiten und eine einfache Handhabung ausgelegt. Laut Juit sind alle Mahlzeiten mit detaillierten Nährwertangaben versehen, um verschiedenen Ernährungspräferenzen wie einer proteinreichen oder kalorienarmen Kost gerecht zu werden. Der Store ist montags bis sonntags von 10:30 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Bezahlung erfolgt am Standort ausschließlich bargeldlos. Der Zugang zum Geschäft ist barrierefrei gestaltet, zudem ist die Mitnahme von Hunden gestattet.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ob gemeinsam Stricken im Kino, Pub-Quiz spielen oder zusammen Lieder schmettern im Stadion - Events mit Gemeinschaftsgefühl sind in Hessen gefragt. Das kommt auch den Veranstaltern zugute.

Die Pub-Kultur ist den Briten heilig. Nun wagt sich sogar eine deutsche Supermarktkette in das Geschäft - hinter der Idee eines Lidl-Pubs stecken allerdings ungewöhnliche Umstände.

Das Stuttgarter Frühlingsfest naht – und wer aufs Geld achten muss, kann zumindest beim Bierpreis etwas durchatmen. Es soll keine Überraschungen geben, sagen die Wirte.

Am Flughafen Stuttgart ist ein weiteres gastronomisches Angebot gestartet: Casualfood hat im Gatebereich das Konzept Beans & Barley eröffnet. Das teilt der Flughafen in einer Mitteilung mit. Das Selbstbedienungsrestaurant richtet sich nach Angaben des Betreibers an Fluggäste vor dem Abflug und befindet sich im Wartebereich der Gates.

Die Nasa veröffentlicht Details zur Verpflegung der Artemis-2-Crew und weist Spekulationen über ein schwebendes Glas Nuss-Nugat-Creme zurück. Rund 189 Speisen stehen den Astronauten während ihres Flugs zur Auswahl.

Das Hotel The Capra organisiert im Juni 2026 gemeinsam mit dem Yale-Historiker Paul Freedman ein dreitägiges Seminar zur Geschichte der Schweizer Gastronomie. Die Veranstaltung thematisiert die kulinarische Entwicklung von der Belle Époque bis zur Gegenwart.

Von der Küche der Queen auf einen Acker in Darmstadt: Stefan Pappert kochte für rund 100 Gäste Variationen des Edelgemüses bei der offiziellen Eröffnung der Spargelsaison.

Basketball-Star LeBron James eröffnet in seiner Heimatstadt Akron das Restaurant Buckets. Der Betrieb dient gleichzeitig als Ausbildungsstätte für Teilnehmer seines sozialen Förderprogramms.

Das Restaurant Horváth in Berlin plant für Oktober 2026 eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Own the Pass“, bei der junge Köche für einen Abend den Betrieb übernehmen sollen. Bewerbungen sind bis Juni 2026 mit Konzept und Lebenslauf möglich

Burger King hat eine landesweite Rekrutierungsoffensive gestartet, um bis zu 60.000 neue Stellen in seinen knapp 6.500 Restaurants in den USA zu besetzen. Die Suche umfasst sowohl Einstiegspositionen als auch das Management.