Gastro-Sterben in Thüringen und Sachsen-Anhalt besonders stark

| Gastronomie Gastronomie

Innerhalb von zehn Jahren hat in Thüringen und Sachsen-Anhalt jeder fünfte Gastronomiebetrieb dicht gemacht. Damit halten die beiden mitteldeutschen Länder den Negativrekord unter den Bundesländern. Das ergaben Recherchen des MDR-Magazins "Umschau". Dabei wurde die Umsatzsteuer-Statistik des Statistischen Bundesamtes der Jahre 2007 bis 2016 ausgewertet. Sachsen als drittes mitteldeutsches Bundesland liegt mit einer Quote von -12 Prozent knapp über dem Mittelwert für alle Bundesländer von -10 Prozent. Besonders hoch ist die Schließungsquote bei den so genannten Schankwirtschaften. In Thüringen schlossen von 2007 bis 2016 39 Prozent der Kneipen, in Sachsen 33 Prozent und Sachsen-Anhalt 30 Prozent. Der Bundesländer-Mittelwert liegt bei minus 23 Prozent.

Der Thüringer Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Dirk Ellinger sieht neben der betriebswirtschaftlichen Situation ein weiteres Problem: "Es lassen sich keine Nachfolger finden. Dies ist insbesondere im ländlichen Raum zu beobachten." Zudem sei auch die Suche nach Fachkräften und Auszubildenden schwierig. Den geringeren Rückgang der Zahlen in Sachsen führt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Sachsen, auf die Entwicklung in den Städten zurück: "Unsere prosperierenden Großstädte können den negativen Trend auf dem Land abfedern. Bei der vergleichsweisen niedrigen Kaufkraft in ländlichen Regionen ist es dort nicht mehr attraktiv, eine Gaststätte zu betreiben." Das Stadt-Land-Gefälle zeigen auch die Zahlen für Stadtstaaten. Besonders niedrig liegt die Schließungsquote in Bremen (-3%) und Hamburg (-1%). In Berlin konnte sogar ein Zuwachs von elf Prozent verzeichnet werden.

Die Zahlen geben den aktuellsten Stand wieder. Die Umsatzsteuerstatistik für 2016 hat das Statistische Bundesamt 2018 veröffentlicht. Hier das gesamte Ranking für Deutschland.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Restaurants und Cafés in Kroatien müssen ab dem 1. Oktober neben aktuellen Preisen auch Referenzpreise ausweisen. Der Zagreber Gastronomieverband befürchtet Verwirrung bei Gästen.

Die traditionsreiche Berliner Feinkost-Institution Rogacki kehrt mit einem Pop-up-Standort in die Markthalle Neun zurück und bereitet die Rückkehr nach Charlottenburg vor.

Ab Oktober müssen kroatische Restaurants und Cafés neben dem aktuellen Preis auch einen historischen Referenzpreis ausweisen. Arbeitgeber kritisieren den bürokratischen Mehraufwand.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland haben in der Villa Marburg in Heigenbrücken den diesjährigen Team Day ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Treffens standen neun unterschiedliche Masterclasses sowie der sogenannte Markt der Genüsse.

Das Hamburger Sterne-Restaurant Haebel beendet am 31. Dezember 2026 seinen regulären Betrieb. Fabio Haebel nennt Grenzen der vorhandenen Infrastruktur als Grund und kündigt weitere Veranstaltungen in den bisherigen Räumen an.

Kentucky Fried Chicken hat im texanischen McKinney ein neues Konzeptrestaurant eröffnet, das als Testlabor für erweiterte Menüs und modernisierte Serviceprozesse dient.

Starbucks schließt rund 250 Filialen in den USA und Kanada, um das nordamerikanische Netzwerk zu restrukturieren. Durch die Reduktion unrentabler Standorte soll die operative Effizienz gesteigert werden. Die Kosten belaufen sich auf 300 Millionen US-Dollar.

Seit Freitag wird auf dem Wasen wieder kräftig getrunken, geschunkelt und gefeiert. Bei vielen Gästen auch mit Zigarette - obwohl es ein strengeres Nichtrauchergesetz gibt. Wie kann das sein?

Ein komplettes Mittagessen für nur einen Euro? Das lockt viele Studierende in Frankreich an - und sorgt für Überlastung bei den Mensen. Muss das Angebot bald eingeschränkt werden?

Auf dem Wasen herrscht in den kommenden 17 Tagen wieder so etwas wie Ausnahmezustand. Bis zum 11. Oktober wird nach dem traditionellen Auftakt um 16.00 Uhr auf dem zweitgrößten Volksfest der Welt in Stuttgart wieder getrunken, geschunkelt und gefeiert.