Gault Millau Österreich 2021 veröffentlicht / Die Ergebnisse

| Gastronomie Gastronomie

In Österreich ist der Gault&Millau-Restaurantführer erschienen. Die Spitzengruppe mit 19 Punkten hat einen Koch verloren. Der Guide bewertet auch Köche in Südtirol, wo es seit diesem Jahr erstmal zwei Fünf-Hauben-Köche gibt.

Selten sei eine Ausgabe des Restaurantführers Gault&Millau so stark auf das Positive konzentriert, schreibt der Guide. Coronabedingt habe es, anders als in Deutschland, keine Abwertungen gegeben.

„Natürlich bleibt es unsere wichtigste Aufgabe, für unsere Leser die besten Restaurants des Landes zu finden, zu beschreiben und zu bewerten. Leidenschaft, Hingabe, Ausdauer, Innovation und Nachhaltigkeit wollen wir aber, in so einem Ausnahmejahr, mehr denn je berücksichtigen“, sagen die Herausgeber Karl und Martina Hohenlohe.

716 Hauben-Restaurants in ganz Österreich
(24 mehr als im Vorjahr)


Die Zahlen zeigen, wie groß das Potenzial der heimischen Gastronomie tatsächlich sei, schreiben die Autoren: Der neue Guide verzeichnet nicht weniger als 716 Hauben-Restaurants in ganz Österreich – im Jahr davor waren es 692.

In den letzten Monaten sei die österreichische und Südtiroler Gastronomie auf eine harte Probe gestellt. Doch viele Restaurants hätten die Krise zum Anlass genommen, um sich neu aufzustellen. Ihr kulinarisches Konzept entschlackt und modernisiert, neue Lieferanten in der Region gesucht und gefunden oder mit innovativen Take-away Ideen neue Vertriebsschienen aufgebaut. Solches Engagement wurde von den Gault&Millau-Testern positiv bewertet. Im Gegenzug wurde berücksichtigt, dass die Restaurants angesichts der gesetzlichen Einschränkungen nicht das volle Programm fahren konnten.

„Unsere Bewertungen sind natürlich objektiv und seriös, in der Stimmungslage aber so positiv wie möglich gehalten“, betont Herausgeberin Martina Hohenlohe, „die Fairness gebietet es jedoch, dass wir heuer nicht das sprichwörtliche Haar in der Suppe gesucht haben.“

2021: Vier 5-Hauben-Köche (2020 waren es noch fünf)

Die Top-Liga der Höchstbewerteten blieb nahezu unverändert. Außer: Simon Taxacher in Kirchberg in Tirol ist aus der Fünf-Hauben-Welt ausgestiegen. Er wird in seinem Kirchberger Hotel Rosengarten in Zukunft ein 2-Hauben-Bistro betreiben. (Tageskarte berichtete) Somit verzeichnet der neue Guide vier Fünf-Hauben-Köche mit je 19 von 20 Punkten: Konstantin Filippou (Konstantin Filippou, Wien), Silvio Nickol (Silvio Nickol Gourmet Restaurant, Wien), Heinz Reitbauer (Steirereck im Stadtpark, Wien), Karl und Rudolf Obauer (Obauer, Werfen).

Einen Neuzugang mit 5 Hauben: Chef Gerhard Wieser!

Einen Neuzugang mit fünf Hauben verdanken wir unserem Nachbarn Südtirol - Südtirol wird im Gault&Millau Österreich "als 10. Bundesland" mit berücksichtigt Die Alpenregion mit ihrem italienischen Charme bietet für Gourmets eine neue Top-Adresse: Gerhard Wieser hat mit seinem Restaurant Trenkerstube im Hotel Castel in Dorf Tirol, nördlich von Meran, in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er einfach zu den Besten der Besten seines Faches zählt. Neben Norbert Niederkofler im Restaurant St. Hubertus im Hotel Rosa Alpina, St. Kassian, ist Gerhard Wieser jetzt der zweite Fünf-Hauben-Koch Südtirols.

5 und 4 Hauben

Auch Kenner der heimischen Szene hätten nicht vermutet, dass angesichts der widrigen Umstände so viele beeindruckende Leistungen möglich waren. Gerade in der Zwei-, Drei- und Vierhauben-Liga hätten viele Betriebe radikal umdenken, Kosten reduzieren, rasch neue Ideen entwickeln müssen. „Dass so viele Restaurants dennoch eine so großartige Performance gebracht haben, kann man gar nicht genug betonen“, freut sich Karl Hohenlohe.

Mit Hilfe des neuen, international vergleichbaren 5-Hauben-Bewertungssystems, wurden in diesem Jahr nicht weniger als 37 Restaurants mit 17 bis 18,5 Punkten bewertet und daher mit vier Hauben ausgezeichnet.
.
18,5 Punkte Restaurants (2021: 9 / 2020: 8):
- AMADOR, Wien
- DÖLLERER, Golling (S)
- IKARUS, Salzburg
- LANDHAUS BACHER, Mautern (NÖ)
- MRAZ & SOHN, Wien
- NEU: ROTE WAND CHEF´S TABLE, Lech/Zug am Arlberg (V)
- NEU: SENNS.RESTAURANT, Salzburg
- STÜVA, Ischgl (T)
- TAUBENKOBEL, Schützen am Gebirge (B)
.
18 Punkte Restaurants (2021: 7 / 2020: 9):
- NEU: AM PFARRHOF, St. Andrä im Sausal (ST)
- NEU: BOOTSHAUS, Traunkirchen (OÖ)
- GESCHWISTER RAUCH, Bad Gleichenberg (ST)
- GRIGGELER STUBA, Lech/Oberlech am Arlberg (V)
- NEU: MÜHLTALHOF, Neufelden (OÖ)
- PAZNAUNERSTUBE, Ischgl (T)
- SEE RESTAURANT SAAG, Techelsberg am Wörthersee (K)
.
17,5 Punkte Restaurants (2021: 11 / 2020: 9)
- AEND, Wien
- AURELIOS´S, Lech am Arlberg (V)
- DIE FORELLE, Weissensee (K)
- NEU: DIE WEINBANK - RESTAURANT, Ehrenhausen (ST) - vorm. 16,5 Punkte
- NEU: GLASS GARDEN, Salzburg
- NEU: INTERALPEN CHEF´S TABLE, Telfs-Buchen/Seefeld (T)
- KILIAN STUBA, Hirschegg/Kleinwalsertal (V)
- SICHER RESTAURANT, Tainach (K)
- NEU: SONNHOF, St. Veith im Pongau (S)
- NEU: STIAR, Ischgl (T)
- TANGLBERG, Vorchdorf (OÖ)
.
17 Punkte Restaurants (2021: 10 / 2020: 12):
- APRON, Wien
- CARAMÉ, Velden am Wörthersee (K)
- NEU: EDVARD, Wien - vorm. 16 Punkte
- NEU: GUT PURBACH, Purbach (B) - vorm. 16,5 Punkte
- NEU: HOLZPOLDL, Lichtenberg (OÖ) - vorm. 16,5 Punkte
- HUBERTUS STUBE, Neustift im Stubaital (T)
- MESNERHAUS, Mauterndorf (S)
- MÖRWALD "TONI M.", Feuersbrunn (NÖ)
- NEU: PRAMERL & THE WOLF, Wien - vorm. 16,5 Punkte
- TIAN RESTAURANT WIEN, Österreichs bestes Veggie-Restaurant
.
Die Aufsteiger des Jahres 2021
Selbst in einem Jahr, das durch Schließungen geprägt ist, gab es Neueröffnungen. Einige davon sogar auf beeindruckend hohem Niveau: In Wien schafften es gleich vier Neueinsteiger, aus dem Stand mit drei Hauben ausgezeichnet zu werden: die Hausbar am Karlsplatz, das Schubert 2.0 in der Schreyvogelgasse, das Noble Savage am Salzgries und das nach seiner Adresse benannte Seidengasse 31.


Die Gault&Millau Sonderpreise 2021, nach Bundesländern
.
WIEN:
- Hotel des Jahres 2021: Max Brown 7th District, 1070 Wien
- Ambiente Award 2021: Bar Campari, 1010 Wien
- NEU: POP des Jahres 2021: Vollpension, 1040 Wien,
- Weinkarte des Jahres 2021: Restaurant Fuhrmann, 1080 Wien
.
BURGENLAND:
- Koch des Jahres 2021: Max Stiegl, 7083 Purbach
- Alternativer Wein des Jahres 2021: „Weisze Freyheit 2017“ Gernot und Heike Heinrich, 7122 Gols
- Kollektion des Jahres 2021: Christoph Wachter-Wiesler, 7474 Deutsch-Schützen
.
NIEDERÖSTERREICH:
- Wirtshaus des Jahres 2021: Gasthaus a. d. Kreuzung, Familie Hausgnost, 2042 Guntersdorf
- Entdeckung des Jahres 2021: Viktor Fischer, 3133 Wagram ob der Traisen
- Weinkarte des Jahres mit Österreichschwerpunkt 2021: Gasthaus Schwarz in 3521 Nöhagen
- Sekt des Jahres 2021: Blanc de Blancs NV Schloss Gobelsburg, Schlossstraße 16, 3550 Gobelsburg, Kamptal
.
OBERÖSTERREICH:
- Bier des Jahres 2021: Granitbock, Brauerei Hofstetten, 4113 St. Martin i. Mühlkreis
- Brauerei des Jahres 2021: Wenzl Privatbräu, 4783 Wernstein
- Lebenswerk 2021: Ewald Pöschko, Braucommune in Freistadt, 4240 Freistadt
.
STEIERMARK:
- Sommelier des Jahres 2021: Christian Zach, Restaurant Weinbank, 8461 Ehrenhausen
- Wein des Jahres 2021: „Sauvignon Blanc Alte Reben 2017“, Weingut Neumeister, 8345 Straden
- Ausnahmewinzer des Jahres 2021: Rebenhof, Harmut Aubell, 8461 Ratsch a.d. Weinstraße
- Kernöl des Jahres 2021: Wolfgang Mayr, 8362 Fürstenfeld
.
KÄRNTEN:
- Preisträger Lebenswerk 2021 (Hotel): Familie Daberer Biohotel Daberer, 9635 Dellach im Gailtal
.
SALZBURG:
- Service Award 2021: Gertraud Brandstätter, Brunnwirt, 5330 Fuschl am See
- Lebenswerk 2021: Johanna und Dietmar Maier, Das Maier, 5532 Filzmoos
- Ambiente des Jahres 2021 (Hotel): Priesteregg Premium Eco Resort, 5771 Leogang
.
TIROL:
- Pâtissier des Jahres 2021: Michael Hollaus, Interalpen, Chefs Table, 6410 Telfs-Buchen/Seefeld
- Hoteliers des Jahres 2021 (Hotel): Katharina und Franz-Josef Perauer, Zillertalerhof, 6290 Mayrhofen
- Entdeckung des Jahres 2021 (Hotel): Mari Pop, 6273 Ried im Zillertal
.
VORARLBERG:
- Newcomer des Jahres 2021: Jakob Zeller und Ethel Hoon, Jakob & Ethel im "Klösterle" (powered by Hotel "Almhof Schneider"), 6764 Lech am Arlberg

In die Hotellerie wurden folgende Preise vergeben:

Gault-Millau 2021: Die Hotel-Sonderpreise

Hotel des Jahres 2021 ist das Max Brown 7th District in Wien: „Basics at its best“, so lautet die Devise der holländischen Hotelgruppe, die neben ihrer sechsstöckigen Dependance im siebten Wiener Bezirk mit 143 Zimmern zwei Häuser in Amsterdam und jeweils eines in Berlin und Düsseldorf betreibt.

Hoteliers des Jahres 2021

Hoteliers des Jahres 2021 sind Katharina und Franz-Josef Perauer vom Zillertalerhof. Ihr Motto: Tradition reloaded. Ihr Anspruch: Die alpin-urbane Welt in einem Hotel zu vereinen. Katharina und Franz-Josef Perauer haben den familiären Zillertalerhof zum kosmopolitischen Viersterne-Superior-Hideaway mit Mid-Century-Chic verwandelt.

Lebenswerk 2021

Für ihr Lebenswerk geehrt wird 2021 Familie Daberer vom Der Daberer, das Biohotel. Die Kärntner Hoteliers sind Bio-Vordenker der ersten Stunde, seit mehr als 40 Jahren verankern Inge und Willi Daberer und ihre gesamte Familie das Thema Nachhaltigkeit in ihrer Unternehmensphilosophie.

Entdeckung des Jahres 2021

Entdeckung des Jahres 2021 ist das Hotel Mari Pop. Silvia Gschösser und Markus Rist haben aus dem alten Grillhof seiner Eltern das Mari Pop-Hotel gemacht. Einen lebhaften Treffpunkt und gleichzeitig stillen Rückzugsort mitten im Zillertal, mit Kunst im Haus, atemberaubender Natur rundherum und Platz für alle: Große und Kleine, Frischverliebte, Ruhesuchende und solche, die etwas erleben wollen. 

Ambiente Award 2021

Den Ambiente Award 2021 gewinnt das Priesteregg Premium Eco Resort: Das Premium Eco Resort in den Leoganger Steinbergen besteht aus Chalets und Villen, zwei davon und das Spa sind neu.

Sonderauszeichnungen 2021

Newcomer des Jahres 2021 sind Jakob Zeller und Ethel Hoon aus dem Mini-Restaurant “Klösterle” in Lech. Den Service-Award 2021 gewinnt Gertraud Brandstätter aus dem “Brunnwirt” in Fuschl am See. Am Herd steht dort Johannes Brandstätter, dessen Vorfahren seit vielen Generationen den Gasthof führen. Pâtissier des Jahres 2021 ist Michael Hollaus aus dem Interalpen-Hotel Tyrol. Hollaus hat in den besten Küchen des Landes gearbeitet. Für ihr Lebenswerk geehrt wurden 2021: Johanna und Dietmar Maier aus dem “Das Maier” in Filzmoos.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Berliner Gastronomin Marie-Anne Wild hat zum achten Mal den MAW Ladies Lunch im Restaurant Tim Raue ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Sichtbarkeit von Frauen in verschiedenen Berufsfeldern.

Zum zehnjährigen Jubiläum feiern die HeimWerk Restaurants ihr Bestehen mit einer Aktionswoche und plant für den Sommer 2026 die Eröffnung eines weiteren Standorts in Leipzig.

Eine neue Umfrage zeigt, wie viel Gäste für Kaffee in Restaurants und Cafés ausgeben würden. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass steigende Preise das Kaufverhalten vieler Verbraucher zunehmend beeinflussen.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Mit dem Joseph’s eröffnet Anfang Juni ein neues Restaurant im Titlis Tower auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Das gastronomische Angebot ist Teil eines Investitionsprojekts der Titlis Bergbahnen, das bis 2029 umgesetzt werden soll.

Pincho Nation eröffnet Mitte Juni einen neuen Standort in Karlsruhe. Es ist der erste Restaurantbetrieb der Marke in Deutschland, der von einem Franchise-Partner geführt wird.

Der Gastronom Giovanni Massimino hat in Hamburg-Uhlenhorst ein neues Lokal eröffnet, das italienische Speisen mit einem Barkonzept verbindet. Entgegen der Namensgebung steht keine heiße Schokolade auf der Karte.

Finland startet die Kampagne Finland’s Official Tasting Table, bei der Interessierte an exklusiven Degustationsmenüs in Lappland sowie an der Küste teilnehmen können. Die Auswahl der 16 Gäste erfolgt über ein Bewerbungsverfahren bis Juni 2026.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Der Gastronomiekritiker und Journalist Jürgen Dollase hat die Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung beendet. Wie Dollase mitteilte, habe er die Zusammenarbeit „fristlos gekündigt“.