Harald Wohlfahrt weint den Sternen nicht nach

| Gastronomie Gastronomie

Spitzenkoch Harald Wohlfahrt weint den Sternen nicht nach. «Ich habe so viele Auszeichnungen bekommen. Ob jetzt eine mehr oder weniger da hängt, ich vermisse ehrlich gesagt keine», sagte der 64-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, wo Wohlfahrt am Samstag mit seiner Dinner-Show Palazzo Premiere feierte. Er habe immer für seine Gäste gekocht und nicht für Sterne. «Insofern war mir jeder Gast im Restaurant wichtiger als die Auszeichnungen.» Auch die Arbeit in der Gourmetküche fehle ihm nicht. Er sei «sehr dankbar» dafür, dass er heute sehr befreit das machen kann, worauf er Lust habe. «Ein zweites berufliches Dasein, was völlig anderes, leider sieben Jahre zu spät», konstatierte er.

Wohlfahrt, der als Deutschlands bester Küchenchef 25 Jahre lang ununterbrochen vom Guide Michelin mit drei Sternen benotet worden war, ehe er im Sommer 2017 nach Streitigkeiten seinen Abschied aus der «Schwarzwaldstube» in Baiersbronn nehmen musste, hat sich inzwischen beruflich neu etabliert. Neben den Palazzi in Mannheim und Stuttgart, für die er seit 19 und 16 Jahren die Vier-Gänge-Menüs zusammenstellt, begleitet er kulinarisch das Festspielhaus Baden-Baden, betreibt in Trittenheim an der Mosel eine Unternehmergemeinschaft, die Catering, Kochkurse, Sonderveranstaltungen und private Feiern ausrichtet, entwickelt für einen südbadischen Einzelhändler in Achern Fertiggerichte und kreiert Menüs für die MSC-Kreuzfahrtschiffe in Genua.

Auch für die Zukunft hat Wohlfahrt klare Vorstellungen. Er werde im nächsten Jahr 65, dann sei es Zeit «einen Break zu machen und Dinge herauszufiltern, die mir noch Spaß machen und die ich als Herausforderungen sehe». Von anderen Dingen wolle er sich ein bisschen lösen.

Auch Spitzenkoch Ali Güngörmüs und Maria Groß zeigen sich entspannt ohne Stern. (Tageskarte berichtete) Ihre früheren Kochauszeichnungen sind für die beiden Spitzenköche zwar wichtig für die Karriere gewesen - im Moment leben sie nach eigenen Worten aber ganz gut ohne diese Auszeichnung. Vielleicht bekomme er ja für sein neues Münchner Restaurant wieder einen davon, sagte Güngörmüs neulich in Berlin bei einer Veranstaltung im Schloss Bellevue. «Aber mir ist der Stern in der Garage momentan lieber.» Ohne den Stern würde sie nicht ihr heutiges Leben führen, meinte Groß. Über den Michelin-Führer sagte sie: «Das ist eine Bibel. Und wenn Du das Glück hast, mal drinnen zu stehen, das ist wie ein Olympiasieg. Den kann Dir keiner mehr nehmen.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab 22 Uhr gibt es im Münchner Univiertel künftig kein Bier mehr zu kaufen. Damit versucht die Stadt erneut, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Zwei Betriebe hatten bis zuletzt nicht mitziehen wollen.

60 Seconds to Napoli expandiert in der Domstadt und nimmt am 12. September den zweiten Standort im Mediapark in Betrieb. Neben dem bestehenden Betrieb am Heumarkt erweitert das Unternehmen damit sein Angebot in Köln.

Taco Bell will sein erstes öffentlich zugängliches Restaurant in Deutschland in Köln eröffnen. Der Franchisepartner Feel Better Holding bestätigt den Deutschland-Auftakt in der Domstadt, während auch in Bonn und Bayern Vorbereitungen laufen.

Ein neuer Report der US-amerikanischen National Restaurant Association untersucht die Bedeutung von Getränken für Restaurantbesuche. 50 Prozent der befragten erwachsenen Gen Z und 47 Prozent der Millennials kaufen demnach mindestens einmal pro Woche ausschließlich Getränke in Restaurants.

Vergangenes Jahr wurde er mit einer Flasche im Gesicht verletzt, seitdem kämpft Kneipenwirt Simsit für mehr Sicherheit in seinem Viertel: Das Alkoholkonsumverbot, das er initiierte, zeigt Wirkung.

Pommes Freunde leitet eine weitere Phase der Expansion im österreichischen Markt ein. Nach der Eröffnung des ersten Standorts in Wien strebt das Unternehmen den Aufbau eines flächendeckenden Filialnetzes an. Pro Jahr sind etwa fünf Neueröffnungen vorgesehen.

Die Plattform Listflix hat die Verteilung von Dönerläden in deutschen Großstädten für das Jahr 2026 ausgewertet. Dabei zeigt sich eine ungleiche regionale Versorgungsdichte, wenn die Anzahl der Betriebe auf die jeweilige Einwohnerzahl bezogen wird.

Sodexo Deutschland übernimmt die gesamte Gastronomie und das Event-Catering im neuen DKB-Campus Upbeat in Berlin. Die Zusammenarbeit umfasst auf 35.000 Quadratmetern Fläche mehrere Gastronomiebereiche sowie Konferenzservices.

Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés und Eissalons in Baden-Württemberg haben im Juni 2026 real 7,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr lagen ihre preisbereinigten Umsätze 5,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Biertreber als Appetizer, Futter nach Geheimrezept: Auf Gut Karlshof leben die Ochsen, die bald auf der Wiesn verspeist werden. Warum einer Sebastian heißt - und wie seine Haut zur Schürze wird.