Hunderte Restaurants bieten inzwischen Dinner im Wohnmobil an

| Gastronomie Gastronomie

Not macht erfinderisch. Dass dieser alte Satz im Corona-Jahr 2020 gilt, zeigen derzeit viele Restaurantbesitzer. Mit Angeboten für Gäste mit Wohnmobilen setzen sie auf eine Nische und hoffen auf einen Trend.

Zwischen Restaurantbesuch und Lieferdienst: Angesichts weiter geschlossener Gastronomie setzen einige Betreiber auf Wohnmobil-Dinner. Dabei können Besucherinnen und Besucher mit ihrem Camper vor dem Restaurant parken und das Menü von der Karte bestellen. Essen und Getränke werden dann an die Tür geliefert - fertig ist der kleine Ausbruch aus dem Corona-Alltag.

«Wer Platz hat, kann mitmachen», sagt Restaurantbetreiber Carlos Vaz aus Wolfsburg. Der 52-Jährige meint damit aber nicht die Räumlichkeiten im Restaurant, sondern den Parkplatz davor. Serviert in das mobile Wohnzimmer wird eine Box mit Tellern und Gläsern aus dem Restaurant. Die Idee ist also einfach, der Mehraufwand laut Vaz gering. Eine Genehmigung des Ordnungsamtes lag ihm zufolge auch schnell vor.

Auch Romantik Hotel Hof zur Linde in Münster ist dabei. An zweiten Adventswochenende wird auf dem großzügigen Parkplatz ein Vier-Gang-Menu mit Lachscarpaccio, Kürbiscreme und Schokoladen-Spekulatiusmousse zum Preis von 69,00pro Person inklusive Aperitif ans Wohnmobil serviert.

Auch Romantik Hotel Hof zur Linde in Münster ist dabei. An zweiten Adventswochenende wird auf dem großzügigen Parkplatz ein Vier-Gang-Menu mit Lachscarpaccio, Kürbiscreme und Schokoladen-Spekulatiusmousse zum Preis von 69,00pro Person inklusive Aperitif ans Wohnmobil serviert.

Angebote wie diese verbreiten sich derzeit in vielen Regionen. Medienberichte über mitmachende Restaurants etwa in Bremerhaven oder Brinkum sorgen sicher für weitere Aufmerksamkeit. Eine Facebook-Gruppe zu Abendessen in Wohnmobilen hat inzwischen 20.000 Mitglieder.

Der Wolfsburger Vaz verweist auf eine Karte im Internet, die mittlerweile Hunderte Angebote bundesweit anzeigen soll. Sein Team vom Vidaloca in Wolfsburg bietet den Service seit etwa drei Wochen an und hat ihm zufolge damit einen Volltreffer im Teil-Lockdown gelandet.

«An Wochenenden stehen hier schon bis zu 20 Wohnmobile», berichtet Vaz. Die Maßnahme gegen die Schließungen funktioniere und helfe in der weiter unsicheren Zeit ungemein, sagt Vaz. Die Tageskasse sei oft gut gefüllt und die Gäste zeigten ihre Dankbarkeit für die Abwechslung auch gern mit etwa mehr Trinkgeld.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Noma in Kopenhagen gilt als eines der besten Restaurants der Welt. Doch Ex-Mitarbeiter werfen Chefkoch Redzepi laut «New York Times» Gewalt und Demütigungen vor. Jetzt zieht der Däne Konsequenzen.

Eine Woche vor der offiziellen Vorstellung der vollständigen Restaurantselektion 2026, hat der Guide Michelin die diesjährigen Preisträger des Bib Gourmand für Österreich bekannt gegeben. Wie die Organisation mitteilt, erhalten in diesem Jahr 26 Restaurants die Auszeichnung neu.

Kurz vor der Veröffentlichung des Guide Michelin Frankreich 2026 sorgen prominente Abwertungen für Aufsehen: Das Pariser Traditionsrestaurant L’Ambroisie verliert nach Jahrzehnten seinen dritten Stern, während auch renommierte Häuser in der Provinz Federn lassen müssen.

Sternekoch Heston Blumenthal kündigt die Schließung seines Zwei-Sterne-Restaurants Dinner by Heston für Januar 2027 an. Neben auslaufenden Pachtverträgen führt der Gastronom steigende Warenkosten und gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an.

Feinkost Käfer übernimmt nach einer europaweiten Ausschreibung das Catering in den Lounges des BER und festigt damit seine Präsenz am Berliner Markt sowie im Segment der gehobenen Flughafengastronomie.

Billy Wagner analysiert die strukturelle Ausbeutung in der Sternegastronomie und fordert nach den Noma-Enthüllungen eine ehrliche Debatte über Preise und Arbeitsbedingungen. Der Inhaber des Berliner Sternerestaurants Nobelhart & Schmutzig thematisiert damit ein tief verwurzeltes Systemproblem der gesamten Branche.

Mit 20 Mikrowellen statt einer Kochbrigade: Das Startup Juit eröffnet in Berlin-Mitte einen Pop-up-Store für tiefgekühlte Fertiggerichte. Kunden können ihre Mahlzeit in acht Minuten vor Ort selbst erwärmen oder für den späteren Verzehr mit nach Hause nehmen.

Gastronom Josef Laggner rettet das insolvente „Kuchel Eck“ in Berlin-Wilmersdorf. Die traditionsreiche Eckkneipe am Ludwigkirchplatz bleibt unter ihrem Namen bestehen und wird Teil der Laggner Gruppe.

Die US-Gastronomie steht vor einer Bereinigungswelle. Laut aktuellen Branchenberichten droht fast jedem zehnten Bedienrestaurant das Aus, da massive Kostensteigerungen und Umsatzrückgänge die Rentabilität behindern.

Das dänische Restaurant Noma und dessen Inhaber René Redzepi stehen im Zentrum massiver Kritik durch ehemalige Angestellte. Die New York Times berichtet über eine Arbeitskultur der Angst und Gewalt. Inszwischen hat sich Inhaber René Redzepi zu den Vorwürfen geäußert.