Insolvenzwelle bei britischen Pubs

| Gastronomie Gastronomie

Unter dem Druck steigender Kosten haben einer Analyse zufolge innerhalb eines Vierteljahres so viele Pubs in Großbritannien geschlossen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Im ersten Quartal hätten 200 Kneipen Insolvenz angemeldet, zitierten britische Branchenblätter das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Price Bailey. In einem Jahr hätten damit nun 620 Pubs in England, Wales und Schottland dicht gemacht, 68 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Viele Gaststätten leiden unter höheren Kosten für Energie, Rohstoffe und Löhne. Wegen zahlreicher Zugstreiks blieben Pendler weg. Auch die höheren Lebenshaltungskosten haben demnach Folgen für Pubs, da Verbraucher weniger Geld zur Verfügung hätten. Die Situation könne sich sogar noch verschlimmern, weil Gastrobetriebe wegen steigender Zinsen Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten, warnte Price Bailey.

Separat erhobene Daten zeigen nur eine leichte Verbesserung. Demnach hat weiterhin mehr als jedes fünfte Pub (22 Prozent) eingeschränkte Öffnungszeiten - das ist aber eine Verbesserung im Vergleich zu Ende 2022, als die Quote bei 29 Prozent lag. Wegen der gestiegenen Kosten wollen viele Kneipen weiterhin die Preise erhöhen, wenngleich auch hier die Zahlen sanken.

Zugleich wies die Analyse auch auf Lichtblicke für die Branche hin. So hätten mit 35 Prozent mehr als zwei Mal so viele der befragten Pubs steigende Umsätze gemeldet als sinkende (16 Prozent). Das bedeute eine dramatische Verbesserung im Vergleich zur Lage vor sechs Monaten, als nur 7 Prozent von besseren Umsätzen sprachen, aber 58 Prozent von rückläufigen Erlösen.

«Für viele Kneipenbetriebe, die über die schwierigen Jahre hinweg unüberschaubare Schulden angehäuft haben, könnte die Verbesserung der wirtschaftlichen Aussichten zu spät kommen», sagte Price-Bailey-Experte Matt Howard. «Die Banken werden voraussichtlich zunehmenden Druck auf die Schuldner ausüben, Kredite zu erfüllen oder abzubezahlen.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

ATLANTIC Hotels hat Details zur 20 High Skyline Bar im neuen Atlantic Hotel Frankfurt vorgestellt. Die Bar soll mit der Hoteleröffnung im September 2026 den Betrieb aufnehmen und wird von Mo Kaba geleitet.

Tim Raue eröffnet gemeinsam mit der Heidelberger Bliss-Group ein zeitlich begrenztes Restaurant im ehemaligen Commissary des Patrick-Henry-Village. Das Konzept mit dem Titel Taste of the Dragon umfasst ein Fünf-Gänge-Menü.

Der Aufbau des Oktoberfests läuft auf Hochtouren, der berühmte Paulaner-Turm steht - aber die Kellnerinnen-Parade des Künstlers Emil Kneiß ist kopflos geworden: Eine schwarze Folie verhüllt die Gesichter. Über den Hintergrund herrscht Rätselraten.

Burger King will die in den vergangenen Jahren wegen Pandemie und Inflation aufgeschobene Expansion in Deutschland nun nachholen. «Alle Zeichen stehen auf Wachstum», sagte Deutschland-Chef Andreas Bork zum 50. Jahrestag der Eröffnung des ersten deutschen Burger-King-Restaurants.

Die Landeshauptstadt Hannover zieht nach dem Abschluss des 497. Schützenfestes eine positive Bilanz der zehntägigen Veranstaltung. Nach Angaben der Stadtverwaltung kamen rund 900.000 Besucher auf den Schützenplatz.

Die peruanische Hauptstadt Lima richtet am 4. November erstmals die Verleihung der The World’s 50 Best Restaurants aus. Wie der Veranstalter mitteilt, finde die Preisverleihung damit zum ersten Mal in Südamerika statt.

Für die insolvente Hamburger Gastronomie TamTam hat der vorläufige Insolvenzverwalter die Investorensuche gestartet. Ob und wann der Betrieb wieder aufgenommen wird, hängt nach seinen Angaben von einer erfolgreichen Übernahme ab.

Der frühere Profifußballer Lukas Podolski betreibt schon eine ganze Dönerkette. Auch Schauspieler Frederick Lau plant nun in Berlin einen Dönerladen. Allerdings ganz ohne Fleisch.

Der Betreiber des TamTam im Hamburger Hanseviertel hat Insolvenz beantragt. Der aktuelle Betrieb war erst im Oktober 2025 gestartet. Zuvor hatte das frühere Le Big TamTam im September 2025 geschlossen.

Der Koch Markus Stöckle will im Herbst 2026 ein neues Restaurant in der Zürcher Altstadt eröffnen. Das Lokal entsteht an der Glockengasse 7 im Kreis 1, wo früher das Restaurant Kaiser’s Reblaube ansässig war. Stöckle gehe das Projekt gemeinsam mit seiner Partnerin Elif Oskan an, berichtet der Gastroführer GaultMillau.