Krispy-Kebab-Streit: KFC erwägt, Döner aus Verkauf zu nehmen

| Gastronomie Gastronomie

Im Streit um Markenrechte an einem Kebab-Gericht erwägt der amerikanische Fast-Food-Anbieter Kentucky Fried Chicken einen Rückzieher. KFC Deutschland teilte auf Anfrage mit, dass die Gespräche mit dem Bielefelder Dönerunternehmen Krispy Kebab zwar noch liefen, diese seien aber «herausfordernd». Man wolle weiterhin «eine gemeinsame Lösung» finden. Aber: «Sollte das am Ende nicht gelingen, würden wir unseren KFC Krispy Kebab schweren Herzens aus dem Programm nehmen.»

KFC verkauft seit kurzem in Deutschland eine Dönervariante namens Krispy Kebab. Die Bielefelder Dönerfirma Krispy Kebab hatte sich ihr gleichnamiges Produkt aber markenrechtlich schützen lassen, was KFC nach eigenem Bekunden nicht wusste. Die deutsche Dönerkette hat 17 Standorte, und zwar in Bielefeld, Hannover, Essen, Emden, Wesel und weiteren Städten. KFC hat weltweit rund 32.000 Standorte.

Krispy-Kebab-Chef Sergen Kolcu befürchtete Umsatzeinbußen, wenn die Kundschaft teilweise abwandere und annehme, dass sein Dönerprodukt nun auch bei KFC zu haben sei. Nach der Ankündigung, das KFC-Gericht womöglich aus dem Verkauf zu nehmen, zeigte sich Kolcu erleichtert. 

Anwalt sieht klare Rechtsverletzung

Sein Anwalt Markus Brock von der Kanzlei SKW Schwarz sieht in dem KFC-Produkt eine klare Verwechslungsgefahr und infolgedessen eine Markenrechtsverletzung. «Wenn ein Konsument an einem Krispy-Kebab-Standort vorbeifährt und danach bei KFC deren Krispy Kebab sieht, könnte er sich denken, dass die beiden Firmen zusammenarbeiten.» Markenrechtlich geschützt sei eine sogenannte Wort-Bild-Marke, deren Wortbestandteil prägend sei. 

Wenn Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt bringen wollen, machten sie üblicherweise eine «Freedom to Operate»-Analyse. Darin wird geprüft, ob mit dem neuen Produktnamen ein fremdes Markenrecht verletzt wird. «Krispy Kebab hätte bei dieser Prüfung auftauchen und KFC auffallen müssen», sagt Brock. Ob KFC so eine Analyse einfach nicht gemacht habe oder die Analyse lückenhaft gewesen sei, könne er nicht sagen. Es sei jedenfalls erstaunlich, dass ein so großer global agierender Anbieter so einen Fehler gemacht habe. 

Keine Bielefelder Dönersoße bei KFC

In den Gesprächen hatte Kolcu vorgeschlagen, gemeinsam ein Gericht zu machen, etwa mit Soße von der Bielefelder Dönerfirma. Das wiederum wollte KFC nicht. Das Angebot zu Gratis-Werbung in KFC-Filialen für die Dönerkette Krispy Kebab lehnte Kolcu ab. Die Chancen auf eine Last-Minute-Einigung in den Gesprächen sind nach seiner Einschätzung gering. «Wir haben einfach nicht zusammengefunden.» Er sehe sich in dem rechtlichen Tauziehen als David gegen Goliath. «David hat gewonnen.» 

Der 29-jährige Kolcu hat seine Dönerfirma 2017 gegründet, inzwischen hat er zwei eigene Läden in Bielefeld und 15 Standorte an Franchisepartner vergeben. Bis zum Sommer sollen zwei weitere hinzukommen. Seine Franchisepartner bekamen Gebietsschutz - in ihrem Gebiet darf also kein anderer Krispy Kebab verkauft werden. Dies wiederum machte den Streit durchaus kompliziert: Kolcu fürchtete, dass seine Franchisepartner von ihm Geld fordern könnten, weil der vertraglich geregelte Gebietsschutz nicht gewährleistet sei. 

Den neuen «Krispy Kebab» stellte KFC ausgerechnet in einem Werbevideo zum Prinzen-Song «Alles nur geklaut» vor. Kebab gebe es schon ganz lange und nun endlich auch bei KFC, wird in dem Lied gesungen. Man wolle aber keinen «Beef», beteuerte das Unternehmen. «Unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken.» Das englische Wort Beef heißt Rindfleisch, außerdem bezeichnet es im Slang einen persönlichen Streit oder handfesten Konflikt.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab 22 Uhr gibt es im Münchner Univiertel künftig kein Bier mehr zu kaufen. Damit versucht die Stadt erneut, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Zwei Betriebe hatten bis zuletzt nicht mitziehen wollen.

60 Seconds to Napoli expandiert in der Domstadt und nimmt am 12. September den zweiten Standort im Mediapark in Betrieb. Neben dem bestehenden Betrieb am Heumarkt erweitert das Unternehmen damit sein Angebot in Köln.

Taco Bell will sein erstes öffentlich zugängliches Restaurant in Deutschland in Köln eröffnen. Der Franchisepartner Feel Better Holding bestätigt den Deutschland-Auftakt in der Domstadt, während auch in Bonn und Bayern Vorbereitungen laufen.

Ein neuer Report der US-amerikanischen National Restaurant Association untersucht die Bedeutung von Getränken für Restaurantbesuche. 50 Prozent der befragten erwachsenen Gen Z und 47 Prozent der Millennials kaufen demnach mindestens einmal pro Woche ausschließlich Getränke in Restaurants.

Vergangenes Jahr wurde er mit einer Flasche im Gesicht verletzt, seitdem kämpft Kneipenwirt Simsit für mehr Sicherheit in seinem Viertel: Das Alkoholkonsumverbot, das er initiierte, zeigt Wirkung.

Pommes Freunde leitet eine weitere Phase der Expansion im österreichischen Markt ein. Nach der Eröffnung des ersten Standorts in Wien strebt das Unternehmen den Aufbau eines flächendeckenden Filialnetzes an. Pro Jahr sind etwa fünf Neueröffnungen vorgesehen.

Die Plattform Listflix hat die Verteilung von Dönerläden in deutschen Großstädten für das Jahr 2026 ausgewertet. Dabei zeigt sich eine ungleiche regionale Versorgungsdichte, wenn die Anzahl der Betriebe auf die jeweilige Einwohnerzahl bezogen wird.

Sodexo Deutschland übernimmt die gesamte Gastronomie und das Event-Catering im neuen DKB-Campus Upbeat in Berlin. Die Zusammenarbeit umfasst auf 35.000 Quadratmetern Fläche mehrere Gastronomiebereiche sowie Konferenzservices.

Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés und Eissalons in Baden-Württemberg haben im Juni 2026 real 7,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr lagen ihre preisbereinigten Umsätze 5,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Biertreber als Appetizer, Futter nach Geheimrezept: Auf Gut Karlshof leben die Ochsen, die bald auf der Wiesn verspeist werden. Warum einer Sebastian heißt - und wie seine Haut zur Schürze wird.