Manipulierte Restaurant-Kassen sollen Staat um hunderte Millionen Euro prellen

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Seit letztem Sommer sitzen zwei Brüder in Untersuchungshaft, die eine spezielle Software für den Betrug mit Restaurantkassen vertrieben haben sollen. Beiden Männern wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung und das Fälschen technischer Aufzeichnungen vorgeworfen.

Medienberichten zufolge sollen die zwei aus China stammenden Männer ihr Kassensystem „Multiway“ im ganzen Bundesgebiet vertrieben haben. Mit diesem sei es möglich gewesen, Umsätze zunächst ordnungsgemäß zu verbuchen und später wieder vollständig zu löschen. Dadurch könne das Geld gezielt der Besteuerung entzogen werden, so die Anklage. Nachgewiesen werden konnte bislang jedoch nur der Einsatz des Systems in acht Betrieben im Norden des Landes. Allein dabei soll dem Staat ein Schaden von rund sechs Millionen Euro entstanden sein. 

Der Gesamtschaden könnte allerdings weitaus höher liegen: Demnach gingen Steuerfahnder von mindestens einer halben Milliarde Euro aus, nachdem bei den Angeklagten Daten gefunden wurden, die auf einen Einsatz des Systems in mehr als 1.000 Restaurants hindeuten würden. Laut den Berichten stünden aber auch noch weitere Kassenanbieter im Fokus der Behörden. Die Ermittlungen würden aber viele Ressourcen benötigen, die an anderen Stellen nötiger seien. Daher habe nun das Land Niedersachsen übernommen, das spezielle IT-Ermittler beschäftigt. 

Aufgeflogen war das Ganze durch Besucher der Fahnder in den betroffenen Restaurants. Dort bestellten die Ermittler Speisen, fotografierten anschließend die Rechnungen und ließen sie dann auf dem Tisch liegen. Im Nachgang überprüften sie, ob die Einnahmen auch verbucht wurden. 


 

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