Manipulierte Restaurant-Kassen sollen Staat um hunderte Millionen Euro prellen

| Gastronomie Gastronomie

Seit letztem Sommer sitzen zwei Brüder in Untersuchungshaft, die eine spezielle Software für den Betrug mit Restaurantkassen vertrieben haben sollen. Beiden Männern wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung und das Fälschen technischer Aufzeichnungen vorgeworfen.

Medienberichten zufolge sollen die zwei aus China stammenden Männer ihr Kassensystem „Multiway“ im ganzen Bundesgebiet vertrieben haben. Mit diesem sei es möglich gewesen, Umsätze zunächst ordnungsgemäß zu verbuchen und später wieder vollständig zu löschen. Dadurch könne das Geld gezielt der Besteuerung entzogen werden, so die Anklage. Nachgewiesen werden konnte bislang jedoch nur der Einsatz des Systems in acht Betrieben im Norden des Landes. Allein dabei soll dem Staat ein Schaden von rund sechs Millionen Euro entstanden sein. 

Der Gesamtschaden könnte allerdings weitaus höher liegen: Demnach gingen Steuerfahnder von mindestens einer halben Milliarde Euro aus, nachdem bei den Angeklagten Daten gefunden wurden, die auf einen Einsatz des Systems in mehr als 1.000 Restaurants hindeuten würden. Laut den Berichten stünden aber auch noch weitere Kassenanbieter im Fokus der Behörden. Die Ermittlungen würden aber viele Ressourcen benötigen, die an anderen Stellen nötiger seien. Daher habe nun das Land Niedersachsen übernommen, das spezielle IT-Ermittler beschäftigt. 

Aufgeflogen war das Ganze durch Besucher der Fahnder in den betroffenen Restaurants. Dort bestellten die Ermittler Speisen, fotografierten anschließend die Rechnungen und ließen sie dann auf dem Tisch liegen. Im Nachgang überprüften sie, ob die Einnahmen auch verbucht wurden. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Kentucky Fried Chicken verkauft ein neues Gericht, die Dönervariante «Krispy Kebab». Moment mal, das ist doch unser Markenname, sagt eine Dönerkette. KFC betont: «Wir wollen keinen Beef.»

Das Berliner Restaurant Facil feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsprogramm ab Juli. Neben einem Podcast und speziellen Menüs stehen limitierte Kochkurse und eine Veranstaltung mit ehemaligen Weggefährten im Fokus der Feierlichkeiten.

Ruff's Burger expandiert weiter und übernimmt einen Standort in Bamberg. Ab Mai wird das ehemalige Burgerheart-Lokal unter neuer Flagge und modernisiertem Konzept fortgeführt.

Es darf gezapft und gefeiert werden auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Was macht die große Sause auf dem Cannstatter Wasen in diesem Jahr besonders? Was kostet das Bier? Und wann lohnt sich ein Besuch?

Drei deutsche Gastronomie-Teams kämpfen Ende April in München um den Einzug in das Weltfinale der Copa Jerez. Der Wettbewerb für Sherry-Pairings findet im Rahmen des Halbfinales von Koch des Jahres statt.

Die Unternehmensberatung McKinsey & Company beschreibt in einer aktuellen Analyse mögliche Entwicklungen für die Gastronomie in den kommenden Jahren. Demnach könnten Automatisierung, Künstliche Intelligenz und neue Betriebsmodelle zentrale Veränderungen vorantreiben.

Hans im Glück hat in Mannheim ihr 100. Restaurant eröffnet. Neben der Expansion in vier europäische Länder setzt das Unternehmen mit einem neuen Standort an einer Schweizer Autobahnraststätte erstmals auf ein geändertes Standortformat.

Die Bar „Harry’s Legacy“ im Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade ist nach Umbau wieder eröffnet. Die Wiedereröffnung steht laut Unternehmen im Zusammenhang mit einer geplanten Modernisierung des Hotels.

Wird die Rechnung etwa im Einzelhandel oder im Restaurant in den Kassensystemen der Unternehmen korrekt erfasst und verbucht? Das prüfen die Finanzämter bei unangemeldeten Kontrollen in Thüringen tausendfach.

Die Compass Group-Tochter Food Affairs entwickelt im neuen Leipziger Quartier Neo eine rund 3.000 Quadratmeter große Markthalle mit internationaler und regionaler Gastronomie. Das Konzept soll als zentraler Treffpunkt in der Innenstadt etabliert werden.