Menü für 1.500 Dollar: Restaurant Noma zieht nach Los Angeles

| Gastronomie Gastronomie

Das dänische Drei-Sterne-Restaurant Noma verlegt seinen Betrieb im Frühjahr 2026 für 16 Wochen in die USA. Vom 11. März bis zum 26. Juni 2026 wird das Team um Küchenchef René Redzepi in Los Angeles ansässig sein. Schauplatz der Gastronomie-Residenz ist eine private Örtlichkeit im Stadtteil Silver Lake, deren genaue Adresse erst nach einer erfolgreichen Reservierung bekannt gegeben wird. Das Projekt umfasst neben dem Restaurantbetrieb auch einen Laden für Produkte des Hauses sowie verschiedene Bildungsveranstaltungen.

Logistischer Kraftakt rechtfertigt hohen Menüpreis

Für das Gastspiel in Kalifornien ruft das Noma einen Preis von 1.500 US-Dollar pro Person auf. In dieser Summe sind das Menü, die Getränkebegleitung, der Service sowie die Steuern enthalten. Zum Vergleich: Im Stammhaus in Kopenhagen kostete das Menü zuletzt rund 590 Euro. Redzepi begründet die Preisgestaltung mit dem massiven logistischen Aufwand. Das Unternehmen übersiedelt mit mehr als 130 Mitarbeitenden an die Westküste. Die Kosten decken nicht nur den Transport, sondern auch die Unterbringung des Personals sowie teilweise die Organisation von Schulplätzen für die Kinder der Angestellten ab. Laut dem Küchenchef ist die Erzielung von Gewinn nicht das vorrangige Ziel des Aufenthalts.

Kulinarische Hommage an die kalifornische Landschaft

Inhaltlich orientiert sich das Team an den Gegebenheiten der Region. Die Zutaten sollen aus einem Umkreis von rund 500 Kilometern um Los Angeles bezogen werden, wobei Einflüsse aus dem Pazifik, den Bergen und der Wüste einfließen. „Wir nehmen uns Zeit, Zutaten, Produzenten und Traditionen kennenzulernen und lassen uns davon leiten, was am Ende auf dem Teller landet, gefiltert durch unsere Fantasie und das Know-how, das wir aus Dänemark mitbringen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Konkrete Gerichte wurden vorab nicht kommuniziert, doch es ist bekannt, dass regionale Pflanzen wie Bougainvillea und die für das Noma typischen Insekten verarbeitet werden sollen. Redzepi beschreibt das Vorhaben als das bisher größte Projekt in der Geschichte des Restaurants. Er betont die kulturelle Vielfalt der Stadt: „Es gibt Schmelztiegel der Kulturen, und dann gibt es LA. Es ist ein Epizentrum für Kultur, Kunst und Unterhaltung mit einer der interessantesten und dynamischsten Food-Szenen der Welt.“

Soziale Verantwortung und Nachwuchsförderung im Fokus

Das Projekt in Los Angeles ist an soziale Verpflichtungen geknüpft. Das Restaurant spendet 1 Prozent der Einnahmen aus öffentlichen Buchungen an die gemeinnützige Organisation MAD. Diese Gelder fließen in professionelle Schulungen für Schulbezirke in der Region, um die Qualität der Schulverpflegung zu verbessern. Zudem kooperiert das Noma mit dem Culinary Careers Program, um Studierenden aus benachteiligten Gemeinschaften Mentoring und praktische Erfahrungen zu ermöglichen. Für junge Fachkräfte aus der lokalen Gastronomie und Hotellerie bis 25 Jahre wird zudem ein spezieller Tisch bereitgehalten.

Exklusiver Vorverkauf und die Zeit nach dem Restaurantbetrieb

Die Bewirtung findet von Dienstag bis Freitag statt und ist pro Abend auf 42 Plätze begrenzt. Der Vorverkauf startet am 26. Januar 2026 um 9 Uhr Ortszeit. Die Reservierungen werden ausschließlich über den hauseigenen Newsletter koordiniert, wobei eine vollständige Vorauszahlung erforderlich ist. Nach dem Aufenthalt in Los Angeles plant das Noma, sein Wissen über neue Kanäle wie Publikationen, Medienaktivitäten und branchenübergreifende Kooperationen weiterzugeben. Der klassische Restaurantbetrieb soll künftig nur noch eine von mehreren Ausdrucksformen der Marke sein.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Tamworth Tap aus Staffordshire ist bei den Great British Pub Awards 2026 zum Pub des Jahres gekürt worden. Insgesamt wurden 17 Kategorien ausgezeichnet, darunter erstmals die Kategorie „Best Inn“.

Die sechs Finalisten des Wettbewerbs „Koch des Jahres 2026“ haben am Flughafen Frankfurt erstmals gemeinsam gekocht. In der FRALounge präsentierten sie ein Sechs-Gänge-Menü mit persönlichen Bezügen und unterschiedlichen kulinarischen Ansätzen.

Die Besucher am ersten Wiesn-Wochenende waren weniger aber internationaler als vor einem Jahr. Am Eröffnungssamstag machten ausländische Gäste rund 33 Prozent aus, am Sonntag gut 29 Prozent, wie eine Untersuchung von Handydaten ergab.

Von der Dorfwirtschaft bis zur Vorstadtkneipe: Lisa Lindhuber und Franzi Püschel erkunden für BR Puls die bayerische Wirtshauskultur. Im zweiten Instagram-Format „Die Foodlerin“ geht Marie Schwesinger kulinarischen Fragen aus Bayern nach.

Im Frankfurter Hochhauskomplex Four öffnet die neue Tagesbar The Graevenitz ihre Türen. Hinter dem Konzept stehen der Gastronom Maximilian Graf von Saurma und seine Geschäftspartnerin Sarah Korb.

Taco Bell hat die für den 24. September angekündigte Eröffnung seines Restaurants in Köln verschoben. Der Standort soll das erste öffentlich zugängliche Taco-Bell-Restaurant in Deutschland werden.

Die Mack-Gruppe plant mit Karls Erlebnis-Dorf in Elstal eine Fahrt durch fünf Erlebniswelten mit einem Drei-Gänge-Menü. Die Eröffnung ist für Sommer 2027 vorgesehen.

Anton Schmaus beendet den täglichen à-la-carte-Betrieb im Regensburger Restaurant Sticky Fingers. Künftig setzt das Konzept auf Events, geschlossene Feiern und Winzerabende. Zum Abschluss gibt es noch eine letzte große Party.

Bars und Clubs für schwule Männer gibt es zuhauf - und mit dem «Gay Sunday» auch ein eigenes Wiesn-Event. Nun wollen sich auch lesbische Frauen ihren Platz auf dem Oktoberfest erobern.

Das Cannstatter Volksfest lockt mit Achterbahnen und Karussellen – doch wie viel müssen Besucher für den Bierkrug wirklich zahlen? Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Zelten.