Metro-Chef Greubel warnt vor Gastro-Sterben

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Im MUT-Podcast hat Metro-Chef Steffen Greubel eindringlich auf die strukturellen Probleme der Gastronomie hingewiesen. Steigende Lebensmittelpreise, zunehmende Bürokratie und akuter Fachkräftemangel setzen Restaurants in Deutschland massiv unter Druck. Viele Betriebe stünden daher vor dem Aus.

Fokus auf lokale Lebensmittelproduktion

Ein zentrales Anliegen Greubels ist die Stärkung regionaler Lebensmittelproduktion. „Wir müssen wirklich auf Lokalität, auf Selbstversorgungsmöglichkeit, auf Autarkie setzen und die lokale Produktion fördern“, so der Metro-Chef. Nur so ließen sich Abhängigkeiten von globalen Lieferketten reduzieren. Die bestehenden Regulierungen kritisierte er als hinderlich: „Wir müssen die Regularien so gestalten, dass lokale Produktion im großen Stil wieder möglich ist.“

Hohe Kosten und Bürokratie belasten die Branche

Laut Greubel sind die wirtschaftlichen Überlebenschancen vieler Restaurants durch steigende Kosten und komplexe Vorschriften stark gefährdet. Besonders absurde Bürokratie sei für Gastronomen ein Problem: „Wenn du ein Omelett aus zwei Bio-Eiern machst, bekommst du Todesärger, weil die ganze Karte zertifiziert sein muss.“

Als wichtigen Schritt forderte er steuerliche Erleichterungen. Die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auf Speisen und Getränke könne „hunderte, wenn nicht tausende Betriebe davor retten, aufzugeben.“

Migration als Chance für neue Arbeitskräfte

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs lag auf dem Thema Fachkräftemangel. Für Greubel kann Migration ein Teil der Lösung sein. „Statt über mehr oder weniger Migration zu reden, würde ich erst mal überlegen: Wie kriegt man die Leute motiviert, in die Gastronomie einzusteigen?“ Wichtig seien einfache Einstiegsmöglichkeiten für Tätigkeiten wie Spülen oder Küchenhilfe, bei denen Sprachkenntnisse zunächst keine Barriere darstellen. So könnten sich neue Mitarbeiter im Job sowohl sprachlich als auch fachlich entwickeln.

Gleichzeitig sei es wichtig, Nichtstun unattraktiv zu machen, um Anreize für Arbeitsaufnahme zu stärken. Auch für Schüler oder Menschen, die neu ins Land kommen, könne die Gastronomie ein realistischer Einstieg in das Berufsleben sein.

Lebensmittelpreise im europäischen Vergleich

Trotz zeitweise starker Preisanstiege nach der Corona-Pandemie sieht Greubel den deutschen Markt stabil. Die Kosten für Lebensmittel seien im Vergleich zu anderen Ländern weiterhin relativ niedrig. Preissenkungen im Discount-Bereich würden zudem auf andere Marktsegmente ausstrahlen. „Wenn die Verfügbarkeit garantiert ist und die Erzeugung gesichert ist, dann werden die Händler natürlich auch versuchen, Preisvorteile an die Kunden weiterzugeben“, erklärte er.

Optimismus und politische Rahmenbedingungen

Greubel blickt trotz aller Herausforderungen nach vorn. Die gesunkene Inflationsrate, steigende Löhne und damit höhere Haushaltseinkommen könnten zu einer allmählichen Normalisierung des Konsums beitragen. Gleichzeitig forderte er mehr spürbare politische Maßnahmen wie Bürokratieabbau und Infrastrukturinvestitionen, um das Vertrauen von Bürgern und Unternehmen zu stärken.

Als wichtigen gesellschaftlichen Impuls sieht er den Umgang mit neuen Betrieben und Gründungen. „Wir brauchen diesen Optimismus zurück… Bei jedem Unternehmen, das sich gründet, müsste der Kanzler auf so einen Gong hauen und sagen: Geil, jetzt ist wieder eins da.“ Unternehmensgründungen und neue Gastronomieprojekte seien entscheidend, um Innenstädte zu beleben und die Vielfalt der Gastronomie zu sichern.
 


 

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