Michelin Guide räumt mit Mythen zur Sternevergabe auf

| Gastronomie Gastronomie

Der Michelin Guide hat am mehrere verbreitete Irrtümer über seine Sterne-Auszeichnungen und die Arbeit seiner Inspektoren aufgegriffen. In einer Veröffentlichung erläutert der Restaurantführer, nach welchen Kriterien Restaurants bewertet werden und welche Annahmen nach seiner Darstellung nicht den tatsächlichen Verfahren entsprechen.


Hier mehr zum Michelin Guide 2026 Deutschland erfahren: https://www.tageskarte.io/gastronomie/detail/michelin-guide-deutschland-2026-alle-sternerestaurants.html


Michelin Guide vergibt Sterne an Restaurants statt Einzelpersonen

Einer der häufigsten Irrtümer betreffe laut Michelin die Annahme, ein Stern werde ausschließlich dem Küchenchef verliehen. Der Guide verweist darauf, dass die Auszeichnung seit 1926 an Restaurants vergeben werde und die Leistung des gesamten Teams würdige.

Verlasse ein Küchenchef ein ausgezeichnetes Restaurant während des Jahres, werde das Haus erneut geprüft. Die Bewertung sei damit nicht dauerhaft an eine einzelne Person gebunden.

Restaurants können Sterne nach erneuter Prüfung wieder verlieren

Nach Angaben des Guides werden alle Sterne-Restaurants regelmäßig neu bewertet. Mehrere Inspektoren überprüften jedes Jahr, ob die Voraussetzungen für die jeweilige Auszeichnung weiterhin erfüllt seien.

Der Michelin Guide betont, dass Restaurants ihre Sterne deshalb auch wieder verlieren könnten. Maßgeblich sei die Beständigkeit der Küchenleistung über einen längeren Zeitraum hinweg.

Einheitliche Kriterien gelten für Küchen weltweit unabhängig

Der Restaurantführer weist zugleich die Vorstellung zurück, bestimmte Küchenstile würden bevorzugt behandelt. Nach Angaben des Guides gelten weltweit dieselben fünf Bewertungskriterien.

Bewertet würden die Qualität der Produkte, das Können der Küchenchefs, die Originalität der Gerichte sowie die Beständigkeit über die gesamte Speisekarte und über einen längeren Zeitraum hinweg. Die Herkunft der Küche oder ihre kulinarische Ausrichtung spielten demnach keine Rolle.

Preisniveau und Restaurantstil beeinflussen Sterne nicht automatisch

Auch das Preisniveau sei nach Darstellung des Michelin Guide kein Bewertungskriterium. Der Guide erklärt, dass Restaurants unabhängig von ihrer Preisgestaltung ausgezeichnet werden könnten.

Ebenso seien Service, Einrichtung oder die Zahl der angebotenen Gänge nicht ausschlaggebend für die Vergabe eines Sterns. Entscheidend sei ausschließlich die Qualität der Speisen.

Michelin Inspektoren bezahlen ihre Restaurantbesuche selbst vollständig

Ein weiterer Mythos betrifft die Arbeitsweise der Inspektoren. Der Michelin Guide erklärt, seine Prüfer würden Restaurants anonym besuchen, selbst reservieren und ihre Rechnungen vollständig begleichen.

Dadurch solle die Unabhängigkeit der Bewertungen gewährleistet werden. Kostenlose Bewirtungen gehörten nach Angaben des Guides nicht zum Verfahren.

Guide beschäftigt ausschließlich erfahrene Gastronomie-Fachkräfte als Inspektoren

Der Michelin Guide weist außerdem die Vorstellung zurück, jeder Liebhaber guter Küche könne Inspektor werden. Die Organisation arbeite nach eigenen Angaben ausschließlich mit Fachleuten zusammen.

Die Inspektoren seien fest angestellt, verfügten über eine fundierte Ausbildung und mindestens zehn Jahre Berufserfahrung in der internationalen Spitzengastronomie oder Spitzenhotellerie. Neue Mitarbeiter würden durch erfahrene Kollegen eingearbeitet.

Bewertungskriterien sind öffentlich und weltweit einheitlich definiert

Nach Darstellung des Guides erfolgen die Bewertungen nicht nach geheimen Maßstäben. Die fünf Kriterien seien öffentlich bekannt und würden weltweit einheitlich angewendet.

Dazu zählten die Produktqualität, das handwerkliche Können, die Originalität der Gerichte sowie die Beständigkeit der Leistung auf der Speisekarte und über einen längeren Zeitraum.

Mehrere Besuche entscheiden über Vergabe eines Michelin-Sterns

Der Guide widerspricht zudem der Annahme, ein Restaurant könne bereits nach einem einzigen Besuch ausgezeichnet werden. Sterne seien das Ergebnis mehrerer Tests durch verschiedene Inspektoren.

Nach jedem Besuch würden Berichte erstellt. Die endgültige Entscheidung über eine Aufnahme in den Guide oder die Vergabe eines Sterns basiere auf mehreren Bewertungen und dem Austausch der Inspektoren untereinander.

Einzelne Fehler führen nicht automatisch zum Sternverlust

Auch der Verlust eines Sterns sei laut Michelin nicht die Folge eines einzelnen Fehlers. Über Vergabe oder Aberkennung werde auf Grundlage wiederholter Besuche und einer umfassenden Bewertung entschieden.

Mehrere Inspektoren überprüften die Leistung eines Restaurants über einen längeren Zeitraum hinweg, bevor entsprechende Entscheidungen getroffen würden.

Sternevergabe hängt weder von Menüs noch Öffnungstagen ab

Nach Angaben des Guides können sowohl Restaurants mit umfangreichen Degustationsmenüs als auch Häuser mit wenigen Gerichten oder klassischer Speisekarte ausgezeichnet werden. Maßgeblich sei ausschließlich das Niveau der Küche.

Ebenso gebe es keine vorgeschriebene Mindestanzahl an Öffnungstagen. Voraussetzung sei lediglich, dass die Inspektoren ausreichend Gelegenheit hätten, die Leistung eines Restaurants bei mehreren Besuchen zu bewerten.

Der Michelin Guide existiert seit dem Jahr 1900. Die bekannteste Auszeichnung des Restaurantführers, der Michelin-Stern, wird seit 1926 vergeben.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ciao Bella von der Gustoso Gruppe wird neuer Gastronomiebetreiber in den Drei Höfen in Amberg. Ab August 2026 soll zunächst ein Frühstücksangebot starten, bevor im September der vollständige Restaurantbetrieb folgt.

Wer in die Tiefen der Kochkunst eindringen möchte, wird in Dresden unterirdisch fündig. Zwei Stockwerke geht es im Keller der Sächsischen Landesbibliothek - Universitäts- und Staatsbibliothek (SLUB) - abwärts, bevor sich eine kulinarische Welt der besonderen Art öffnet.

Eine Umfrage unter 142 Food-Truck-Betreibern zeigt: Die Mehrheit erzielt weniger als 40.000 Euro Jahresgewinn. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg scheint weniger die Arbeitszeit als vielmehr das gewählte Geschäftsmodell zu sein.

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.