Mixology Bar Awards im Corona-Jahr gehen nach Freiburg, Frankfurt und Bremen

| Gastronomie Gastronomie

Bars in Freiburg im Breisgau, Frankfurt am Main und Bremen sind die Sieger der im Corona-Jahr veränderten Mixology Bar Awards. In anderen statt der sonst üblichen Kategorien wurden das «One Trick Pony» im Freiburger Viertel Oberlinden, «The Kinly Bar» im Frankfurter Bahnhofsviertel und die «Lemon Lounge» am Bremer Stadtgraben ausgezeichnet. Weil das Ausgehen und Bar-Geschäft wegen der Coronavirus-Pandemie ziemlich ausgebremst ist, haben sich die Macher diesmal dazu entschieden, Köpfe der Szene für ihre Arbeit während der Krise auszuzeichnen und in ihrem Handeln zu bestärken.

Die Preise gibt es seit 2007. Normalerweise gibt es Kategorien wie zum Beispiel «Bar des Jahres». Als solche war im Herbst 2019 schon für das Jahr 2020 die «Kinly Bar» ausgezeichnet worden. «Neue Bar des Jahres» war 2020 die «Bar am Wasser» in Zürich und 2019 das «Jigger & Spoon» in Stuttgart-Mitte.

Das Print-Magazin «Mixology» und das Portal «mixology.eu», die Anfang 2020 vom Meininger Verlag (Neustadt an der Weinstraße) übernommen wurden, befassen sich mit Trends aus der Welt der Tresen.

Chefredakteur Nils Wrage sagte der Deutschen Presse-Agentur, angesichts der erheblichen Corona-Veränderungen und langen Auszeiten vieler Bars in Deutschland, wäre es merkwürdig gewesen, normal weiterzumachen und Bars, Hotelbars und andere Locations für das kommende Jahr zu prämieren. «Nach einem kurzen Moment der Schockstarre haben uns viele Bars in den letzten Monaten dadurch imponiert, dass sie die Krise für sich in positive Energie umgewandelt haben.»

Das erneut ausgezeichnete «Kinly» in Frankfurt startete als Kellerbar in der berüchtigten Elbestraße hinter einer unscheinbaren Tür, an der man klingeln muss. Nur etwa 30 bis 40 Leute haben Platz. Wegen Corona dürfen die Betreiber zurzeit nur 14 Leute einlassen und schicken entsprechend jedes Wochenende Hunderte wieder weg.

Derzeit bauen die Macher an einer neuen Location ihre Bar «Kinly 2.0», die nicht nur eine deutlich größere Fläche nutzt, sondern ein Urban-Gardening-Konzept verfolgt. An dessen Umsetzung ist das gesamte Team beteiligt. Den Bar Award bekamen die «Kinly»-Macher in der Kategorie «Nachhaltigkeit & Bildung».

Das Freiburger «One Trick Pony» gewann in der Kategorie «Strategie & Zukunft», weil die Macher mutig ein zweites Standbein neben dem klassischen Gastro-Geschäft etablierten. Die beiden Betreiber Boris Gröner und Andreas Schöler haben ein Spirituosenfachgeschäft gegründet: Ihr «Chin Chin Shop» ist komplett von der Bar getrennt und bietet hausgemachte Bottled Cocktails, Spirituosen befreundeter Hersteller und hochwertige Barwerkzeuge. Außerdem kann die Fläche für Workshops, Tastings und Seminare genutzt werden.

Die Bremer «Lemon Lounge» wurde für ihr «Konzept in Flaschen» prämiert. Der Bar gelinge es, mit ihrem Angebot an Bottled Cocktails für Interessenten außerhalb der eigenen Räume zugänglich zu sein.

Mit einem sogenannten Community-Preis wurde auch die App «Bar Back Know How» von Stephan Hinz (Köln) bedacht, die es Profis und Laien ermöglicht, Wissen rund um Cocktails und Getränke zu vertiefen.

Außerdem erhielten die Destillerie Kaltenthaler (Worms) und die Agentur Gegenwart Consulting (Frankfurt) für ihren «Quarantini Social Dry Gin» einen Preis. Bei diesem Gin gehen pro verkaufter Flasche 5 Euro an lokale Bars, Gastro & Händler.

Als «Leuchtturm» wurde die engagierte Barfrau Susanne Baró Fernández ausgezeichnet, die in Berlin-Friedrichshain die kleine Bar «Timber Doodle» betreibt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

ALEX will im Sommer 2028 ein neues Restaurant im Westfield Ruhr Park in Bochum eröffnen. Für den Standort in den geplanten „Wald Terrassen“ sind rund 330 Sitzplätze sowie eine Investition von etwa zwei Millionen Euro vorgesehen.

Am Leipziger Hauptbahnhof eröffnet mit Robyn’s das erste deutsche Robotik-Restaurant. Zwei Roboter bereiten Speisen und Getränke zu, ein Mitarbeiter bestückt die Zutatenmagazine und unterstützt die Gäste.

Im Mai 2027 feiert Starbucks 25 Jahre auf dem deutschen Markt. Zum Internationalen Tag des Kaffees am 1. Oktober blickt das Unternehmen bereits jetzt auf die Entwicklung seiner Kaffeehäuser und die Anpassung an deutsche Vorlieben zurück.

Der Steigenberger Icon Frankfurter Hof eröffnet das neue Gastronomie-Ensemble „Français Jour · Soir“. Tagsüber setzt das Konzept auf französische Bistro-Kultur, abends stehen private Veranstaltungen und Dinner im Mittelpunkt.

Mit Smashed Croissants, Abnehmspritzen und Snacks auf die Hand verändert sich unser Essverhalten. Was hinter dem Snacking-Boom steckt, erklärt die Food-Spezialistin und Trendforscherin Karin Tischer.

Wer über Lieferplattformen bestellt, zahlt nicht nur fürs Essen: Je nach Modell kassieren Lieferdienste 13 bis 30 Prozent Provision. Gleichzeitig behalten sie den direkten Zugang zu den Kundendaten. Für viele Gastronomen wird das zum teuren Geschäft – DEHOGA warnt: Bei solchen Margen können sich nur wenige Restaurants die Zusammenarbeit leisten.

Der erste Restaurant Impact Report von OpenTable untersucht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Restaurants in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Ausgaben rund um Restaurantbesuche, Beschäftigung, Gemeinschaft und das Verhältnis zwischen Gästen und Betrieben.

Zwei-Sterne-Koch Paul Stradner plant im ersten Quartal 2027 sein erstes eigenes Restaurant im 1839 Malerhaus in Achern. Julian Schmid soll die Küche vor Ort gemeinsam mit ihm verantworten; seine Tätigkeit in der Villa René Lalique setzt Stradner fort.

Cornelia Poletto hat auf dem Euref-Campus Düsseldorf ihre neue Kochschule und Eventfläche im Rahmen des Food-Festivals Chefs in Town mit einer italienischen Küchenparty eröffnet. Unterstützung gab es dabei von Nelson Müller und Ludwig Maurer.

Teaser: McDonald’s plant bis 2036 rund 8,5 Milliarden Dollar Unterstützung für Franchisenehmer. Der Konzern prüft proteinreichere Gerichte und will Küchen, Technik und Restaurantgestaltung verändern.