Möglicher Verkauf - Yum! Brands prüft Optionen für Pizza Hut

| Gastronomie Gastronomie

Yum! Brands hat offiziell eine Überprüfung strategischer Optionen für seine Pizzakette Pizza Hut eingeleitet. Ziel ist es, das volle Potenzial der Marke auszuschöpfen, von dem Franchisenehmer, Verbraucher und Mitarbeiter profitieren sollen, sowie den Wert für die Aktionäre zu maximieren. Im Rahmen der Überprüfung werden verschiedene Optionen untersucht, während sich Pizza Hut weiterhin auf die kurzfristigen Geschäftsziele konzentriert.

Hintergrund der Entscheidung und aktuelle Entwicklung

Die Ankündigung erfolgt nach Jahren von Herausforderungen für die Marke. Pizza Hut meldete im dritten Quartal einen Rückgang der vergleichbaren Umsätze um 1 Prozent, angetrieben durch einen Rückgang von 6 Prozent im Heimatmarkt USA. Im Gegensatz dazu verzeichneten die Schwestermarken Taco Bell und KFC im selben Quartal ein Wachstum der vergleichbaren Umsätze von 7 Prozent beziehungsweise 3 Prozent.

Chris Turner, Chief Executive Officer von Yum! Brands Inc., kommentierte die Situation: „Pizza Hut ist eine beliebte globale Marke und ein Brancheninnovator, der Menschen durch die Freude an Pizza verbindet, und wir sind zuversichtlich, was ihre langfristige Zukunft betrifft. Pizza Hut verfügt über viele Stärken – darunter große Verbraucherliebe, eine globale Präsenz, starkes Wachstum in vielen Märkten, ein talentiertes Team und eine zunehmend leistungsstarke Technologieplattform.“

Dennoch sei ein Handlungsbedarf erkennbar: „Das Pizza Hut-Team hat hart daran gearbeitet, Geschäfts- und Kategorieherausforderungen zu bewältigen; die Leistung von Pizza Hut deutet jedoch darauf hin, dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um der Marke zu helfen, ihren vollen Wert auszuschöpfen, was möglicherweise besser außerhalb von Yum! Brands umgesetzt werden kann“, so Turner weiter. „Um die Marke, die wir aufgebaut haben, und die vor uns liegenden Chancen wirklich zu nutzen, haben wir die Entscheidung getroffen, eine gründliche Überprüfung der strategischen Optionen einzuleiten.“

Mögliche Szenarien und Marktumfeld

Die „Bandbreite der strategischen Optionen“, die nun geprüft werden, könnten eine vollständige Veräußerung (Divestiture), ein Joint Venture oder der Verkauf einer Beteiligung an der Kette umfassen. Yum! Brands hat weder eine Frist noch einen definitiven Zeitplan für den Abschluss der Überprüfung festgelegt. Es gibt keine Zusicherung, dass die Überprüfung zu einem spezifischen Ergebnis oder einer Transaktion führen wird.

Die Herausforderungen für Pizza Hut spiegeln sich auch im US-Markt wider. Nach Angaben von Barclays ist der Anteil der Kette am US-Pizza-Markt von 22,6 Prozent im Jahr 2019 auf 18,7 Prozent im Jahr 2024 gesunken, wobei Marktanteile an den Konkurrenten Domino’s Pizza verloren wurden. Ein früherer Versuch, sich von einer Marke mit Schwerpunkt auf Speiserestaurants (Dine-in) zu einem Anbieter für Liefer- und Abholpizza zu wandeln, führte zwar zu Beginn der COVID-19-Lockdowns zu einem Anstieg der Umsätze. Nach Lockerung der Beschränkungen setzte jedoch eine „Pizza-Müdigkeit“ ein, die zu einem erneuten Umsatzrückgang führte. Mit der derzeitigen Zurückhaltung der Verbraucher bei Restaurantbesuchen sieht sich Pizza Hut einem verschärften Wettbewerb um eine kleinere Gruppe von Gästen ausgesetzt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Im Münchner Innenstadtgebäude Herzog Max hat das neue Gastronomiekonzept Super* eröffnet und vervollständigt damit die fünfjährige Transformation des ehemaligen Karstadt Sports. Das Konzept kombiniert Restaurant, Bar und Ladenflächen.

Das Sternerestaurant bi:braud von Alina Meissner-Bebrout zieht im Sommer 2026 aus der Ulmer Büchsengasse in das neue Maison Meissner direkt am Ulmer Münster um. Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner entwickelt die Köchin das historische Gebäude „Bäumle“ zu einem Hotel mit 15 Zimmern sowie Restaurant- und Barkonzept.

Die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest ist jetzt auch ein Fall für die Justiz. Gastronom Alexander Egger wehrt sich per Eilantrag gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt «Schützenlisl» auf der Oidn Wiesn.

Die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn bekommt zur Wiesn 2026 neue Betreiber. Der Münchner Stadtrat hat dem Wirte-Trio Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel den Zuschlag für das Volkssängerzelt erteilt.

Laut dem aktuellen Bericht von Brand Finance erreichen die 25 wertvollsten Restaurantmarken weltweit zusammen einen Markenwert von 190,1 Milliarden US-Dollar. McDonald’s führt das Ranking erneut an, während Chick-fil-A das stärkste Wachstum verzeichnet.

Clara Schoper von der «Zephyr Bar» in München holt den Sieg beim renommierten Cocktailwettbewerb «Made in GSA». Ihr Drink scheint ein alter Bekannter: «Rum-Cola». Es sei jedoch ein Nachbau anno 2026.

Die Berliner Burgerkette Burgermeister expandiert nach Polen. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben mindestens 20 Standorte innerhalb von drei Jahren und strebt mittelfristig einen Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro an.

Das Hamburger Frühstückscafé kropkå von Katrin Koch hat die Aktion „Lokalhelden gesucht“ von VistaPrint und Cornelia Poletto gewonnen. Die Auszeichnung ist laut Veranstalter mit 20.000 Euro Preisgeld verbunden.

Schampusduschen verboten, Blasmusik schon eine Stunde früher und -mal wieder - Streit um die Zeltvergabe: Noch ist nicht mal Sommer, da zurrt München die Planung für die Wiesn im Herbst fest.

35 Jahre Jeunes Restaurateurs (JRE) Deutschland stehen nicht nur für kulinarische Entwicklung, sondern auch für den Wandel innerhalb der Spitzengastronomie. Warum diese heute mehr leisten muss als gutes Essen, erklärt Oliver Röder, Präsident der JRE-Deutschland.