München startet mit Prüfung der Wiesn-Wirte

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Das Münchner Wirtschaftsreferat beginnt mit der Nachprüfung der Wiesn-Wirte. Wie die Bild erfuhr, schickte das Amt am Freitag eine entsprechende Mail an die Wirte. Darin wurde ihnen mitgeteilt, dass die angekündigte Überprüfung der Festzelte nun beginne. Am selben Tag kam laut Bild noch eine weitere Mail. Dieses Mal war es die Wirtschaftsprüfung Ecovis, die sogleich einen Katalog mit allen einzureichenden Unterlagen mitschickte. Nun haben die Wirte bis zum 1. März Zeit, die Daten zu übertragen. 

Wie die Bild berichtete, werden folgende Angaben geprüft: Die Umsatzangaben 2017 aller großen Wirte mit Ausnahme von Wiggerl Hagn. Der Wirt aus dem Löwenbräuzelt wird schließlich schon gesondert untersucht. Drei kleine Wirte und ein Bierausschankbetrieb müssen sich nach Bild-Informationen ebenfalls erklären. Auch die Umsätze aus 2018 sollen demnach überprüft werden. Und das bei allen großen Wirten, zwei kleinen Wirten und einem Bierausschankbetrieb. Das Wirtschaftsreferat bat um eine zügige und kooperative Mitwirkung. Nur so könne man schnell zu rechtssicheren Ergebnissen kommen. 

Die Nachprüfung erfolgt, nachdem in den vergangen Tagen neben Wigerl Hagn drei weitere Wirte Probleme mit den Umsätzen gemeldet hatten. Nach AZ-Informationen soll es sich dabei um Peter Inselkammer (Armbrustschützenzelt), Peter Pongratz (Winzerer Fähndl) und Edi Reinbold (Schützenfestzelt) handeln. Von den drei Wirten äußerte sich einzig Edi Reinbold, vom Schützenfestzelt, gegenüber der AZ: „Es stimmt, ich habe mit meinem Steuerberater 19.000 Euro nachkorrigiert. Da ist überhaupt nichts Schlimmes dabei, ich habe ein total reines Gewissen.“ Laut Süddeutscher Zeitung handele es sich bei den nachgezahlten Beträge um Summen im vier- bis unteren fünfstelligen Bereich.

Die Umsatzpacht die Oktoberfestwirte neuerdings an die Stadt München zahlen müssen, hat bereits dem Wiesn-Urgestein Ludwig Hagn den Job gekostet. Der dienstälteste Wiesn-Wirt und ehemalige Präsident des DEHOGA-Bayern soll für das Löwenbräuzelt im vergangenen Jahr zu wenig Pacht gezahlt haben (Tageskarte berichtete). Um einer Entscheidung über seine Zukunft zuvorzukommen hatte sich Hagn nicht mehr für das Löwenbräuzelt für das Jahr 2019 beworben.

Er habe das bereits am Tag vor Heiligabend entschieden, wie er der AZ verriet. Aber nicht, weil er Schuldgefühle habe, sondern weil er nicht wolle, dass die Stadtverwaltung über seinen Verbleib auf der Wiesn entscheiden müsse. Zudem wolle er dadurch verhindern, dass die Wiesn Schaden nehme. 

Aktuell hat noch ein anderer Wirt ärger mit der Stadt. Bei Toni Roiderer ging es aber nicht um die Umsätze, sondern um eine Lebensmittelkontrolle vom Anfang des letzten Jahres im „Gasthof zum Wildpark“ vom Hacker-Zelt-Betreiber. Ein Gericht verdonnerte den Ex-Wiesn-Wirte-Sprecher zu 90 Tagessätzen von je 1.000 Euro. (Tageskarte berichtete)

Wie die Süddeutsche berichtet, weigerte sich Roiderer ein Bußgeld nach einer Kontrolle zu bezahlen. Daraufhin sei es zu immer weiteren Kontrollen gekommen. Zuerst war Roiderer in seinem Gasthof zum Wildpark zu Jahresbeginn kontrolliert worden. Dabei sei, so der Wirt, eine „leichte Verschmutzungen“ auf dem Boden hinter einer Kochstelle entdeckt worden. Die Behörde verhängte daraufhin ein Bußgeld in Höhe von 2900 Euro gegen Roiderer.

Roiderer hielt die Höhe der Buße für zu hoch und die Kontrolle für Schikane und schaltete seinen Anwalt ein. Von da an eskaliert die Geschichte. Sechsmal kehrten die Kontrolleure laut Roiderer zurück und monierten Mängel wie eine kaputte Fliese und Fingerabdrücke auf Küchengeräten. 


 

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