Neuer Trend? Italienische Lokale verhängen Kinderverbote

| Gastronomie Gastronomie

In Italiens Gastronomie zeichnet sich ein neuer Trend ab: Immer mehr Restaurants verhängen ein Zutrittsverbot für Kinder. Diese Entwicklung sorgt nicht nur bei betroffenen Familien für Ärger, sondern ruft auch Behörden und Rechtsexperten auf den Plan.

Ein wachsender Trend in Touristengebieten

Am Badeort Milano Marittima wurde eine Familie mit ihrem fünfjährigen Sohn von einem Restaurant abgewiesen. Der Grund: Kinder seien in dem Lokal nicht gestattet. Die Betreiber des Restaurants erklärten, dass diese Regelung seit Jahren gelte und man bewusst ein „bestimmtes Klientel“ anspreche, das Ruhe und eine ungestörte Atmosphäre sucht. Auch andere Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Junggesellenabschiede würden abgelehnt, um das Konzept zu schützen.

Dieses Vorgehen ist kein Einzelfall. Auch in anderen Touristenzielen wie Bologna und Rom gibt es Lokale, die Kinder ganz oder ab einem bestimmten Alter ausschließen. Die „Osteria del Sole“ in Bologna hat ein Schild mit einem durchgestrichenen Kinderwagen angebracht. Inhaber Nicola Spolaore begründet diesen Schritt mit „unangenehmen Vorfällen“, die auf mangelnde Erziehung zurückzuführen seien. Auch das Restaurant „Fraschetta del Pesce“ in Rom hat ein Verbot für Kinder unter fünf Jahren ausgesprochen.

Kritik von Behörden und rechtliche Bedenken

Die Praxis stößt auf scharfe Kritik. Mattia Missiroli, der Bürgermeister der Gemeinde Cervia, zu der Milano Marittima gehört, betonte laut „Berliner Morgenpost“: „Ein Lokal muss öffentlich zugänglich sein, auch für Kinder, es sei denn, es gibt konkrete Gründe für Einschränkungen.“

Auch aus juristischer Sicht wird die Regelung als problematisch angesehen. Der Rechtsanwalt Elia Ceriani erklärte in der „La Cucina Italiana“, ein Zutrittsverbot aufgrund des Alters sei nicht legal. Dies sei vergleichbar mit dem Verbot aufgrund der Kleidung. Er wies darauf hin, dass auch online gelistete Regeln oder Altersgrenzen rechtlich nicht bindend seien. Letztlich liege die Entscheidung, ob das eigene Kind sich in einer bestimmten Umgebung angemessen verhalten kann, bei den Eltern. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

ATLANTIC Hotels hat Details zur 20 High Skyline Bar im neuen Atlantic Hotel Frankfurt vorgestellt. Die Bar soll mit der Hoteleröffnung im September 2026 den Betrieb aufnehmen und wird von Mo Kaba geleitet.

Tim Raue eröffnet gemeinsam mit der Heidelberger Bliss-Group ein zeitlich begrenztes Restaurant im ehemaligen Commissary des Patrick-Henry-Village. Das Konzept mit dem Titel Taste of the Dragon umfasst ein Fünf-Gänge-Menü.

Der Aufbau des Oktoberfests läuft auf Hochtouren, der berühmte Paulaner-Turm steht - aber die Kellnerinnen-Parade des Künstlers Emil Kneiß ist kopflos geworden: Eine schwarze Folie verhüllt die Gesichter. Über den Hintergrund herrscht Rätselraten.

Burger King will die in den vergangenen Jahren wegen Pandemie und Inflation aufgeschobene Expansion in Deutschland nun nachholen. «Alle Zeichen stehen auf Wachstum», sagte Deutschland-Chef Andreas Bork zum 50. Jahrestag der Eröffnung des ersten deutschen Burger-King-Restaurants.

Die Landeshauptstadt Hannover zieht nach dem Abschluss des 497. Schützenfestes eine positive Bilanz der zehntägigen Veranstaltung. Nach Angaben der Stadtverwaltung kamen rund 900.000 Besucher auf den Schützenplatz.

Die peruanische Hauptstadt Lima richtet am 4. November erstmals die Verleihung der The World’s 50 Best Restaurants aus. Wie der Veranstalter mitteilt, finde die Preisverleihung damit zum ersten Mal in Südamerika statt.

Für die insolvente Hamburger Gastronomie TamTam hat der vorläufige Insolvenzverwalter die Investorensuche gestartet. Ob und wann der Betrieb wieder aufgenommen wird, hängt nach seinen Angaben von einer erfolgreichen Übernahme ab.

Der frühere Profifußballer Lukas Podolski betreibt schon eine ganze Dönerkette. Auch Schauspieler Frederick Lau plant nun in Berlin einen Dönerladen. Allerdings ganz ohne Fleisch.

Der Betreiber des TamTam im Hamburger Hanseviertel hat Insolvenz beantragt. Der aktuelle Betrieb war erst im Oktober 2025 gestartet. Zuvor hatte das frühere Le Big TamTam im September 2025 geschlossen.

Der Koch Markus Stöckle will im Herbst 2026 ein neues Restaurant in der Zürcher Altstadt eröffnen. Das Lokal entsteht an der Glockengasse 7 im Kreis 1, wo früher das Restaurant Kaiser’s Reblaube ansässig war. Stöckle gehe das Projekt gemeinsam mit seiner Partnerin Elif Oskan an, berichtet der Gastroführer GaultMillau.