Noma veröffentlicht Bericht zu Arbeitsbedingungen nach Vorwürfen gegen René Redzepi

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Das Restaurant Noma hat auf seiner Internetseite einen Bericht zu seinen Arbeitsbedingungen und internen Strukturen veröffentlicht. Darin beschreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben Veränderungen der vergangenen Jahre sowie aktuelle Maßnahmen zur Organisation und Mitarbeiterführung.

Angaben zu Veränderungen seit 2022

Nach Angaben des Unternehmens markiert das Jahr 2022 einen Wendepunkt. Man habe auf Rückmeldungen aus dem Team reagiert und daraufhin „meaningful changes to transform our workplace culture“ umgesetzt. Diese Veränderungen seien mit der Gründung eines neuen Geschäftsbereichs unter dem Namen „Noma Projects“ zusammengefallen.

Weiter heißt es in dem Bericht:
„We listened to concerns, learned from them, and made meaningful changes to transform our workplace culture, including a number of operational improvements.“

Zu den genannten Maßnahmen zählen laut Mitteilung eine organisatorische Neustrukturierung, neue Positionen im Führungsteam sowie angepasste Verantwortlichkeiten innerhalb der Belegschaft.

Neue Strukturen und Personalmaßnahmen

Das Unternehmen gibt an, eine eigene Personalabteilung eingerichtet zu haben, die Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen unterstützt, unter anderem bei organisatorischen Fragen wie Visa, Unterkunft oder Bankangelegenheiten.

Nach eigenen Angaben werden seit Oktober 2022 alle Praktikanten vergütet. Das entsprechende Programm laufe über sechs oder zwölf Monate. Zudem sei für das Restaurantteam eine Vier-Tage-Woche eingeführt worden.

Darüber hinaus nennt Noma weitere Leistungen, darunter einen betrieblichen Pensionsfonds, bezahlte Elternzeiten sowie Angebote im Bereich Gesundheitsversorgung. Auch interne Schulungen für Führungskräfte sowie individuelles Coaching für leitende Mitarbeiter seien Bestandteil der Maßnahmen.

Externe Prüfung angekündigt

Zur Überprüfung der Arbeitsbedingungen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben eine externe Untersuchung angestoßen. Ziel sei es, Arbeitsprozesse und Erfahrungen der Mitarbeiter unabhängig prüfen zu lassen.

„If the findings reveal areas where we have fallen short or additional steps are needed, we will address them directly and take the appropriate action“, heißt es dazu im Bericht.

Angaben zum Projekt in Los Angeles

Ein weiterer Teil des Berichts befasst sich mit dem Projekt „Noma LA“, das nach Angaben des Unternehmens in der vergangenen Woche gestartet ist. Demnach sind rund 130 Mitarbeiter aus Kopenhagen sowie deren Familien vor Ort. Zusätzlich seien mehr als zwei Dutzend lokale Mitarbeiter eingestellt worden.

Das Unternehmen erklärt, dass alle Beschäftigten über Arbeitsverträge verfügen und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben entlohnt werden. Für Mitarbeiter aus Dänemark seien unter anderem Unterkunft, Versicherungen und zusätzliche Leistungen bereitgestellt worden.

Für die in den USA angestellten Mitarbeiter gibt Noma an, dass diese über dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt würden und Zugang zu Gesundheitsleistungen ohne Wartezeit erhielten. Nach eigenen Angaben wurden für das Projekt keine Praktikanten eingesetzt, sondern ausschließlich festangestellte Mitarbeiter.

Hintergrund: Vorwürfe und Branchendebatte

Die Veröffentlichung des Berichts erfolgt vor dem Hintergrund von Vorwürfen gegen Küchenchef René Redzepi. Wie die „New York Times“ berichtet, werfen ehemalige Mitarbeiter dem Mitgründer physische und psychische Gewalt vor. Demnach soll es zwischen 2009 und 2017 zu Übergriffen, Drohungen und Demütigungen gekommen sein.

Redzepi erklärte in einem auf Instagram veröffentlichten Video: „Es tut mir leid, dass ihr alle in dieser Situation seid.“ Zudem sagte er: „Ich habe daran gearbeitet, ein besserer Chef zu sein.“ Eine Entschuldigung allein reiche jedoch nicht: „Ich weiß, wie ich gewesen bin.“ Redzepi kündigte an, Konsequenzen zu ziehen und von seiner Position zurückzutreten.

Die Vorwürfe haben auch eine breitere Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Spitzengastronomie ausgelöst. Wie Tageskarte berichtete, sieht Billy Wagner, Inhaber des Berliner Restaurants Nobelhart & Schmutzig, strukturelle Probleme in der Branche. Nach seinen Angaben seien unbezahlte Überstunden und Praktika in Teilen der Hochleistungsgastronomie verbreitet.

Wagner erklärte laut Tageskarte, dass solche Strukturen häufig Teil des Geschäftsmodells seien. Eine angemessene Bezahlung aller Beschäftigten würde seiner Einschätzung nach zu deutlich höheren Preisen führen. Gleichzeitig verwies er darauf, dass auch in seinem eigenen Betrieb Veränderungen vorgenommen wurden, darunter die Einführung einer 40-Stunden-Woche und interne Regelwerke.


 

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