Online-Rechner zeigt Auswirkungen von Mehrwertsteuererhöhung und Inflation auf

| Gastronomie Gastronomie

In Zusammenarbeit mit Deutschlands marktführender Einkaufs- und Dienstleistungskooperation für die Hospitality HGK hat das IT- und Consulting-Unternehmen Eagle Control jetzt einen interaktiven Mehrwertsteuer-Rechner entwickelt. Es handelt sich um eine Web-App, die bewusst einfach gehalten ist und mit der sich jeder, auch ohne Fachkenntnisse, schnell und unkompliziert einen ersten Überblick über die Rendite-Prognose eines Hospitality-Betriebes für das kommende Jahr verschaffen kann. Dabei lassen sich unterschiedliche Szenarien simulieren. Der Nutzer erhält in Echtzeit Prognosen, wie sich Umsätze, Kosten und Ergebnis in 2024 auf Basis eingegebener Ausgangswerte verändern würden, falls die 19 Prozent kommen. „In den vergangenen Monaten hat die Branche mit Nachdruck alle gewichtigen Argumente gegen eine Mehrwertsteuererhöhung ins Feld geführt“, so Dr. Urban Uttenweiler, CEO der HGK. „Wir wollten jetzt noch konkreter werden und eine genaue Vorstellung davon geben, was eine Erhöhung der Mehrwertsteuer gerade bei derzeitiger Inflation bedeuten würde. Wir hoffen, dass wir damit auch die Politik ans Rechnen bringen.“

Der Online-Rechner macht insbesondere deutlich, dass das größte Problem im gefährlichen Zusammenspiel von Mehrwertsteuererhöhung und inflationsbedingten Kostensteigerungen liegt. Die Bedienung des neuen Tools ist denkbar einfach: Mit nur einem Klick können verschiedene Szenarien ausgewählt werden. „Es lässt sich zum Beispiel berechnen, wie sich Ergebnis und Rendite entwickeln, wenn ein Restaurant auch nach einer Mehrwertsteuererhöhung vom gleichen Bruttoumsatz wie davor ausgeht und nichts im Betrieb ändert“, sagt Philipp Nusser, Leitender Berater bei Eagle Control. Bei Auswahl des Szenarios „Schwarze Null“ sehen Gastronomen, wie sich ihr Speisenumsatz erhöhen müsste, um zumindest keinen Verlust zu machen und mit einer Rendite von null Prozent abzuschließen. Im dritten Szenario wird demonstriert, um wie viel sich die Bruttoumsätze bei gleichbleibenden Netto-Umsatzverhältnissen steigern müssten, damit der Betrieb dieselbe Rendite wie im Ausgangsjahr mit sieben Prozent Mehrwertsteuer erreicht. Hier zeigt sich, dass nicht allein die Preise für Speisen um 22 Prozent angehoben werden, sondern auch Getränke und Übernachtungen um jeweils 9 Prozent teurer werden müssen. „Dieses Szenario wird in der Branche sicher am häufigsten zum Tragen kommen“, so Philipp Nusser. Die Bedeutung für den Gast demonstriert auch das Element „Schnitzel mit Pommes“ sehr anschaulich, das im Rechner stellvertretend zeigt, wie sich der Verkaufspreis für dieses Gericht entwickeln müsste, um eine notwendige Umsatzsteigerung zu erreichen.

Als Ausgangslage für die Berechnungen lassen sich Werte aus dem Gesamtjahr 2022 oder aus der aktuellen Betriebswirtschaftlichen Auswertung eines Betriebes heranziehen. „Dass es im Zuge solcher absurd anmutenden Preiserhöhungen (rd. 20 Prozent auf Speisen, rd. 10 Prozent auf Getränke, rd. 10 Prozent auf Logis) zu Nachfragerückgängen kommt, ist wahrscheinlich. Entweder sehen wir im Jahr 2024 dann geringere Durchschnittsrechnungen oder der Appetit aufs Auswärts-Essen-Gehen ist gänzlich vergangen, weil essen gehen zum Luxus wird“, so Urban Uttenweiler. Sämtliche Angaben werden ausschließlich live im Browser berechnet und nicht gespeichert. Eine Tabelle präsentiert dem Nutzer alle Kennzahlen und deren Entwicklung auf einen Blick. Die Differenz zum Ausgangsjahr ist sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual dargestellt. „Im Rahmen der gemeinsamen App-Entwicklung mit der HGK haben wir durch die Eingabe beispielhafter Ausgangszahlen bereits gesehen, wie drastisch die erwartbare Rendite oftmals in den negativen Bereich abstürzt“, so Philipp Nusser.

Eagle Control und HGK hatten sich vor einigen Monaten in einem Betriebsvergleich von Gastronomien mit tatsächlichen Zahlen aus 2019 bis 2022 bereits Umsätze, Kosten und Gewinne vor und nach Corona genau angesehen und eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2024 simuliert. „Der neue Mehrwertsteuer-Rechner ist nun unser zusätzlicher Beitrag, um in der Debatte um eine Mehrwertsteuererhöhung mit weiteren Fakten zu argumentieren. Denn klare Zahlen schaffen Transparenz“, so Urban Uttenweiler. „Wir appellieren damit vor allem noch einmal an die Politik. Denn die Zahlenbeispiele aus dem Rechner liefern zusammen mit der Aussicht auf eine Steuervereinfachung so triftige Gründe für eine Entfristung der 7 Prozent, dass diese sich aus unserer Sicht nicht mehr ignorieren lassen.“

Der Mehrwertsteuer-Rechner lässt sich kostenlos nutzen unter
https://www.eagle-control.de/mehrwertsteuer-rechner/


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pincho Nation eröffnet Mitte Juni einen neuen Standort in Karlsruhe. Es ist der erste Restaurantbetrieb der Marke in Deutschland, der von einem Franchise-Partner geführt wird.

Der Gastronom Giovanni Massimino hat in Hamburg-Uhlenhorst ein neues Lokal eröffnet, das italienische Speisen mit einem Barkonzept verbindet. Entgegen der Namensgebung steht keine heiße Schokolade auf der Karte.

Finland startet die Kampagne Finland’s Official Tasting Table, bei der Interessierte an exklusiven Degustationsmenüs in Lappland sowie an der Küste teilnehmen können. Die Auswahl der 16 Gäste erfolgt über ein Bewerbungsverfahren bis Juni 2026.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Der Gastronomiekritiker und Journalist Jürgen Dollase hat die Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung beendet. Wie Dollase mitteilte, habe er die Zusammenarbeit „fristlos gekündigt“.

Der Salzburger Spitzenkoch Andreas Senn will im Juni junge Menschen für die Gourmetküche gewinnen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, reserviert das Zwei-Sterne-Restaurant SENNS.Restaurant an jedem Öffnungstag unter der Woche einen Tisch für Gäste unter 30 Jahren. Die Aktion trägt den Titel „SENNS First Taste“.

Die Branche verändert sich schneller als je zuvor. Warum offene Köpfe, KI und internationale Inspiration jetzt entscheidend für die Hospitality-Branche sind. // Pierre Nierhaus veröffentlicht Herbstprogramm 2026: Gastro, KI und Management-Workshop im Europa-Park, Trendreisen Madrid, London, Tokio.

TUI hat für ein neues Schnitzel-Ranking 212 Restaurants im deutschsprachigen Raum ausgewertet. Besonderheit der Untersuchung ist ein KI-Qualitätsscore, für den ChatGPT Schnitzelfotos analysierte.

Bei der Bierkönigin des Freistaats muss jeder Schlag sitzen, das ist klar. Wer ebenfalls in die Verlegenheit kommen könnte, ein Fass anzuzapfen, kann sich hier die entscheidenden Tipps holen.

Die französische „Big Mamma“-Gruppe plant ihren Markteintritt in den Vereinigten Staaten. Wie das Unternehmen mitteilt, soll der erste Standort in den USA Ende 2026 in Juno Beach im US-Bundesstaat Florida eröffnet werden.