Pflichtschulung für Starbucks-Beschäftigte in Südkorea nach PR-Eklat

| Gastronomie Gastronomie

Starbucks Korea hat nach einem Werbe-Skandal am Montag sämtliche der über 2.000 Filialen in Südkorea vorzeitig geschlossen. Die Cafés wurden am Nachmittag dichtgemacht, damit Mitarbeiter an einer verpflichtenden Geschichtsschulung teilnehmen können. Hintergrund ist eine kontroverse Werbekampagne des südkoreanischen Konzerns Shinsegae, der die Lizenz für das Korea-Geschäft des US-Mutterkonzerns Starbucks hat. 

Im vergangenen Monat hatte Shinsegae einen Edelstahl-Thermobecher namens «SS Tank» beworben und den 18. Mai zum sogenannten «Tank Day» erklärt. Tank kann im Englischen sowohl «Panzer» als auch «Behälter» bedeuten.
Das Unternehmen hat den zuständigen Geschäftsführer gefeuert

Die Werbeaktion löste öffentliche Boykottaufrufe aus und wurde nach nur wenigen Stunden gestoppt. Die missverständliche Abkürzung SS, die für das englische «Stainless Steel» (Edelstahl) steht, spielte bei der Kontroverse nur eine untergeordnete Rolle. 

Jedoch reagierte die südkoreanische Öffentlichkeit entsetzt darauf, dass Starbucks Korea den 18. Mai zum «Tank Day» erklärt hatte. Denn am 18. Mai 1980 hatte die damalige Militärregierung in der südkoreanischen Stadt Gwangju die Demokratiebewegung gewaltsam niedergeschlagen. Dabei wurden auch Panzer verwendet. Mehrere hundert Personen wurden dabei getötet. 

Auch Präsident Lee Jae Myung kritisierte die Werbeaktion. «Ich bin wütend über das unmenschliche Verhalten solcher Geschäftsleute», schrieb Lee auf seinem X-Account. 

Shinsegae hat sich entschuldigt und den zuständigen Geschäftsführer gekündigt. Nach einer internen Untersuchung betonte das Unternehmen, dass man die Opfer der Demokratiebewegung keinesfalls absichtlich diffamieren wollte. Derzeit untersucht auch die Seouler Polizei Hintergründe des Falls. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Sommelier-Union Deutschland blickt auf ihr fünfzigjähriges Bestehen zurück und bestätigt im Rahmen des Sommelier-Campus die Vereinsführung um Präsidentin Yvonne Heistermann.

Applaus, Emotionen und strahlende Gewinner: Bei der Verleihung des Michelin Guide Deutschland 2026 traf sich die Spitze der deutschen Gastronomie. Unsere große Bildergalerie zeigt die schönsten Momente des Abends.

Mit der Verleihung von drei Michelin-Sternen gehört das L.A. Jordan in Deidesheim zur Spitzengruppe der ausgezeichneten Restaurants. Veröffentlicht wurden nun auch Auszüge aus den Bewertungen der Michelin-Inspektoren zu mehreren Menügängen.

Der Michelin Guide Deutschland 2026 umfasst insgesamt 339 Sterne-Restaurants im gesamten Bundesgebiet. Das Restaurant L.A. Jordan in Deidesheim steigt als Neuzugang in die Drei-Sterne-Kategorie auf, während vier Betriebe zwei Sterne erstmals erhalten.

Der Michelin Guide hat elf verbreitete Irrtümer rund um Sterne, Inspektoren und Bewertungsverfahren aufgegriffen. Die Organisation erläutert dabei ihre Kriterien für die Auszeichnung von Restaurants und die Arbeitsweise ihrer Prüfer.

Das Berliner Zwei-Sterne-Restaurant Facil startet zum 25-jährigen Jubiläum eine sechsteilige Podcastreihe mit Reiner Veit. Das Audioformat beleuchtet ab dem 24. Juni 2026 die Geschichte und die personelle Kontinuität des Gastronomiebetriebs.

Bei den Frankfurter Gastro Talent Awards 2026 wurden Liv Geller als Kochtalent und Mihail Zaiat als Bartalent ausgezeichnet. Die Veranstaltung kehrte nach einer dreijährigen Pause als Teil des Rahmenprogramms der Michelin-Gala zurück.

Am Dienstag gibt der Guide Michelin in Frankfurt am Main die neuen Sterne für Deutschland bekannt. Bereits eine Woche zuvor hatte der Restaurantführer zehn neue Bib-Gourmand-Auszeichnungen veröffentlicht.

Der Dresdner Historiker Andreas Rutz sieht Restaurants, Kneipen und gemeinsames Essen als wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens. Zugleich beobachtet er einen Wandel der Esskultur durch Fast Food, To-go-Angebote und veränderte Lebensgewohnheiten.

Der Wirt Alexander Egger bleibt bei einer Klage gegen die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest erneut erfolglos. Das Verwaltungsgericht wies seinen Eilantrag ab. Das letzte Wort ist aber nicht gesprochen.