Planinsolvenz: Kofler & Kompanie in Schwierigkeiten 

| Gastronomie Gastronomie

Die Kofler & Kompanie GmbH will sich nach dem Wegfall mehrerer Großaufträge „in Eigenverwaltung restrukturieren“, wie das Unternehmen bekanntgab. Der Wegfall mehrerer Großaufträge sowie der stetig steigende Wettbewerbs- und Margendruck vor allem im Event-Catering hätten diesen Schritt notwendig gemacht. Der Geschäftsbetrieb werde jedoch unverändert fortgeführt. Der Verwaltungsrat der schweizerischen Kofler Group hat dem Unternehmen seine volle Unterstützung für den eingeschlagenen Kurs zugesagt.

Die Durchführung aller bereits gebuchten sowie zukünftigen Catering-Aufträge sei nach Angaben des Unternehmens durch den Schritt in die Eigenverwaltung nicht gefährdet. Im Mittelpunkt der Neuausrichtung steht eine Fokussierung auf die profitablen Bereiche Premium-Event-Catering, Locations und Airport-Lounge-Business.

„Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat der Kofler Group in der Schweiz, haben wir uns dazu entschlossen, das seit längerer Zeit defizitäre deutsche Catering- und Gastronomiegeschäft in Eigenverwaltung weiter zu restrukturieren, für die Zukunft neu auszurichten und wieder nachhaltig profitabel zu machen“, sagt Gründer und CEO KP Kofler: „Die Geschäftsführung steht voll hinter dem Beschluss des Verwaltungsrates und hat bereits damit begonnen, das abgestimmte Konzept umzusetzen. Bei allen Maßnahmen steht für uns im Mittelpunkt, das Geschäft ohne jedwede Einschränkung für unsere Kunden fortzuführen“.

Die Eigenverwaltung ermöglicht dem Unternehmen sich im Planinsolvenzverfahren durchgehend selbst zu restrukturieren. Unterstützt wird Kofler während dieser Phase durch den Sanierungsexperten Dr. Adrian Bölingen von der Wirtschaftskanzlei Baker Tilly, der schon zahlreiche Unternehmen in diesem Prozess begleitet hat. „Nun gilt es, in kurzer Zeit das Unternehmen auf die profitablen Geschäftsbereiche zu konzentrieren und diese Maßnahmen konsequent umzusetzen“, so Dr. Bölingen zum weiteren Weg der Firma. 

Das Gericht hat dem Unternehmen Dr. Philipp Hackländer aus der Kanzlei White & Case als vorläufigen Sachwalter zur Seite gestellt. Die wesentliche Aufgabe des Sachwalters ist die Kontrolle der Geschäftsführung. Auch Hackländer hat seine Unterstützung für den eingeschlagenen Restrukturierungskurs in Eigenverwaltung bereits zugesagt.

Umsatzrückgang, Wettbewerbs- und Margendruck

Die Kofler & Kompanie GmbH beschäftigt derzeit 143 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro in Deutschland. Der Hauptgrund für die nun notwendig gewordene umfassende Restrukturierung ist der Wegfall von mehreren Großaufträgen, unter anderem für die Automobilindustrie, was für das deutsche Geschäft in den letzten beiden Jahren jeweils einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Millionenbereich zur Folge hatte. Hinzu kommt ein stetig wachsender Wettbewerbs- und Margendruck.

Fortführung Kofler & Kompanie GmbH

Während der Restrukturierung wird ein multidisziplinäres Team aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Beratern um Jens Weber und Dr. Adrian Bölingen von Baker Tilly das Unternehmen begleiten. Beide werden dafür Sorge tragen, dass alle nötigen Maßnahmen und Gespräche in die Wege geleitet werden. „Wir planen das gesamte Verfahren in sechs Monaten abzuschließen“, so Kofler: „Die Auslandsgesellschaften in den acht Ländern, in denen die Kofler Group ansonsten tätig ist, arbeiten nach wie vor sehr erfolgreich und sind von den Maßnahmen in Deutschland nicht betroffen.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Im Münchner Innenstadtgebäude Herzog Max hat das neue Gastronomiekonzept Super* eröffnet und vervollständigt damit die fünfjährige Transformation des ehemaligen Karstadt Sports. Das Konzept kombiniert Restaurant, Bar und Ladenflächen.

Das Sternerestaurant bi:braud von Alina Meissner-Bebrout zieht im Sommer 2026 aus der Ulmer Büchsengasse in das neue Maison Meissner direkt am Ulmer Münster um. Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner entwickelt die Köchin das historische Gebäude „Bäumle“ zu einem Hotel mit 15 Zimmern sowie Restaurant- und Barkonzept.

Die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest ist jetzt auch ein Fall für die Justiz. Gastronom Alexander Egger wehrt sich per Eilantrag gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt «Schützenlisl» auf der Oidn Wiesn.

Die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn bekommt zur Wiesn 2026 neue Betreiber. Der Münchner Stadtrat hat dem Wirte-Trio Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel den Zuschlag für das Volkssängerzelt erteilt.

Laut dem aktuellen Bericht von Brand Finance erreichen die 25 wertvollsten Restaurantmarken weltweit zusammen einen Markenwert von 190,1 Milliarden US-Dollar. McDonald’s führt das Ranking erneut an, während Chick-fil-A das stärkste Wachstum verzeichnet.

Clara Schoper von der «Zephyr Bar» in München holt den Sieg beim renommierten Cocktailwettbewerb «Made in GSA». Ihr Drink scheint ein alter Bekannter: «Rum-Cola». Es sei jedoch ein Nachbau anno 2026.

Die Berliner Burgerkette Burgermeister expandiert nach Polen. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben mindestens 20 Standorte innerhalb von drei Jahren und strebt mittelfristig einen Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro an.

Das Hamburger Frühstückscafé kropkå von Katrin Koch hat die Aktion „Lokalhelden gesucht“ von VistaPrint und Cornelia Poletto gewonnen. Die Auszeichnung ist laut Veranstalter mit 20.000 Euro Preisgeld verbunden.

Schampusduschen verboten, Blasmusik schon eine Stunde früher und -mal wieder - Streit um die Zeltvergabe: Noch ist nicht mal Sommer, da zurrt München die Planung für die Wiesn im Herbst fest.

35 Jahre Jeunes Restaurateurs (JRE) Deutschland stehen nicht nur für kulinarische Entwicklung, sondern auch für den Wandel innerhalb der Spitzengastronomie. Warum diese heute mehr leisten muss als gutes Essen, erklärt Oliver Röder, Präsident der JRE-Deutschland.