Schwere Vorwürfe gegen das Noma - René Redzepi äußert sich 

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Das dänische Restaurant Noma und dessen Inhaber René Redzepi stehen im Zentrum massiver Kritik durch ehemalige Angestellte. Wie die New York Times berichtet, stützen sich die Enthüllungen auf Interviews mit 35 früheren Mitarbeitenden des Hauses. Diese zeichnen das Bild einer Arbeitskultur der Angst, in der Mobbing, Demütigungen und körperliche Übergriffe scheinbar auch zum Alltag gehört haben sollen.

Eskalation über soziale Netzwerke

Den Anstoß für die aktuelle Debatte gab Jason Ignacio White, der zwischen 2017 und 2022 das Labor für Fermentation im Noma leitete. Unter dem Schlagwort nomaabuse berichtete er in den vergangenen Wochen auf sozialen Plattformen über Missbrauch und Schikane. Diese Veröffentlichungen erreichten laut Medienberichten rund 14 Millionen Leser und lösten eine weitreichende Diskussion über die Arbeitsbedingungen in der Hochgastronomie aus. Viele der ehemaligen Angestellten gaben gegenüber der New York Times an, ihr Schweigen erst jetzt gebrochen zu haben, da ihnen bewusst geworden sei, dass der Erfolg des kulinarischen Imperiums auf ihrem persönlichen Schmerz basiere.

Stellungnahme von René Redzepi

In einer persönlichen Stellungnahme über das soziale Netzwerk Instagram reagierte René Redzepi nun auf die Vorwürfe. Darin räumt der Gastronom ein, dass sein früheres Verhalten Menschen verletzt habe, die unter seiner Führung arbeiteten. Er bestätigte, dass es in der Vergangenheit zu Aggressivität und inakzeptablen Handlungen gekommen sei. Er habe Mitarbeiter angeschrien, geschubst und sei teilweise physisch gewalttätig geworden. Redzepi drückte sein tiefes Bedauern gegenüber jenen aus, die unter seinem mangelhaften Urteilsvermögen und seinen Wutausbrüchen leiden mussten. In einer ergänzenden Stellungnahme gegenüber der Times of London erklärte er zudem, er sehe sein Verhalten in den Berichten der New York Times und von Jason White ausreichend gespiegelt, um die Verletzungen seiner Mitarbeiter zu verstehen.

Ein Kreislauf aus Druck und Aggression

In seinem Statement zieht Redzepi eine Verbindung zu seinen eigenen Anfängen in der Gastronomie. Er schildert, dass er seine Ausbildung in Küchen absolvierte, in denen Demütigungen und Angst zum kulturellen Standard gehörten. Ursprünglich habe er sich vorgenommen, ein solches Umfeld in seinem eigenen Betrieb niemals zuzulassen. Mit dem wachsenden Erfolg und dem damit verbundenen Druck nach der Eröffnung des Noma sei er jedoch genau zu der Art von Führungspersönlichkeit geworden, die er einst abgelehnt hatte. 

Strukturwandel und therapeutische Aufarbeitung

Um die destruktiven Verhaltensmuster zu durchbrechen, habe sich der Gastronom in Therapie begeben und den Entschluss gefasst, sich aus der operativen Leitung des täglichen Geschäfts zurückzuziehen. Die heutige Organisation des Noma unterscheide sich nach Angaben des Inhabers grundlegend von jener in der Gründungsphase. Er verwies auf den Beitrag seines aktuellen Teams, das maßgeblich an der Transformation der Küchenkultur beteiligt gewesen sei. Das Noma gilt als Wegbereiter der sogenannten Neuen Nordischen Küche und wurde insgesamt fünfmal zum besten Restaurant der Welt gekürt. Trotz des Renommees stand der Betrieb bereits in der Vergangenheit in der Kritik, etwa wegen der fehlenden Entlohnung von Gastköchen, was erst vor drei Jahren geändert wurde.


 

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