Streit um Wiesn-Zelte – Eilantrag beim Verwaltungsgericht

| Gastronomie Gastronomie

Die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest ist jetzt auch ein Fall für die Justiz. Das Verwaltungsgericht München bestätigte einen entsprechenden Eilantrag des Gastronoms Alexander Egger, der sich damit gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt «Schützenlisl» auf der Oidn Wiesn wendet (Tageskarte berichtete). Der Antrag sei am Dienstag eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Vergabekammer verhandelt am Dienstag

Auch gegen die Festzeltvergabe auf dem großen Oktoberfest hat sich Egger gewandt – mit einem Antrag auf Nachprüfung durch die Regierung von Oberbayern. Deren Vergabekammer Südbayern werde sich am 19. Mai in einer mündlichen Verhandlung damit beschäftigen, bestätigte ein Behördensprecher Informationen der «Süddeutschen Zeitung». Der Termin sei aber nicht öffentlich. Die Vergabekammer ist zuständig, wenn Betroffene die Vergabe öffentlicher Aufträge überprüfen lassen wollen. 

Vergabesystem auf Prüfstand?

Egger hat bisher ein kleines Wiesn-Zelt betrieben. Medien zufolge ging er bei der Bewerbung um ein großes Zelt leer aus und will nun das gesamte Vergabesystem auf den Prüfstand bringen. Er will erreichen, dass sich die Stadt bei der Zuteilung von vorerst zwei von ihm benannten Festzelten – dem Anzapfzelt Schottenhamel und dem Paulaner-Festzelt – nach europäischem Vergaberecht richten muss. Das würde eine EU-weite Ausschreibung der Plätze bedeuten. 

Egger hatte sich für die ebenfalls traditionsreiche Bräurosl und das Paulaner-Zelt beworben, bekommt aber den Medien zufolge nur wieder seine angestammte Münchner Stubn. Beide Zelte sind Brauerei-Zelte, hier haben die Brauereien das Vorschlagsrecht für den Wirt. 

Kritik von anderen Wirten

Von Wirte-Kollegen gab es dafür Kritik. «Die Vergabepraxis hat sich seit Jahrzehnten bewährt und ist ein Garant dafür, dass die Wiesn nach wie vor ein Ort ist, an dem unser bayerisches Brauchtum gepflegt und unsere Traditionen hochgehalten werden», sagte etwa der zweite Wirtesprecher und direkt betroffene Wirt Christian Schottenhamel. In dessen Zelt, seit 1867 in Familienhand, wird das Volksfest traditionell vom Oberbürgermeister eröffnet.

Egger: Festzeltvergabe nur «begrenzt transparent» 

Egger, der Geschäftsführer der WE Gutshof GmbH ist, konterte unlängst: «Die Wiesn muss nicht gerettet werden. Aber mehr Chancengleichheit, um an ihrer Tradition partizipieren zu können, würde ihr guttun». Ihm liege nichts ferner, als diesem einzigartigen Kulturgut zu schaden. «Wettbewerb schafft ein günstiges Oktoberfest für alle Besucher, ohne jede Einbuße an Tradition», so Egger. Er wolle «ein großes Wiesnzelt mit Qualität und Güte». Sein «Münchner Stubn-Festzelt» sei stets im Sinne des bayerischen Volksfestcharakters geführt worden. 

Und er hat einen Widerspruch ausgemacht: «Das Oktoberfest wird international als Symbol bayerischer Lebensfreude, Gastfreundschaft und Tradition wahrgenommen. Gleichzeitig ist ausgerechnet die Vergabe der großen Festzelte für Außenstehende nur begrenzt transparent und demokratisch nachvollziehbar.» (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Am 7. September eröffnet im Palais Coburg in Wien das neue Restaurant Prunkräume. Das gastronomische Angebot in den historischen Salons des ersten Stocks reicht vom täglichen Brunch bis hin zum Dinner.

Ab 22 Uhr gibt es im Münchner Univiertel künftig kein Bier mehr zu kaufen. Damit versucht die Stadt erneut, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Zwei Betriebe hatten bis zuletzt nicht mitziehen wollen.

60 Seconds to Napoli expandiert in der Domstadt und nimmt am 12. September den zweiten Standort im Mediapark in Betrieb. Neben dem bestehenden Betrieb am Heumarkt erweitert das Unternehmen damit sein Angebot in Köln.

Taco Bell will sein erstes öffentlich zugängliches Restaurant in Deutschland in Köln eröffnen. Der Franchisepartner Feel Better Holding bestätigt den Deutschland-Auftakt in der Domstadt, während auch in Bonn und Bayern Vorbereitungen laufen.

Ein neuer Report der US-amerikanischen National Restaurant Association untersucht die Bedeutung von Getränken für Restaurantbesuche. 50 Prozent der befragten erwachsenen Gen Z und 47 Prozent der Millennials kaufen demnach mindestens einmal pro Woche ausschließlich Getränke in Restaurants.

Vergangenes Jahr wurde er mit einer Flasche im Gesicht verletzt, seitdem kämpft Kneipenwirt Simsit für mehr Sicherheit in seinem Viertel: Das Alkoholkonsumverbot, das er initiierte, zeigt Wirkung.

Pommes Freunde leitet eine weitere Phase der Expansion im österreichischen Markt ein. Nach der Eröffnung des ersten Standorts in Wien strebt das Unternehmen den Aufbau eines flächendeckenden Filialnetzes an. Pro Jahr sind etwa fünf Neueröffnungen vorgesehen.

Die Plattform Listflix hat die Verteilung von Dönerläden in deutschen Großstädten für das Jahr 2026 ausgewertet. Dabei zeigt sich eine ungleiche regionale Versorgungsdichte, wenn die Anzahl der Betriebe auf die jeweilige Einwohnerzahl bezogen wird.

Sodexo Deutschland übernimmt die gesamte Gastronomie und das Event-Catering im neuen DKB-Campus Upbeat in Berlin. Die Zusammenarbeit umfasst auf 35.000 Quadratmetern Fläche mehrere Gastronomiebereiche sowie Konferenzservices.

Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés und Eissalons in Baden-Württemberg haben im Juni 2026 real 7,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr lagen ihre preisbereinigten Umsätze 5,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.