Studie: Deutsche konsumieren seltener und weniger in Restaurants

| Gastronomie Gastronomie

Eine aktuelle Umfrage von Lightspeed zeigt, dass die wirtschaftliche Lage das Ausgehverhalten der Deutschen maßgeblich beeinflusst. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, in den letzten sechs Monaten seltener Restaurants besucht zu haben. Im europäischen Vergleich zeigen sich die Deutschen als besonders sparsam.

Eine von Lightspeed, einem Anbieter von cloudbasierten Kassensystemen, in Zusammenarbeit mit Medallia durchgeführte Studie wurde unter Verbrauchern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden durchgeführt.

Weniger Besuche, gezielte Sparmaßnahmen

Laut der Umfrage gaben 58 Prozent der befragten Konsumenten in Deutschland an, in den vergangenen sechs Monaten seltener ein Restaurant besucht zu haben. Dieser Wert ist der höchste im europäischen Vergleich und liegt gleichauf mit Großbritannien. Die Prognosen für die kommenden sechs Monate sind ebenfalls verhalten: Rund 44 Prozent der Befragten rechnen mit einer weiteren Abnahme ihrer Restaurantbesuche.

Wer weiterhin auswärts isst, tut dies oft mit Bedacht. Zu den am häufigsten genannten Sparmaßnahmen zählen:

  • Verzicht auf Vorspeisen (34 Prozent)
  • Verzicht auf Desserts (33 Prozent)
  • Wahl eines günstigeren Lokals (29 Prozent)
  • Mitnahme von Essensresten für eine weitere Mahlzeit (22 Prozent)
  • Verzicht auf Alkohol (19 Prozent)

Des Weiteren achten Gäste verstärkt auf Rabattaktionen. 27 Prozent nutzen bevorzugt günstigere Menü-Angebote, und jeweils 22 Prozent greifen auf Gutscheinaktionen und Happy-Hour-Angebote zurück. Dennoch geht ein Fünftel (20 Prozent) der Gäste weiterhin ohne Einschränkungen essen.

Wahrnehmung von Preissteigerungen und Personalmangel

Die Gäste registrieren die Veränderungen in der Gastronomie genau. 69 Prozent haben in jüngster Zeit gestiegene Preise für Speisen und 63 Prozent für Getränke festgestellt. Rund ein Drittel (31 Prozent) bemerkte zudem kleinere Portionen. Auch der Personalmangel in der Branche, der 28 Prozent der Befragten auffiel, kann das Restauranterlebnis beeinflussen.

Deutschland im europäischen Vergleich

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zeigen sich die Deutschen beim Restaurantbesuch als besonders zurückhaltend. In Frankreich gaben 55 Prozent an, seltener essen zu gehen, in Belgien 54 Prozent und in den Niederlanden 52 Prozent. Die Studie deutet darauf hin, dass die Sparmaßnahmen in Deutschland gezielter angewendet werden als in Belgien oder den Niederlanden, wo das Ausgehen offenbar noch etwas unbeschwerter bleibt.

Technologie als Chance für Gastronomen

Dragan Grimm, Head of Field Sales Manager bei Lightspeed, sieht in der Anpassung an die veränderten Gästebedürfnisse durch Technologie eine Chance für Gastronomen:

„Gastronomen brauchen gerade jetzt volle Kontrolle über Prozesse, Kosten und das Gästeverhalten. Unsere Kassensysteme liefern tagesaktuelle Reports, helfen bei der Personalplanung und beschleunigen den Service am Tisch – das spart Zeit und eröffnet neue Möglichkeiten, Margen zu sichern. Außerdem bieten wir KI-gestützte Analysen an, die zeigen, wie sich zum Beispiel die Preise im Wettbewerbsumfeld gestalten. Damit lassen sich Angebote, Menüs oder Rabattaktionen ganz gezielt aussteuern.“

Grimm betont zudem die Bedeutung exzellenten Services in Zeiten, in denen Gäste bewusster auf ihre Ausgaben achten: „Gerade in Zeiten, in denen viele Gäste beim Ausgehen bewusster auf ihre Ausgaben achten, wird exzellenter Service zum entscheidenden Erlebnisfaktor. Unsere Umfrage in der Gastronomie hat gezeigt, dass neben der Qualität vor allem Timing und die reibungslose Kommunikation zwischen Service, Küche und Bar den Unterschied machen – insbesondere im Fine-Dining. 70 Prozent der Befragten bestätigten, dass schlechtes Timing die Wiederkehrrate senkt, und über 90 Prozent sehen die Abstimmung zwischen Front- und Back-of-House als Schlüsselfaktor für Gästezufriedenheit.“

Die Studienergebnisse legen nahe, dass Gastronomen flexibel auf die veränderten Bedürfnisse ihrer Gäste reagieren müssen. Transparente Preisgestaltung, neue Menükonzepte und gezielte Angebote, die Genuss auch bei begrenztem Budget ermöglichen, könnten entscheidend sein. Der Einsatz moderner Systeme zur Kostenkontrolle und Prozessoptimierung kann dabei helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und sowohl Stammkunden zu halten als auch neue Zielgruppen anzusprechen.

Die Umfrage wurde im Mai 2025 von Lightspeed gemeinsam mit Medallia durchgeführt. Der Bericht für Deutschland basiert auf den Antworten von rund 1.000 Personen über 18 Jahren, die in den vergangenen sechs Monaten ein Restaurant besucht haben. Alle Antworten wurden anonym erhoben.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wechsel in der Duisburger schauinsland-reisen-arena: Ab der Saison 2026/27 übernimmt Supreme Sports Hospitality das gesamte Catering. Der neue Partner setzt auf eine Mischung aus Investitionen in die Infrastruktur, bewährten Stadion-Klassikern und innovativen Food-Konzepten.

Mit „OMA – Opportunity for More Authenticity“ gewinnt ein Team der FHWien der WKW den europäischen Hospitality-Wettbewerb in Amsterdam. Die Idee nutzt das kulinarische Wissen lokaler Großmütter, um Gästen authentische Food-Erlebnisse zu bieten.

Seit Ewigkeiten galt auf der Wiesn: Sechs Münchner Biere gibt es dort - und kein einziges mehr. Doch die Bier-Frage wird nun endgültig zum Politikum. Denn eine Brauerei plant die Revolution.

In Mainz-Gonsenheim setzt das Weingut St. Antony auf ein Gastronomiekonzept, das die Tradition der klassischen Eckkneipe aufgreift. Unter dem Namen Heiliger Anton wurde ein Pop-up-Restaurant eröffnet, das den Fokus auf soziale Interaktion und eine unkomplizierte Bewirtung legt.

Im Salzburger Hotel und Restaurant Cool Mama sorgt eine strikte Bekleidungsvorschrift für öffentliche Diskussionen. Einer Frau wurde bei der Reservierungsanfrage für das Sky-Restaurant eine Absage erteilt, da sie ein Kopftuch trägt. Das Gastronomieunternehmen beruft sich auf die Hausordnung, während die Betroffene den Vorwurf der Diskriminierung erhebt.

Pizza Hut steht vor einem bedeutenden Umbruch auf dem US-Markt. Die Muttergesellschaft Yum! Brands hat die Schließung von 250 leistungsschwachen Standorten angekündigt und prüft derzeit strategische Optionen für die Zukunft der Marke.

Die Hamburger Systemgastronomie-Kette Schweinske gibt die Mehrwertsteuersenkung ab März 2026 über gezielte Preisnachlässe an ihre Gäste weiter. Damit wählt das Unternehmen einen anderen Weg als weite Teile der Branche.

Vom 19. Februar bis zum 1. März lädt das Feinschmeckerfestival «eat! Berlin» zu besonderen kulinarischen Angeboten ein. Braucht man Anzug und Kleid? Und muss man wissen, wo welches Besteck liegt?

Die Gewerkschaft NGG fordert nach Bekanntwerden neuer Zahlen zu Mindestlohnverstößen im Gastgewerbe eine personelle Verstärkung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und eine verpflichtende digitale Zeiterfassung.

Das Berliner Drei-Sterne-Restaurant Rutz ordnet seine Küchenstruktur neu. Nach zwölf Jahren hat der bisherige Küchenchef Dennis Quetsch den Betrieb in Berlin-Mitte zum Jahreswechsel auf eigenen Wunsch verlassen. Die Nachfolge treten zwei Talente aus den eigenen Reihen an, die künftig unter der Leitung von Küchendirektor Marco Müller eine Doppelspitze bilden.