Tim Mälzer rechnet es vor: So teuer darf ein Schnitzel sein

| Gastronomie Gastronomie

Artikel vom 19.7.2023

TV-Koch Tim Mälzer hat sich zu der Frage geäußert, was ein Schnitzel im Restaurant kosten darf. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ legte er offen, wie sich die Preise zusammensetzen müssen, um kostendeckend zu arbeiten. Mälzer kritisierte dabei auch zu niedrige Preise in der Gastronomie.

„Niemand kann dir ein Essen für unter 10 Euro hinstellen. Das ist Quatsch!“, betonte Mälzer im Interview. Er führte weiter aus, dass allein für Heizung, Beleuchtung und Kühlung pro Gast bereits Kosten in Höhe von 4,80 Euro anfallen würden. Für ein Schnitzel, das Mälzer selbst für 24 Euro verkauft, müsste er nur für das Personal schon 7,20 Euro veranschlagen. Hinzu kämen die Kosten für Fleisch und Beilagen sowie versteckte Kosten wie GEMA-Gebühren und Abwasserkosten. Unterm Strich würde ihn ein Schnitzel 21,20 Euro kosten, wobei der Gewinn lediglich bei 2,40 Euro läge.

Die Diskussion über angemessene Preise für Speisen in Restaurants kocht im Internet immer wieder hoch. Zuletzt wurde dort diskutiert, ob ein Schnitzel auf Sylt 25 Euro kosten „darf“. Auch Star-Koch Nelson Müller musste sich unlängst rechtfertigen, ob der Preis für sein Currywurst-Menü mit Champagner in seinem Restaurant auf Norderney (34 Euro) angemessen sei.

Auch der Salzburger Gastronom Sepp Schellhorn rechnete in der „Kronen-Zeitung“ vor, was ein Schnitzel kosten müsse. Hierbei wurden für Mitarbeiter 18 Euro und für den Wareneinsatz 9 Euro veranschlagt. Schellhorn machte deutlich, dass die Kosten für Personal, Zubereitung und Service bei jedem Gericht berücksichtigt werden müssten. Bei einem Verkaufspreis von 28 Euro bliebe ihm ein Euro als Gewinn übrig.

Tim Mälzer betonte in seinem „Stern“-Interview ebenfalls, dass ein gutes Schnitzel auch 30 bis 35 Euro kosten könne. Er wies darauf hin, dass in seinem Restaurant Millioneninvestitionen steckten, die wieder eingenommen werden müssten. Am Ende sei ein Restaurant ein Wirtschaftsunternehmen und kein Wohltätigkeitsverein, so Mälzer. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Umfrage belegt, dass Gastronomen den Druck zur Preissenkung überschätzen. Fast die Hälfte der Gäste zeigt Verständnis für stabile Preise trotz der gesenkten Umsatzsteuer.

Der Lieferdienst-Konzern Delivery Hero verkauft sein Essensliefergeschäft Foodpanda in Taiwan für 600 Millionen US-Dollar. Das Berliner Unternehmen betreibt Lieferdienste in 65 Ländern in Asien, Europa, Südamerika und Afrika.

Die Gastronomiemarke O’Learys plant den Eintritt in den deutschen Markt. Das geht aus Informationen des Beratungsunternehmens Franchise Focus hervor, das nach eigenen Angaben auf Gastronomie-Franchises spezialisiert ist.

Christian Scharrer hat das Restaurant Verbena im Waldhotel by Bürgenstock – Teil des Bürgenstock Resort Lake Lucerne eröffnet. Mit seiner Ehefrau Nathalie Scharrer, die als Restaurant- & In-Room-Dining-Managerin verantwortlich zeichnet, bildet er ein eingespieltes Führungsduo.

Das Restaurant Somssi by Jihun Kim im Hotel Mandarin Oriental Mayfair in London hat den Betrieb eingestellt. Die Schließung erfolgte lediglich fünf Wochen, nachdem das Restaurant mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden war.

Mehr als 2.900 Betriebe gingen 2025 pleite – so viele wie seit über einem Jahrzehnt nicht. Steigende Kosten, sinkende Nachfrage und verändertes Konsumverhalten setzen Restaurants und Bars massiv unter Druck. Seit 2020 mussten mehr als 11.000 Betriebe aufgeben.

Die Althoff Collection präsentiert mit der „6 Hands Series“ eine neue Eventreihe, bei der drei Spitzenköche der Gruppe gemeinsam ein Sechs-Gang-Menü an drei Standorten inszenieren.

Der Guide Michelin hat seine nationale Auswahl 2026 für Österreich vorgestellt und bestätigt die Drei-Sterne-Liga in Wien. Mit 101 Sterne-Restaurants und zahlreichen Neuzugängen zeigen die Auszeichnungen die positive Entwicklung in der österreichischen Gastronomieszene.

Das Zwei-Sterne-Restaurant Ammolite im Europa-Park hat unter dem neuen Namen „House of Light“ nach einer Modernisierung wiedereröffnet. Küchenchef Peter Hagen-Wiest setzt weiterhin auf eine klassisch europäische Küche mit regionalem Fokus in einem neu gestalteten Ambiente.

Der neue Michelin Guide Frankreich & Monaco 2026 ist vorgestellt worden. Wie der Veranstalter mitteilt, wurde die Auswahl im Grimaldi Forum in Monaco präsentiert. Insgesamt umfasst die aktuelle Ausgabe 668 Sterne-Restaurants, darunter 31 Häuser mit drei Sternen, 84 mit zwei Sternen und 553 mit einem Stern.