Verband der Köche Deutschlands: „Branche und Beruf wieder stärken und aufbauen“

| Gastronomie Gastronomie

Das dritte Jahr der Coronapandemie ist mit neuen Regeln und Einschränkungen für das Gastgewerbe gestartet und trifft damit auf eine Branche, die nach annähernd zwei Jahren finanziell, physisch und emotional stark geschwächt ist. Die Belastungen betreffen alle gastgewerblichen Berufe sowie Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Die Vertreter des Verbands der Köche Deutschlands e. V. (VKD), der Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg e. V. und der deutschen Köchenationalmannschaft nehmen gemeinsam Stellung zur aktuellen Lage

„Wir stehen hinter den konsequent durchgeführten, gesundheitspolitischen Maßnahmen und setzen diese mit gemeinschaftlichen Anstrengungen und professionellen Hygienekonzepten in der Praxis um. Dennoch steht unsere Branche derzeit verstärkt im öffentlichen Negativ-Fokus und erlebt als viel zitierter ,Problembereich‘ einen nicht gekannten Imageverlust, der mittel- und langfristig zu großen Schäden eines ganzen Wirtschaftszweigs führt. Der Ruf der kompletten Branche ist in Gefahr und wir vermissen sowohl die Wertschätzung und Unterstützung als auch die Gleichbehandlung mit anderen Branchen.“ Daniel Schade, Präsident, Verband der Köche Deutschlands e. V. (VKD)

„Durch die Stigmatisierung unserer Branche entsteht in der Öffentlichkeit seit zwei Jahren der falsche Eindruck, dass die Gastronomie Haupttreiber der Pandemie ist, obwohl wir nur ein kleiner Teil des gesamten Problems sind. In Anbetracht dessen stellen wir zur Diskussion, ob nicht weitere Schritte und Maßnahmen außerhalb der Gastronomie erfolgen sollten, um die Pandemielage schnellstmöglich in den Griff zu bekommen. Wir wünschen uns, dass die Politik nach der Pandemie nicht vergisst, welche Branchen imagemäßig, wirtschaftlich und arbeitspolitisch am stärksten betroffen waren. Wir setzen auf ein finanziell und steuerrechtlich unterfüttertes Wiederaufbauprogramm, das den Erhalt der Unternehmen, Arbeitsplätze und einer zukunftsfähigen Gastronomie aktiv unterstützt.“ Uwe Staiger, Präsident, Meistervereinigung Gastronom Baden-Württemberg e. V.

„Für alle, die sich in ihrem Beruf mit anderen messen, an Wettbewerben teilnehmen und regelmäßig ihr Wissen erweitern möchten, waren die vergangenen Monate extrem schwierig. Gleiches gilt für alle, die mit vollem Herzen ausbilden, jungen Menschen den Kochberuf nahebringen und ihre langjährige Erfahrung weitergeben möchten. Je länger die massiven pandemiebedingten Einschränkungen dauern, desto weniger Anreize gibt es für den Berufsnachwuchs, sich für einen gastgewerblichen Beruf zu entscheiden. Das gesamte Thema Kochausbildung ist gefährdet und die Unsicherheiten verursachen eine nicht wieder gutzumachende Lücke und große Unruhe im Gastgewerbe.“ Ronny Pietzner, Teammanager, deutsche Köchenationalmannschaft


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Michelin Guide hat elf verbreitete Irrtümer rund um Sterne, Inspektoren und Bewertungsverfahren aufgegriffen. Die Organisation erläutert dabei ihre Kriterien für die Auszeichnung von Restaurants und die Arbeitsweise ihrer Prüfer.

Das Berliner Zwei-Sterne-Restaurant Facil startet zum 25-jährigen Jubiläum eine sechsteilige Podcastreihe mit Reiner Veit. Das Audioformat beleuchtet ab dem 24. Juni 2026 die Geschichte und die personelle Kontinuität des Gastronomiebetriebs.

Bei den Frankfurter Gastro Talent Awards 2026 wurden Liv Geller als Kochtalent und Mihail Zaiat als Bartalent ausgezeichnet. Die Veranstaltung kehrte nach einer dreijährigen Pause als Teil des Rahmenprogramms der Michelin-Gala zurück.

Am Dienstag gibt der Guide Michelin in Frankfurt am Main die neuen Sterne für Deutschland bekannt. Bereits eine Woche zuvor hatte der Restaurantführer zehn neue Bib-Gourmand-Auszeichnungen veröffentlicht.

Starbucks Korea hat nach einem Werbe-Skandal sämtliche der über 2.000 Filialen in Südkorea vorzeitig geschlossen. Die Cafés wurden am Nachmittag dichtgemacht, damit Mitarbeiter an einer verpflichtenden Geschichtsschulung teilnehmen können.

Der Dresdner Historiker Andreas Rutz sieht Restaurants, Kneipen und gemeinsames Essen als wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens. Zugleich beobachtet er einen Wandel der Esskultur durch Fast Food, To-go-Angebote und veränderte Lebensgewohnheiten.

Der Wirt Alexander Egger bleibt bei einer Klage gegen die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest erneut erfolglos. Das Verwaltungsgericht wies seinen Eilantrag ab. Das letzte Wort ist aber nicht gesprochen.

Lidl hat in Dundonald bei Belfast seinen ersten Pub eröffnet. Hintergrund sind besondere Regelungen des nordirischen Alkoholrechts, die dem Discounter den Verkauf alkoholischer Getränke in einer Gaststätte ermöglichen.

Die Zelte für das Münchner Oktoberfest können trotz eines Gerichtsstreits aufgebaut werden. Das Bayerische Oberste Landesgericht lehnte den Eilantrag eines Wirtes ab, wonach die Betreiber zweier Festzelte zunächst nicht zur Wiesn zugelassen werden sollten.

Partner für Berlin hat zum 30-jährigen Jubiläum der Berliner Meisterköche die Nominierungen für das Jahr 2026 verkündet. Eine Jury wählte aus rund 150 Vorschlägen die Finalisten in sechs Kategorien aus, deren Gewinner im November gekürt werden.