Verstaatlichung: Mecklenburg-Vorpommern steigt in die Gastronomie ein

| Gastronomie Gastronomie

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern geht neue Wege. Nicht in der Politik, sondern in der Gastronomie-Branche. Die landeseigene „Schlossgastronomie GmbH“ soll künftig für die Bewirtung im Schweriner Schloss verantwortlich sein. Rund 400.000 Euro Steuergeld sind dafür allein im kommenden Jahr vorgesehen.

Das Schweriner Schloss war jahrhundertelang die Residenz des mecklenburgischen Hochadels und ist heute Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Das Essen und die Bewirtung waren zuletzt aber offenbar alles andere als standesgemäß. Aus diesem Grund trennt sich der Landtag von dem bisherigen Pächter. Künftig sollen das Schlosscafé, die Schlosskantine und die Orangerie von der neugegründeten „Schlossgastronomie GmbH“ geführt werden, das berichtet der NDR.

Rund 400.000 Euro sollen im kommenden Jahr als Anschubfinanzierung vorgesehen sein. Geld, das aus den Steuereinnahmen des Landes kommt und dafür sorgen soll, dass das Schloss bei Großveranstaltungen besser aufgestellt ist. Landtagsdirektor Armin Tebbe (SPD) erklärte zudem, dass das Schloss Weltkulturerbe werden wolle und der Gastronomiebetrieb daher entsprechend gut aufgestellt sein müsse. Dem Pächter wurde die Kündigung bereits mitgeteilt und die 30 Angestellten sollen zum Großteil übernommen und übertariflich bezahlt werden.

Die Pläne von Armin Tebbe stoßen jedoch nicht nur auf Zustimmung. Sogar aus den Reihen der SPD wird Kritik laut. Laut NDR, hatten Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) und Landesrechnungshof-Präsidentin Martina Johannsen Bedenken angemeldet. Die Gründung eines landeseigenen Unternehmens müsse gut begründet werden, so Meyer in der Finanzausschuss-Sitzung. Es stellte sich zudem die Frage, warum die Landtagsverwaltung nicht einen anderen privaten Pächter hätte finden können.

Auch der Dehoga äußerte sich kritisch zu den Gastronomie-Plänen des Landtages: "Grundlegend sollte man das dem Markt überlassen, Profis können das besser als ein Landesunternehmen", zitiert der NDR den Verbandschef Lars Schwarz.

Im Landtag haben SPD und CDU den Plänen bereits zugestimmt - sie sind Teil des neuen Doppelhaushalts. Armin Tebben gehe fest davon aus, dass der Betrieb schon 2022 keine Zuschüsse aus der Landeskasse mehr brauchen werde, heißt es laut NDR.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Tamworth Tap aus Staffordshire ist bei den Great British Pub Awards 2026 zum Pub des Jahres gekürt worden. Insgesamt wurden 17 Kategorien ausgezeichnet, darunter erstmals die Kategorie „Best Inn“.

Die sechs Finalisten des Wettbewerbs „Koch des Jahres 2026“ haben am Flughafen Frankfurt erstmals gemeinsam gekocht. In der FRALounge präsentierten sie ein Sechs-Gänge-Menü mit persönlichen Bezügen und unterschiedlichen kulinarischen Ansätzen.

Die Besucher am ersten Wiesn-Wochenende waren weniger aber internationaler als vor einem Jahr. Am Eröffnungssamstag machten ausländische Gäste rund 33 Prozent aus, am Sonntag gut 29 Prozent, wie eine Untersuchung von Handydaten ergab.

Von der Dorfwirtschaft bis zur Vorstadtkneipe: Lisa Lindhuber und Franzi Püschel erkunden für BR Puls die bayerische Wirtshauskultur. Im zweiten Instagram-Format „Die Foodlerin“ geht Marie Schwesinger kulinarischen Fragen aus Bayern nach.

Im Frankfurter Hochhauskomplex Four öffnet die neue Tagesbar The Graevenitz ihre Türen. Hinter dem Konzept stehen der Gastronom Maximilian Graf von Saurma und seine Geschäftspartnerin Sarah Korb.

Taco Bell hat die für den 24. September angekündigte Eröffnung seines Restaurants in Köln verschoben. Der Standort soll das erste öffentlich zugängliche Taco-Bell-Restaurant in Deutschland werden.

Die Mack-Gruppe plant mit Karls Erlebnis-Dorf in Elstal eine Fahrt durch fünf Erlebniswelten mit einem Drei-Gänge-Menü. Die Eröffnung ist für Sommer 2027 vorgesehen.

Anton Schmaus beendet den täglichen à-la-carte-Betrieb im Regensburger Restaurant Sticky Fingers. Künftig setzt das Konzept auf Events, geschlossene Feiern und Winzerabende. Zum Abschluss gibt es noch eine letzte große Party.

Bars und Clubs für schwule Männer gibt es zuhauf - und mit dem «Gay Sunday» auch ein eigenes Wiesn-Event. Nun wollen sich auch lesbische Frauen ihren Platz auf dem Oktoberfest erobern.

Das Cannstatter Volksfest lockt mit Achterbahnen und Karussellen – doch wie viel müssen Besucher für den Bierkrug wirklich zahlen? Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Zelten.