Verwirrung um grünen Michelin-Stern: Guide Michelin stellt Auszeichnung neu dar

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Eine Meldung über das angebliche Verschwinden des Grünen Michelin-Sterns hat in der Gastronomie-Szene für Aufsehen gesorgt. Der Gastro-Kritiker Jürgen Dollase berichtete am 21. Oktober auf Facebook unter Vorbehalt, dass die französischen Spezialseite "Bouillantes" von einer Ankündigung des Guide Michelin in der Schweiz am 20. Oktober berichtete, wonach die Grünen Sterne aus allen Führern entfernt würden. Dollase selbst äußerte sich befürwortend zu einer solchen Entwicklung und schlug stattdessen gelbe Sterne für „Bistros, Brasserien, Regionalküche etc.“ vor.

Michelin Guide bekräftigt Fortbestand und Zielsetzung

Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Spekulationen teilte ein Nutzer aktuelle Stellungnahmen des Guide Michelin. Die Redaktion des Guide Michelin Deutschland, Österreich, Schweiz & Czechia in Frankfurt stellte klar, dass das Projekt Grüner Stern, welches 2020 in Frankreich eingeführt wurde, sich kontinuierlich weiterentwickle und beliebt sei.

Der Guide Michelin bekräftigte sein Engagement „für die Förderung einer Gemeinschaft engagierter Köche, die sich den Herausforderungen der Gastronomie von morgen stellt.“ Offiziell wurde mitgeteilt, dass der Grüne Stern „existiert weiterhin“ und eine „ergänzende Anerkennung zu den kulinarischen Auszeichnungen (Rote Sterne)“ sei. Im Rahmen der Zeremonie in der Schweiz seien „ausdrücklich seine Grundsätze und sein Ziel bekräftigt“ worden, „die engagiertesten Restaurants hervorzuheben.“ Gleichzeitig betonte der Guide, dass der Grüne Stern „weder ein Label noch eine Zertifizierung“ sei.

Die Redaktion betonte, dass der Grüne Stern nicht verschwunden sei, sondern lediglich neu positioniert wurde. Nach einem jüngsten Update sei das Piktogramm auf den Restaurantseiten nicht mehr an seiner ursprünglichen Stelle zu finden, sondern „neben dem Zitat der Küchenchefs“. Ziel dieser Neu-Anordnung sei es, den Fokus noch stärker „auf das Engagement der Akteure und ihren Beitrag zur 'Zukunft der Gastronomie'“ zu legen.

Gleichzeitig werden laut Guide Michelin „mehrere Funktionen neu gestaltet, um die Benutzererfahrung kontinuierlich zu verbessern“. Website und mobile App werden demnach „in Kürze [...] diese Gemeinschaft von Köchen und ihr Engagement noch stärker in den Vordergrund rücken und damit die Dynamik des Guide Michelin bei der Förderung gastronomischer Veränderungen fortsetzen.“

Eine frühere Mitteilung des Michelin Guide aus Paris vom 21. Oktober hatte zuvor die zeitweilige Nichtverfügbarkeit der Auszeichnung auf der Webseite erklärt: „At the moment, the Green Star filter and distinction are not available on the MICHELIN Guide website or app. Some updates are currently in progress, and the website and mobile app will soon reflect new ways of highlighting chefs and their commitments.“

Mittlerweile ist auf den Detail-Seiten der Restaurants ein zentrales Element zu finden: Ein grün unterlegter Kasten zeigt Zitate der jeweiligen Küchenchefs und Küchenchefinnen, inklusive des wiederkehrenden Grünen Sterns.
 

Grüner Stern als Kriterium: Aufwand und positiver Nutzen

In der öffentlichen Diskussion äußerten sich verschiedene Stimmen kritisch und unterstützend zum Grünen Stern. Ein Nutzer hielt die ursprüngliche Meldung für nicht belastbar und wies darauf hin, dass in der Schweiz sogar neun Grüne Sterne vergeben wurden. Eine weitere Stimme kritisierte die Grundidee des Sterns von Anfang an. Ein anderer Teilnehmer bedauerte die mögliche Entwicklung und merkte an, dass die ursprüngliche Idee gut gewesen sei, es aber an der Umsetzung gehakt habe.

Im Kontrast dazu wurde der große bürokratische Aufwand zur Erlangung der Auszeichnung beschrieben, inklusive eines umfangreichen Fragebogens und der Notwendigkeit, „zig Belege“ beizubringen.

Ein Koch und Inhaber eines mit dem Grünen Stern ausgezeichneten Betriebs berichtete jedoch von einem klaren Erfolg. Trotz einer abgelegenen Lage habe der Stern zu einem gesteigerten Interesse von Gästen aus Frankreich, Holland, Belgien, Luxemburg, Amerika und Asien geführt. Er bezeichnete die Auszeichnung für seinen kleinen Betrieb als „ein Segen“.


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